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Stempeln war gestern

Die Arnsdorfer haben in ihre Gemeindebibliothek investiert. Denn bei einer Sache wollten sie nicht mehr hinterherhinken.

Von Sylvia Gebauer

In Arnsdorf ist eine neue Zeit angebrochen. Bibliothekschefin Edda Hirche ist froh darüber. In Sachen Digitalisierung hat die Gemeindebibliothek aufgeholt. Gleichgezogen mit den anderen Ausleihstellen im Rödertal. Keine Angst, Bücher gibt es hier nach wie vor. Was wäre schließlich eine Bibliothek ohne die gedruckten Werke? Richtig, nichts. Doch wer jetzt in eben jene Bücher der Arnsdorfer Bibliothek sieht, bemerkt die Veränderung.

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Hinten waren sie immer zu finden. Meist waren die Zettel beige, grau oder weiß. Je voller sie waren, desto beliebter war das Buch. Grund: Schließlich war darauf das Rückgabedatum zu finden. Wer ein Buch gefunden hat, ging bisher zur Arnsdorfer Bibliothekschefin. Edda Hirche schlug das Buch auf, nahm einen Stempel – mit dem eingestellten Rückgabedatum – in die Hand. Und schon war eine Spalte auf dem Zettel gefüllt. Das Buch quasi um einen Leser reicher. Anschließend noch ein Vermerk in der Kartei. Schließlich muss die Bibliothekschefin auch wissen, wer welches Buch bis wann ausgeliehen hat. Sonst ist die Bibliothek irgendwann leer. Doch seit einigen Wochen haben die Zettel ausgedient. In Arnsdorf heißt es jetzt: Stempeln war gestern. Dafür hatte die Gemeinde ein Projekt gestartet.

Wie heißt es doch so schön, wer suchet, der findet. Damit die Suche nach einem Buch, einem Spiel oder einer DVD leichter wird, investierten die Arnsdorfer. Einen Drucker, einen Computer und viele Zettel waren notwendig. Zudem noch jemand, der dieses Digitalisierungsprojekt durchführt. Mit der Bürgerarbeiterin Claudia Petrick hatten die Arnsdorfer jemanden eingestellt. Seit Mai 2011 widmete sie sich 30 Stunden pro Woche dem Ganzen. Jedes einzelne Buch, jedes Spiel, jede DVD und die vielen anderen Medien gingen durch ihre Hände. Ziel: Statt dem Zettel für die Stempel ist künftig ein Stichcode auf der Rückseite oder im Buch zu finden. Auf jedem der 14  000 Medien der Arnsdorfer Bibliothek. Bis Anfang des Jahres hatte die Bürgerarbeiterin zu tun. Nach den ganzen Medien mussten noch die Benutzer erfasst werden. Schließlich bekommt jeder jetzt eine Quittung von seinem Besuch in der Bibliothek ausgedruckt. Vorausgesetzt man nimmt auch etwas mit. Denn auf diesem neuen Zettel sind der Titel des Buches und das Rückgabedatum vermerkt. Am Kühlschrank oder an die Pinnwand passt er hin, so haben die Arnsdorfer das Ganze jetzt immer im Blick. Sie müssen nicht mehr erst auf den Zettel im Buch schauen. Das Projekt ist beendet. Arnsdorfs Bibliothek ist jetzt digital. Ein weiterer Vorteil für die Benutzer: „Unsere Leser können am Computer jetzt unseren gesamten Bestand durchsuchen“, freut sich Bibliothekschefin Edda Hirche. Viel gibt es hier ja zu entdecken. Denn die Bibliothek hat allein knapp 600 DVDs in ihrem Bestand. Der Zettelkatalog, das bisherige Gedächtnis der Arnsdorfer Bücherei, hat ausgedient. Ins Archiv ist er verschwunden.

Eines wird sicherlich weiterhin so bleiben. Dinosaurier und die Titanic sind bei den Arnsdorfer Kindern der Renner. Regelmäßig besuchen Grundschüler und die Kitakinder die Einrichtung in der Plattenbauschule. Bei ihrem Einführungsvortrag spricht Edda Hirche nun eben darüber, wie so eine digitale Bibliothek mit elektronischer Suche funktioniert und wozu der Strichcode auf den Büchern da ist.