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Steinbruch: Fahrverbot für schwere Laster

Der Gemeinderat in Malschwitz will die Zufahrt nach Pließkowitz für 40-Tonner sperren - und legt sich dadurch mit Behörden und dem Unternehmen an.

Auf der Straße von Pließkowitz nach Kleinbautzen fahren viele Laster. Künftig gelten dafür Einschränkungen.
Auf der Straße von Pließkowitz nach Kleinbautzen fahren viele Laster. Künftig gelten dafür Einschränkungen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Malschwitz. Im langjährigen Streit zwischen den Bewohnern des Malschwitzer Ortsteils Pließkowitz und Pro Stein, dem Betreiber des dortigen Steinbruchs, hat der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstag ein Zeichen gesetzt: Mehrheitlich beschlossen die Räte bei zwei Stimmenthaltungen in geheimer Abstimmung die Tonnagebegrenzung der Ortsverbindungsstraße von Pließkowitz nach Kleinbautzen auf 7,5 Tonnen. Malschwitzs Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) ist zufrieden mit dem Ergebnis: "Die Gemeinde steht hinter ihren Bürgern!" Etwa 50 anwesende Bürgerinnen und Bürger, die anlässlich der Entscheidung teils mit Transparenten im Dorfgemeinschaftshaus erschienen waren und die hitzige Debatte aufmerksam verfolgt hatten, quittierten die eindeutige Entscheidung des Gemeinderates mit lautem Jubel und Applaus.

 Ab 1. Mai diesen Jahres soll die neue Regelung in Kraft treten. "Bis dahin kann aber natürlich noch einiges passieren", warnt Seidel. Zwar trägt die Gemeinde als Baulastträger die alleinige Verantwortung für die 100 Jahre alte Pflasterstraße, die einst für Pferdefuhrwerke errichtet wurde. Aber: "Das Landratsamt ist mir als Untere Straßenbaubehörde übergeordnet und kann den Beschluss noch kippen", so der Bürgermeister. Darüber hinaus sei zu erwarten, dass Pro Stein, der Eigentümer des Pließkowitzer Steinbruchs, gegen den Beschluss Widerspruch einlegt.

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Vor der Gemeinderatssitzung haben Bürger aus Pließkowitz und Kleinbautzen für eine Beschränkung des Lkw-Verkehrs auf der Straße zwischen den beiden Orten demonstriert.
Vor der Gemeinderatssitzung haben Bürger aus Pließkowitz und Kleinbautzen für eine Beschränkung des Lkw-Verkehrs auf der Straße zwischen den beiden Orten demonstriert. © Carmen Schumann

Markus Metzner, der seit 1. Januar dieses Jahres als Geschäftsführer für Pro Stein tätig ist, sieht das als letzten Weg: "Zunächst möchte ich gemeinschaftlich mit der Gegenseite eruieren, welche Möglichkeiten für Gemeinde und Steinbruch bestehen, um ein Miteinander zu ermöglichen. Dabei bin ich für jegliche konstruktive Vorschläge und Möglichkeiten dankbar", sagte er auf Anfrage der SZ.

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