SZ +
Merken

Stöpsel-Hermann ist auch dabei

In den Dittersbacher Heimatstuben im Ortschaftszentrum „Alte Schule“ wurde Donnerstag eine Dauerausstellung zur Geschichte des Dorfes eröffnet. Den Hauptanteil daran hat Ortschronist Klaus Wappler.

Teilen
Folgen

Von Angelika Dornich

Schon – er sagt „leider erst“ – seit 20 Jahren beschäftigt sich der Landwirt Klaus Wappler mit der Ortsgeschichte. „Doch wenn wir das Heimatfest nicht gehabt hätten, wäre es wohl auch nicht zu der Ausstellung gekommen.“ Zum 725-jährigen Ortsjubiläum im Jahre 1986 wurde nämlich der Grundstock dafür gelegt. Damals wurden bereits verschiedene Gegenstände, Dokumente und Fotos gesammelt und zur Schau gestellt. „Vieles haben die Leute dann gleich der Gemeinde überlassen“, erzählt Wappler, der in der Gruppe zur Festvorbereitung mitwirkte. „Seitdem lässt mich das auch nicht mehr los.“

Die Sachen wurden erst im alten LPG-Büro gelagert und dann auf Wapplers Heuboden. Im vergangenen Jahr ergaben sich dann zwei glückliche Umstände. Zum einen ging der Landwirt in Rente. Zum anderen hatte der Dittersbacher Ortschaftsrat bewirkt, dass die bereits seit 1999 geschlossene Schule, nachdem 2002 auch der Hort aufgelöst wurde, Ortschaftszentrum wird. „Dadurch konnten wir im Dachgeschoss, in der ehemaligen Hausmeisterwohnung, ein Archiv einrichten und ein Vereinszimmer“, erklärt Wappler. Mit „wir“ ist der 1992 gegründete Heimatverein gemeint, der sich der Pflege des heimatlichen Brauchtums, der Organisation von Wanderungen und der Heimatgeschichte widmet. Und in der ersten Etage wird in den Dittersbacher Heimatstuben die Dauerausstellung aufgebaut.

Seit anderthalb Jahren hat Rentner Klaus Wappler so eine Ganztags-Freizeitbeschäftigung. Mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern und anderen Dorfbewohnern legte er zunächst akribisch das Archiv an. „Im Winter haben wir dann alte Möbel wieder zusammengesetzt“, erzählt er. Und mühsam aufgearbeitet. Zum Beispiel bereits auseinander gefallene und von Holzwürmern durchlöcherte Bauernschränke. Die sind nun in der Weberstube im ersten Ausstellungsraum zu sehen. Daneben ist eine Schulstube eingerichtet, in der auch die Entwicklung von Kindergarten, Krippe und Hort integriert ist.

Im zweiten Raum ist die Entwicklung des Dorfes von der Klosterherrschaft bis zur Eingemeindung in die Stadt Bernstadt dargestellt. Hier erfährt man auch Interessantes von früher ansässigen Handwerkern, Händlern und kleinen Unternehmen, wie beispielsweise der Limonadenfabrik, Stöpsel-Hermann und Gurken-Böhmer. Oder vom geselligen Leben, zu dem der Großmütterchenverein zählte.

Die Ausstellung ist aber noch nicht fertig. Ein dritter Raum soll dem größten Gebiet der Ortsgeschichte, der Landwirtschaft, gewidmet werden. „Trotzdem wollen wir den Einwohnern schon jetzt und anlässlich der Dittersbacher Kirmesfeier einen Einblick geben. Vielleicht wird der eine oder andere dadurch angeregt, bei sich zu Hause nach historischen Dokumenten, Bildern oder Gegenständen zu kramen“, erklärt Wappler.

Die Ausstellung kann vorerst diesen Sonnabend von 9 bis 12 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr und am 2. November von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Anmeldungen für Gruppen unter 035823/8 68 43 oder 035823/8 64 12.