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Steiniger Straßenbau

Seit vier Wochen rollen in Naundorf die Bagger, ein Teil des Kanals ist schon fertig. Doch nun ist plötzlich Fels im Wege.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Das Pickern ist schon von weitem zu hören. So klingt es, wenn Metall auf Fels stößt. Ein großer Brocken liegt am Rand der Straße, die eigentlich gar keine mehr ist. Vor dreieinhalb Wochen rückten die Bauleute der Firma Eurovia in Naundorf an, frästen den Asphalt ab und nahmen die alten Pflastersteine, die noch darunter lagen, heraus. Nun zieht sich nur ein huckeliges braunes Band durch einen Teil des Ortes. Darunter ist aber schon etwas passiert.

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Einige Meter des neuen Regenwasserkanals sind bereits fertig, in Abständen schauen die grauen Schächte aus dem Boden. Bis jetzt stimmt der Zeitplan. Doch nun sind die Arbeiter auf Fels gestoßen. „Wir wissen noch nicht, wie weit er geht“, sagt Frank Benade vom Ingenieurbüro Spiller, der für die Bauüberwachung zuständig ist. Beinahe jeden Tag sieht er auf der Baustelle nach dem Rechten. Er hofft, dass es nun durch den unerwarteten Fels keine allzu großen Verzögerungen gibt. Schließlich sollen die Arbeiten Ende August erledigt sein. Bis dahin ist nicht nur der Kanal fertigzustellen, sondern auch ein Gehweg zu bauen, ein neues Kabel für die Straßenbeleuchtung zu verlegen und natürlich die sechs Meter breite Fahrbahn aufzubauen und zu asphaltieren.

Den ganzen Sommer über müssen die Anwohner also noch mit der Baustelle vorm Haus leben. Wie sie zu ihren Grundstücken kommen, wird individuell abgesprochen. „Das klappt mit dem Polier ganz gut“, sagt Carola Häntzschel von der Gemeindeverwaltung. Ärgerlich sei dagegen, dass es immer wieder Autofahrer gibt, die einfach die Vollsperrung missachten, und das nicht etwa nur abends, wenn die Baustelle ruht, sondern bei laufendem Betrieb. „Vorige Woche war es ganz schlimm“, sagt Carola Häntzschel. Dabei ist die Vollsperrung bereits ab Gaußig ausgeschildert. Der Verkehr wird über Diehmen zur Neukircher Straße bis nach Neukirch, dort über die B 98 nach Putzkau bis zum Abzweig Schmölln umgeleitet. Eine Ausnahme gibt es allerdings, und zwar für den Linienbus, der darf weiterhin durch Naundorf fahren. Ganz langsam und vorsichtig schiebt sich gerade die Linie 114 aus Richtung Tröbigau durch die Baustelle. Nur wenig später kommt der Bus derselben Linie aus der Gegenrichtung. Jedes Mal müssen die Bauleute Platz machen. Und entgegen der landläufigen Meinung, dass heute kaum noch ein Bus fährt, ist das in Naundorf ziemlich oft der Fall. „Zwischen 6.30 und 17 Uhr kommt er 22 Mal hier durch“, hat Frank Benade gezählt. Bis zum Beginn der Sommerferien bleibt das noch so, damit die Schüler zur Schule kommen. Während der Ferien wird der Busverkehr eingestellt. „Wenn asphaltiert wird, kann ja keiner durchfahren.“

Auch wenn der Durchlass neu gebaut wird, durch den das Schwarzwasser unter der Straße durchfließt, ist vorübergehend kein Durchkommen. Genau an dieser Stelle beginnt der 600 Meter lange Abschnitt, der jetzt gebaut wird. Er bekommt nur auf einem Teil einen Gehweg, weil die Straße am Ortsende in Richtung Tröbigau zu schmal dafür ist. Ab dem Durchlass verläuft er zuerst – ortsauswärts gesehen – auf der rechten Seite, an der Trafostation wechselt er auf die linke Seite und führt von dort bis zur Bushaltestelle.

Der Rest der Ortsdurchfahrt, die insgesamt fast zwei Kilometer lang ist, wird in den nächsten Jahren in zwei weiteren Abschnitten ausgebaut. Auf ein Wort