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Steinigtwolmsdorf: Das plant der Bürgermeister

Ab August tritt Lutz Förster sein Amt an. Er legt Wert auf gute Kommunikation.

Ab 1. August bezieht Lutz Förster als Steinigtwolmsdorfs neues Gemeindeoberhaupt seinen Platz im Gemeindeamt.
Ab 1. August bezieht Lutz Förster als Steinigtwolmsdorfs neues Gemeindeoberhaupt seinen Platz im Gemeindeamt. © Steffen Unger

Steinigtwolmsdorf. Am 1. August tritt Steinigtwolmsdorfs neuer Bürgermeister Lutz Förster (Bürgerbewegung Steinigtwolmsdorf) sein Amt offiziell an. Die SZ sprach vorab mit ihm über inhaltliche Schwerpunkte, Ziele und Ansprüche an den neuen Posten.

Was haben Sie in Ihren ersten Tagen als Gemeindeoberhaupt vor?

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Zuerst werde ich das Gespräch mit dem Hauptamt suchen, um über die wichtigsten anstehenden Aufgaben im Bilde zu sein. Recht schnell stehen dann auch erste offizielle Termine an – runde Geburtstage und Schuleintritt etwa. Danach wird es losgehen mit Lernen. Ziemlich schnell möchte ich auch die Überarbeitung unseres Internetauftritts angehen. Das soll in diesem Jahr noch fertiggestellt werden und ab der kommenden Saison nutzbar sein.

Wo werden Sie den inhaltlichen Schwerpunkt Ihrer Arbeit setzen?

Ein Schwerpunkt wird klar die Bauhoftechnik. Die Investition in einen neuen Traktor ist aufgrund von Alter und Reparaturrückstau der vorhandenen Technik zwingend. Auch anstehende Straßenbauvorhaben werden uns beschäftigen. Ob die ländlichen Regionen weiterhin in dem gleichen Maß wie bisher gefördert werden, hängt vom Ausgang der Wahl am 1. September ab. Für welche Projekte wir Förderung beantragen können und welche Folgekosten damit einhergehen, muss ich gemeinsam mit dem Gemeinderat erarbeiten.

Wie planen Sie, die Ausgaben der Gemeinde zu reduzieren?

Der wichtigste Ansatz ist das verstärkte Bemühen um Fördermittel. Da können wir sicher mehr herausholen als bislang. Außerdem wünsche ich mir, dass die Vereine die Gemeinde bei der Übernahme kleinerer Projekte unterstützen. Andersherum können auch sie natürlich darauf zählen, dass die Gemeinde ihre Aktivitäten unterstützt. Wenn wir Hand in Hand arbeiten, kommen wir wieder zum schönen Dorf. Mit der Idee bin ich bei den Vereinen, die ich angesprochen habe, auch bislang nicht auf Ablehnung gestoßen.

In Weifa und Ringenhain werden im September neue Ortschaftsräte gewählt. Wie werden Sie die in Ihre Arbeit einbeziehen?

Ich setze natürlich auf enge Zusammenarbeit mit den gewählten Vertretern. Was kann Besseres passieren, als dass die Ortschaftsräte ihre Arbeit gewissenhaft machen? Ich würde auch gern die Bewirtschaftung der Dorfgemeinschaftshäuser in die Obhut der jeweiligen Ortschaftsräte legen.

Wo steht die Beseitigung von Schandflecken wie den Erbgerichten von Ringenhain und Steinigtwolmsdorf auf Ihrer Agenda?

Beides sind Themen, die schwer zu beackern sind. Für das Erbgericht in Ringenhain gibt es zwar viele gute Ideen, aber meinem Kenntnisstand nach ist die Immobilie derzeit noch in Privatbesitz. Damit erübrigt sich jeder Versuch, am derzeitigen Zustand etwas zu ändern. Beim Erbgericht ist die Lage hypothetisch günstiger. Das ist herrenlos und wäre ein Fall für Altengerechtes Wohnen, aber mit einer Million Euro Investition ist noch nicht viel gemacht. Außerdem gibt es finanzielle Altlasten. Hier müsste man einen Investor finden. Letztlich sind diese Themen Mitläufer, die bearbeitet werden müssen.

Wie kann die Gemeinde touristisch besser vermarktet werden?

Das Thema stand in den vergangenen Jahren nicht grundlos hintan. Die Gemeinde hat kaum die personellen Ressourcen, um mit vernünftiger Werbung an die Öffentlichkeit zu gehen. Trotzdem will ich die erneute Mitgliedschaft in der touristischen Gebietsgemeinschaft für uns nutzen, da diese ja bis ins Zittauer Gebirge und in die Tschechei hinein wirbt. Das soll vor allem unserem Freibad zugutekommen. Schon jetzt sind ein Drittel unserer Besucher tschechische Bürger. Da geht bestimmt noch mehr.

Wie wollen Sie Steinigtwolmsdorf für Zuzugswillige attraktiver machen?

Unsere Zugpunkte sind die Schule, der Kindergarten und die Einkaufsmöglichkeiten. Diese Infrastruktur muss dringend erhalten bleiben. Einzelne Eigenheimstandorte können wir noch erschließen. Neue Arbeitsplätze zu schaffen ist indes schwierig. Aber wir können durch entsprechende Losgrößen lokale Unternehmen befähigen, sich auf kommunale Ausschreibungen zu bewerben und sie so unterstützen.

Was erwarten Sie sich von der Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Gemeinderat?

Ich kenne alle Gemeinderäte persönlich. Viele junge Leute sind neu dazugekommen. Einige sind schon länger dabei und können die anderen bei den neuen Abläufen unterstützen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in dieser Konstellation neue Ideen für die Gemeinde erarbeiten und erfolgreich umsetzen können. Ich denke, das wird im Großen und Ganzen gut laufen. Klar ist: Es geht nur gemeinsam.

Gespräch: Franziska Springer

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