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Stema senkt den Hänger ab

Zwischen Busenwundern und schnellen Maschinen sorgen die Großenhainer für Aufsehen auf der Sachsenkrad.

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Von Susanne Plecher

Familie Liebscher ist extra aus Freital angereist. Die Eheleute sind beide Motorradfahrer und suchen gezielt nach einem Hänger, mit dem sie ihre Bikes transportieren können. „Wir wollen damit in den Urlaub fahren, Frankreich, Italien“, sagt Gabi Liebscher. Der Großteil der Strecke soll mit dem Auto bestritten werden, nur vor Ort wollen die Freitaler auch mit dem Motorrad mobil sein. Sie haben sich Gedanken gemacht und wissen, was sie suchen. Auf der Sachsenkrad in Dresden steuern sie zielstrebig den Stand der Stema an.

Das Großenhainer Unternehmen präsentiert sich bereits zum dritten Mal auf der regionalen Motorradmesse. Zwar lasse sich ein direkter Erfolg nicht in Verkaufszahlen messen. Aber „wenn man sich nicht zeigt, wird man nicht gesehen“, sagt Geschäftsführer Michael Jursch. Gesehen werden aber will er, und die Produkte des Metallleichtbauunternehmens ziehen durchaus Neugierige an. Sogar die beiden langen Blondinen in Sheriff-Uniform, die mit Schlagstock aber unschlagbarem Dekolleté über die Messe schlendern, lassen ihre Blicke über den Stand schweifen. Viele Motorradfans bleiben stehen, lassen sich zeigen, wie der vollhydraulisch absenkbare Motorradtransporter (WOM) funktioniert, nehmen Prospekte mit. Manche fragen nach, wie das nun ist mit der Verzurrung und was mit dem Nummernschild passiert, wenn sich die Rampe absenkt. Einige suchen das Beratungsgespräch, erfragen Nutzgrößen, Gewichtsklassen, Lademaße.

Jursch steht voll hinter den Stema-Produkten. „Wir sind die Besten – und das wird uns auch immer wieder bestätigt“, sagt er selbstbewusst. Wer das bleiben will, darf nicht rasten. Deshalb hat das Unternehmen einen neuen Motorradanhänger entwickelt. Die Sachsenkrad ist die erste Messe, auf der es ihn zeigt. „Die Leute hier wollen einen wendigen Anhänger mit hervorragender Straßenlage für ein bis zwei Motorräder“, so Jursch. Der Vorgänger, der vor zwei Jahren auf den Markt kam, findet zwar unerwartet hohen Absatz in den alten Bundesländern. Aber für den Osten ist er zu groß. „Er ist konzipiert für die großen Harleys oder die Honda Goldwing“, sagt Thomas Nitzsche. „Das fahren hier nicht viele.“ Der Leiter der Großenhainer Filiale weiß, was die Leute wollen: „Einen Allrounder, etwas, womit sie sowohl Motorrad als auch Gartenabfälle transportieren können“, sagt er. Nitzsche hatte an allen drei Tagen Messedienst. Sein Fazit ist durchweg positiv. Das Stema-Team, so der Weinböhlaer, hatte alle Hände voll zu tun. „Es gab viele konkrete Nachfragen nach Kaufangeboten und Vermietung“, sagt er zufrieden. „Unsere Anhänger rufen großes Interesse hervor.“

Wandelbar und vielfältig

Für potenzielle Kunden wie die Liebschers aus Freital ist eine Messe ideal. Frank Liebscher hat sogar Messband und Notizbuch dabei. Seine Frau und er nutzen das Beratungsangebot und klären alle Fragen, die für sie kaufrelevant sind. Dass das Unternehmen in Großenhain ansässig ist und hier produziert, ist für sie ein Pluspunkt. Mehr punktet jedoch die Wandelbarkeit der Stema-Produkte, ihre vielfältige Einsetzbarkeit.

Die Sachsenkrad, die 2013 immerhin 19000 Besucher hatte, war der Messeauftakt für die Großenhainer. Weitere, größere Motorradmessen folgen im März in Dortmund und im September in Köln. Auch dort wird sich die Stema präsentieren. Auch deshalb ist der Anhängerhersteller auf Erfolgskurs. Geschäftsführer Jursch berichtet von zweistelligen Zuwachsraten. 2013 hat das Unternehmen sogar 34 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahr. Abgesehen von Pferdeanhängern, die die Metallleichtbaufirma noch nicht produziert, ist die Stema inzwischen zum Vollsortimenter geworden. Und sie will ihr Angebot erweitern. Ein Baumaschinentransporter soll im Februar dazukommen, 2015 der größte WOM folgen. Der dürfte für die Liebschers jedoch zu spät kommen. Sie wollen noch im Frühjahr zuschlagen, schließlich geht es im Juli in den Urlaub.