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Steinschlag blockiert Kirnitzschtalstraße

Oberhalb des Lichtenhainer Wasserfalls brechen drei Felsbrocken herunter. Nicht das erste Mal.

Von Anja Weber

Die Kirnitzschtalstraße ist im Winter nur noch spärlich befahren. Das dürfte am Montagmorgen vielleicht sogar einigen Autofahrern das Leben gerettet haben. Denn an der Kirnitzschtalstraße hat es einen Felssturz gegeben. Kurz vor der Einmündung der Fahrstraße zum Kuhstall hatten sich die Sandsteine aus dem Massiv auf der linken Seite gelöst und sind abgestürzt.

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Tückisch daran war: Die Steine sind genau in einer Rechtskurve auf die Straße gepoltert und waren für Kraftfahrer aus Richtung Lichtenhainer Mühle nicht zu sehen. Zum Glück gab es keine Schäden. Ein aufmerksamer Kraftfahrer hatte den Steinschlag bemerkt und die Feuerwehr informiert. Die Ottendorfer Kameraden haben den Felsbrocken dann zerlegt und die Steine an den Rand geschoben. Bis zum frühen Morgen musste die Straße wegen der Aufräumarbeiten halbseitig gesperrt werden. Gegen 8.30 Uhr rollte der Verkehr aber wieder ungehindert.

Die Ursachen für den Steinschlag werden noch untersucht. Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge konnte gestern dazu noch keine Aussage treffen.

Sicher ist, dass sich nicht zum ersten Mal Sandsteine aus den Felsmassiven oberhalb der Kirnitzschtalsstraße gelöst haben. Darüber hinaus gerieten an mehreren Stellen Hänge ins Rutschen. Vor allem im regenreichen Sommer 2012 kam es zu mehreren Schlammlawinen und Erdrutschen. Bäume stürzten um und rissen große Steine und Geröll mit sich.

Besonders hart hatte es eine Familie am 22. August 2012 getroffen. Unterhalb der Lichtenhainer Mühle stürzte ein Baum quer über ihr Auto. Damit nicht genug. Ein paar Tage später wurde die Straße erneut durch Schlammmassen verschüttet. Die Erd- und Geröllmassen türmten sich auf einer Länge von etwa 30 Metern im rechten Straßenbereich auf eine Höhe von bis zu 60 Zentimetern auf. Bereits Tage zuvor stürzte eine Schlammlawine im Bereich des Campingplatzes Ostrauer Mühle auf die Straße.

Um wenigstens die Hangrutsche einzudämmen und damit auch Gefahren für Kraftfahrer wie auch Wanderer zu vermeiden, griffen die Forstleute der Nationalparkverwaltung im Sommer 2012 zur Säge. Etwa 25 Bäume wurden in dem betroffenen Abschnitt kontrolliert umgesägt, unter anderem Buchen. Gefällt wurden nicht nur alte und kranke Bäume. Auch gesunde Bäume mussten weichen, deren Wurzeln durch Regen ausgespült waren. In jüngster Zeit allerdings schien Ruhe eingekehrt.

Auf schützende Stahlnetze wie etwa auf der Kreisstraße von Ottendorf ins Kirnitzschtal wurde auf der Straße im Tal bislang verzichtet. Ob sich diese Schutzmaßnahmen jetzt doch noch als notwendig erweisen, bleibt abzuwarten.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Meißen wie auch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie untersuchen solche Absturzstellen. Doch nicht nur vor dem Lichtenhainer Wasserfall haben sich offenbar Steine gelöst. „Es muss ebenfalls geprüft werden, in welchem Umfang sich weitere Steine im Bereich nach der Ostrauer Mühle gelöst haben, da dort neue Ausbruchstellen sichtbar sind“, sagt Martina Fehrmann, Abteilungsleiterin für Straßenbau und Verkehr im Landratsamt. Entlang der Kirnitzschtalstraße könnte es durchaus zu weiteren Felsabbrüchen kommen. Experten sind sich in jedem Fall einig, das schnell wechselnde Wettererscheinungen wie zum Beispiel Frost- und Tauwetter die Auslöser für die Steinschläge sind.