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Stellt Corona den Eissport kalt?

Sport „ja“, Zuschauer „nein“ so lautet das derzeitige Konzept. Nicht alle haben Verständnis für die rigorosen Maßnahmen.

Lucas, Nick, Pepe und Karl (v.l.n.r.)müssen sich in der Gästekabine umziehen, um die Abstandsregelungen erfüllen zu können. Maximal acht Kinder dürfen sich gleichzeitig in den Mannschaftskabinen umkleiden, der Rest muss auf andere Plätze ausweichen.
Lucas, Nick, Pepe und Karl (v.l.n.r.)müssen sich in der Gästekabine umziehen, um die Abstandsregelungen erfüllen zu können. Maximal acht Kinder dürfen sich gleichzeitig in den Mannschaftskabinen umkleiden, der Rest muss auf andere Plätze ausweichen. © Steffen Bistrosch
Rene Käßler (li) und Jens Bolze (re) am Eingangsbereich der Eisarena Weißwasser. Das ist der einzige mögliche Zugang für die zutrittsberechtigten Sportler, Mieter und Angestellten. Obwohl niemand besonders glücklich mit der Situation sein kann, sind alle
Rene Käßler (li) und Jens Bolze (re) am Eingangsbereich der Eisarena Weißwasser. Das ist der einzige mögliche Zugang für die zutrittsberechtigten Sportler, Mieter und Angestellten. Obwohl niemand besonders glücklich mit der Situation sein kann, sind alle © Steffen Bistrosch

Die Kinder leben den Sport, sie lieben ihn“, meint Rene Käßler, Mannschaftsleiter der Knabenmannschaft der Jungfüchse. Weißwasser„Die Identifikation der Eltern, Betreuer mit dem Eishockey in Weißwasser ist riesig“, fügt er hinzu.

Allerdings fehlt ihm ein Stück weit das Verständnis, weshalb das Hygienekonzept so rigoros Zuschauer von der Eisarena fernhält. Wenn sich alle an die allgemein geltenden Vorschriften wie die Desinfektion, Abstandsregeln, Mundschutz halten, sollte das Infektionsrisiko in der großen Halle vergleichbar gering bleiben, so Käßlers Auffassung.
Wenigstens kann sein Sohn Karl jetzt wieder trainieren. Er hofft, dass sich die Situation bald bessert. Mannschaftsbetreuer Jens Bolze schließt sich der Aussage an. Das Konzept sei extrem aufwändig und verlange den Verantwortlichen wie den Kindern eine Menge ab. Die Eltern dürfen die Halle nicht betreten, das ist gerade für die Jüngeren ein Problem. Das korrekte Anziehen der Schutzausrüstung und Schnüren der Schlittschuhe ist nicht so einfach.

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„Ein Stück weit geht ohne die Zuschauer die Motivation verloren“, fügt Jens Bolze hinzu. Für die auswärtigen Angehörigen heißt es nun, stundenlang vor der Halle warten, anstatt den Kindern zuzusehen oder im Fuchsbau einen Imbiss zu sich zu nehmen. Der Aufwand für die Trainer und Verantwortlichen wächst immens.

Enormer Aufwand für den Verein

Nachwuchschef Sebastian Wolsch beschreibt das Konzept, mit dem das Ansteckungsrisiko vermindert werden soll. Eine Vielzahl allgemeiner Hygienemaßnahmen, getrennte Mannschaftsbereiche, Umziehen und Duschen in Kleingruppen und weitere Maßnahmen erfordern deutlich mehr Personal. Verbunden damit sind natürlich höhere Kosten. Er hofft auf eine Regelung, die zumindest einigen Eltern den Zutritt erlaubt. „In Dresden beispielsweise dürfen fünfzig Zuschauer die Spiele besuchen“, sagt er. Das könne heimischen wie angereisten Fans den, wenngleich eingeschränkten, Zutritt erlauben.

Probleme in Zusammenhang mit dem Hygienekonzept sieht er vor allem bei der Laufgruppe und den Kindergärten. Hier gab es bereits die ersten Absagen, da sowohl von den Betreuern als auch von den Kindern das Tragen eines Mundschutzes verpflichtend wird, wenn ein Elternteil beim Umkleiden hilft. Und Hilfe und Zuspruch brachen manche Kinder eben. Das meinen auch Janine, Claudia und Sandra, die vor der Halle auf ihre Schützlinge warten müssen. Dass Eltern bei den Spielen nicht dabei sein dürfen ist für sie schwer zu verstehen. Wenn die Kinder sich über mehrere Kabinen verteilt umziehen müssen, befürchten sie auch Chaos beim Zusammenpacken der Sachen, wenn früher schon mal etwas „verschwunden“ ist, als die Erwachsenen noch drüber gucken durften.

„Die Kinder erfahren Selbstbestätigung bei den Spielen“, sagt Janine. „Und wir wollen bei dem Aufwand, der für alle Beteiligten beim Eishockeysport notwendig ist, natürlich auch die Entwicklung unserer Kinder beobachten.“ Fragen wirft beispielsweise auch die Gestaltung des Glasmacherpokals auf, der in Eigenregie der Eltern gestaltet wurde. Verpflegung, Tombola und andere Aktivitäten abseits von der Eisfläche sind schlichtweg unmöglich. Dann mache das Turnier wohl wenig Sinn, meinen die Mütter etwas ratlos.
Etwas besser sieht es bei den Profis aus. Zum ersten freiwilligen Training erschien der Großteil der Mannschaft. Geschäftsführer Dirk Rohrbach konnte den geplanten Start der DEL 2 am 6. November aus jetziger Sicht bestätigen. Ein Hygienekonzept greift auch im Männerbereich, die Einschränkungen sind etwas geringer als im Nachwuchsbereich, da deutlich weniger Spieler gleichzeitig auf dem Eis sein werden.

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Zuschauer soll und muss es geben, allein schon aus wirtschaftlicher Sicht. Rohrbach ist und bleibt in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Behörden wie Stadtverwaltung, Gesundheitsamt oder Rechtsaufsicht , um eine Zuschauerauslastung im Bereich von 50 bis 75 Prozent zu ermöglichen. Ein ehrgeiziger Plan, der mit erhöhten Aufwand und Kosten zu stemmen sein wird. Personalisierte Tickets, getrennte Zuschauerbereiche, Toiletten- und Verpflegungsstände benennt Rohrbach einige Kernpunkte des Konzepts. Nur die strikte Einhaltung der Maßnahmen ermöglicht den weitestgehend gewohnten Trainings- und Spielbetrieb.

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