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Steuer fährt Achterbahn

Finanzen. Mit einer Ausnahme erwarten die Kommunen im Landkreis 2006 gute Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

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Von Franz Herz

Gewerbesteuer, die kommt und geht, so schnell können sie als Kämmerin gar nicht schauen“, sagt Simone Schulz, die in der Stadt Tharandt für die Finanzen verantwortlich ist. Es ist wie eine Fahrt in der Achterbahn, es kann schnell hoch und wieder tief runter gehen. Glashütte, Reinhardtsgrimma und Höckendorf sind Beispiele, wo dieses Jahr überraschend viel Gewerbesteuer kommt. Im unteren Kreisgebiet erwarten die Städte und Gemeinden meist etwas mehr, als sie für dieses Jahr geplant haben. Insgesamt zeigt sich ein positives Bild im Weißeritzkreis.

Schmiedeberg ist die einzige Ausnahme. Hier fällt dieses Jahr über ein Drittel der geplanten Summe aus. „Das war wie ein Schuss aus dem Hinterhalt. Wir müssen Steuereinnahmen zurückzahlen, die wir schon bekommen haben. Das wird nächstes Jahr noch einmal in ähnlicher Höhe kommen“, sagt Kämmerin Barbara Rademacher. „Aber da wissen wir vorher, was uns erwartet, und werden nicht so kalt überrascht wie dieses Jahr.“

Solche Schwankungen sind bei der Gewerbesteuer immer möglich. „Da muss man vorsichtig planen“, sagt Inge Nestler aus dem Büro des Freitaler Oberbürgermeisters. So ist auch die Freude von Julienne Döring verhalten. Die Kämmerin von Reinhardtsgrimma verbuchte bereits zum Halbjahr das Doppelte der Einnahmen, die fürs ganze Jahr geplant waren. „Aber der Großteil davon sind Vorauszahlungen. Wir wissen nie, ob wir nicht vom Finanzamt einen Bescheid über eine Rückzahlung bekommen.“

Trotz dieser Risiken ist die Gewerbesteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen für viele Städte und Gemeinden. 14,9 Millionen Euro brachte sie im gesamten Weißeritzkreis 2004 ein, rund ein Drittel mehr als beispielsweise die Grundsteuer.

Höckendorf verzeichnet ebenfalls deutliche Mehreinnahmen. „Wir haben Firmen, die schon länger bei uns ansässig sind und jetzt zum ersten Mal Gewerbesteuer bezahlen“, sagt Carlo Schütze, Verwaltungsleiter in Höckendorf.

Glashütte hat eine Ausnahmestellung dank der Uhrenindustrie. Aber hier zeigt sich auch die Kehrseite von guten Steuereinnahmen. „Wir bekommen keine Schlüsselzuweisung mehr vom Freistaat“, sagt Bürgermeister Frank Reichel (CDU). Die Steuerkraft der Stadt ist so groß, dass sie auf diese Hilfe des Freistaats verzichten kann. Einen Teil ihrer Einnahmen muss sie auch über die Gewerbesteuerumlage weitergeben.

Hans-Jochen Büttner trägt mit seinem Sanitärbetrieb im Ortsteil Schlottwitz zu diesen guten Steuereinnahmen bei. Er sagt: „Steuern zahlen schmerzt natürlich immer. Aber wenn ein Betrieb an einem starken Gewerbestandort ansässig ist wie Glashütte, dann kommt ihm das auch wieder zugute.“