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45 junge Störche tragen jetzt Ringe

Mit der Aktion der Naturschutzstation erfolgt zugleich eine Bestandsaufnahme. Die Zahl der Störche bleibt stabil.

Stefan Siegel von der Naturschutzstation Neschwitz beringte 45 Jungstörche bei einer Nestertour am Freitag, organisiert von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz.
Stefan Siegel von der Naturschutzstation Neschwitz beringte 45 Jungstörche bei einer Nestertour am Freitag, organisiert von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz. © Bernhard Donke

Die Oberlausitz braucht sich keine Sorgen um den Storchennachwuchs zu machen. Zu dieser Erkenntnis kommt Wilfried Spank. Er ist ehrenamtlicher Ornithologe und nimmt als Fachmann an der jährlichen Beringung der Jungstörche im Bereich der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz mit Sitz in Förstgen teil.  

Insgesamt weisen die Jungstörche einen guten gesundheitlichen und Ernährungs-Zustand auf. Zudem ist ihre Zahl über die Jahre stabil geblieben, urteilt der Ornithologe. Zusammen mit "Beringer" Stefan Siegel von der Naturschutzstation Neschwitz und Naturfreunden aus Förstgen fuhr Wilfried Spank am Freitag 16 bewohnte Storchennester ab. Unterstützung bekamen sie von Roland Jäkel. Seine Firma Lift Manager stellte eine Hebebühne kostenlos für die 100 Kilometer umfassende Tour zur Verfügung. Die Standorte der Nester sind vorwiegend im Kreis Bautzen und Hoyerswerda. Begonnen hat die Tour am Morgen, 7 Uhr, in Ober Prauske in der Gemeinde Hohen Dubrau. 

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Augenmerk auf den Zustand der Nester

Diese 16 Nester werden jedes Jahr kontrolliert. Nicht nur was ihre Besatzung betrifft, sondern auch den Zustand der Pfahlbauten. Denn der Mensch hat den Störchen zunehmend auf ausgedienten Strommasten eine Plattform zum Nestbau errichtet. Das Störche auf Dächern brüten, kommt weitaus weniger vor als noch vor Jahrzehnten. Wichtig ist, so Spank, nachzuschauen, dass keine Fremdkörper wie Drähte im Nest verbaut sind. Die könnten den Jungstörchen zum tödlichen Verhängnis werden. Auch Plastikfolie wird entfernt. Sie hält das Regenwasser im Nest und unterkühlt den Nachwuchs. 

Die dabei gewonnenen Daten werden in der Vogelwarte Hiddensee für ein Weißstorchenprojekt erfasst. Das wird vom Institut für Zoologie an der Universität Greifswald durchführt. Bei der Kontrolle der Nester zeigte sich, dass zwei Storchenpaare Vierlinge zu versorgen haben. Vierlinge kommen relativ selten vor, auch, dass alle vier Jungtiere überleben. Denn es wird dann ziemlich eng im Nest und Futter wird reichlich gebraucht. Im vergangenen Jahr zählte der 61-jährige Ornithologe sogar vier Storchenpaare mit Vierlingen unter sich.  

Da die Naturfreunde nicht ständig die Nester unter Beobachtung haben, sind sie für Hinweise von den Anwohnern dankbar, wenn die Nester Mängel zeigen oder gar tote Jungtiere am Erdboden liegen. Auf ihrer diesjährigen Nestertour hatten Stefan Siegel und Wilfried Spank keine toten Tiere festgestellt.

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