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Nieskys Kosmos-Stele sucht neuen Platz

Die alte EOS ist weg, die Erinnerung an Juri Gagarin steht aber noch. Nun soll sie umgesetzt werden. Dafür braucht es tatkräftige Unterstützung. Und Geld.

Jörg Franke (links) und Hans-Joachim Buchmann vom Verein Freunde des Gymnasiums Niesky wollen die Stele "Aufbruch in den Kosmos" in der Bahnhofstraße erhalten. Doch Sanieren und Umsetzen kostet Geld. Sie setzen auf die Unterstützung der Nieskyer.
Jörg Franke (links) und Hans-Joachim Buchmann vom Verein Freunde des Gymnasiums Niesky wollen die Stele "Aufbruch in den Kosmos" in der Bahnhofstraße erhalten. Doch Sanieren und Umsetzen kostet Geld. Sie setzen auf die Unterstützung der Nieskyer. © André Schulze

Der Volksmund hat sie längst "Eisprung" getauft, in Anspielung an die Kugeln, die in der Stele enthalten sind. Doch eigentlich soll das Kunstwerk mit dem Namen "Der Weg in den Kosmos" an Juri Gagarin erinnern. Wie der erste sowjetische Kosmonaut hieß die Erweiterte Oberschule (EOS), die einst in der Bahnhofstraße stand, inzwischen aber längst abgerissen ist. Die Stele gibt es weiter. Sie soll aber ihren Standort ändern, möglichst in Richtung Gymnasium.

Das jedenfalls ist der Wunsch der Freunde des Gymnasiums, von denen einige noch in der früheren EOS die Schulbank drückten. Und obwohl sie diese Zeit aktiv miterlebt haben, wissen sie nicht viel über den Ursprung des aus Stahl gefertigten Kunstwerkes. "Leider", bedauert Jörg Franke. Der Inhaber der Nieskyer Mohren-Drogerie hat nur etwas übers Material gehört. Korrossionsträger Stahl soll es sein, der mit seiner Rostschicht alles Darunterliegende schützt. Franke ruft deshalb die Einwohner auf, in ihren Erinnerungen zu kramen. "Ich weiß nur, dass es Ende der 1970er Jahre gewesen sein muss, als die Stele vor der Schule aufgestellt wurde", erzählt Zahnarzt Hans-Joachim Buchmann.

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Ein Dresdner Künstler entwirft die Stele

Etwas mehr Licht ins Dunkel bringt da schon ein Schreiben, das Claudia Wieltsch im Nieskyer Museum gefunden hat. Demnach bekam das Bauamt des damaligen Rates des Kreises 1978 mitgeteilt, dass man zur "künstlerischen Ausgestaltung des Volksbildungszentrums an der Bahnhofstraße" dem Dresdner Künstler Klaus Dennhardt einen Auftrag erteilt habe. Der hatte die Kunsthochschule absolviert, später als Dekorationsmaler gearbeitet und schließlich an der Hochschule für bildende Künste studiert. Danach war er als freier Maler und Grafiker aktiv.

Der damaligen Zeit entsprechend sollte das Kunstwerk eine "gesellschaftspolitische Zielstellung" mit "ästhetischen Anforderungen" vereinen: "Die Gestaltung soll einen Bezug zum Weltraumflug herstellen", heißt es dazu im Brief an den Kreis. Zur Art und Technik: "dekorativ-plastische Metallgestaltung, circa sieben Meter hoch." Die Kosten wurden auf etwa 30.000 DDR-Mark festgesetzt.

Gymi-Freunde wollen Fachleute finden

Die Stele nach dem Abriss der alten EOS wieder mehr mit der aktuellen Wissensvermittlung zu verbinden, ist erklärtes Ziel der Freunde des Gymnasiums. In einem ersten Schritt möchten Jörg Franke und Hans-Joachim Buchmann gern wissen, wie das Umsetzen vors Gymi funktionieren kann und wie viel Geld dafür aufgetrieben werden muss. "Wir wollen Fachleute finden, Statiker, Materialexperten. Und natürlich sind wir auch für jede finanzielle Unterstützung dankbar." Fest steht, dass das Kunstwerk repariert werden muss, denn Anfang des Jahres hat ein Sturm eine der Kugeln heruntergerissen.

Wer den Freunden des Nieskyer Gymnasiums helfen möchte, meldet sich telefonisch in der Mohren-Drogerie (03588 201235) oder schreibt eine E-Mail an [email protected].

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