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Störche nisten auf heißen Schornsteinen

Das muss für die Tiere keine Gefahr sein. Besitzer sollten die Naturschutzbehörde einschalten.

Von Anja Hecking

Reichenbach/Schöpstal. In diesem Jahr hat sich erstmals nach Längerem wieder ein Storchenpaar auf dem Schornstein der Gärtnerei Zimmermann in Reichenbach eingerichtet. Das freut viele Einwohner, hat aber einige auch etwas aufgeschreckt. Denn vom Nestbau ließen sich die Tiere selbst dann nicht abbringen, als Bernd Zimmermann vor wenigen Tagen doch noch einmal seine Gewächshäuser beheizen musste. Sonst hätten die Pflanzen Schaden genommen. Die Tiere sahen sich vom Feuern auch gar nicht gestört und setzten den Nestbau fort.

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Vorsichtshalber hatte Bernd Zimmermann auch schon die untere Naturschutzbehörde im Landkreis Görlitz eingeschaltet. Er wollte weder den Störchen schaden noch seine Pflanzen gefährden. Seitdem steht die Behörde mit ihm im engen Kontakt. Eine Mitarbeiterin hat sich alles vor Ort angesehen. Denn aus naturschutzrechtlicher Sicht ist es grundsätzlich verboten, die streng geschützten Weißstörche zu verletzen oder ihre Eier samt Nest zu zerstören. Weil der Bestand der Weißstörche in unserer Region zurückgeht, wird strengstens darauf geachtet, dass niemand gegen dieses Verbot verstößt. In Ausnahmefällen kann die Naturschutzbehörde davon befreien, wie das Landratsamt mitteilt. Allerdings wird dann meistens auch ein Ersatz für so ein Nest gefordert. Bei Zimmermanns in Reichenbach hatten die Störche zum Zeitpunkt des Heizens noch keine Eier im Nest abgelegt. Da zu erwarten ist, dass die Tiere ihr Nest immer wieder annehmen und erweitern, besteht nun allerdings die Gefahr, dass der Schornstein der Gärtnerei durch das Nistmaterial verstopft wird. Hier muss nun eine Lösung her. Nach Beendigung der Brutsaison will die Naturschutzbehörde deshalb mit der Gärtnerei Schritte prüfen. Es steht außer Frage, dass Bernd Zimmermann den Schornstein auch weiterhin nutzen muss. Andererseits soll aber auch der Nistplatz erhalten bleiben.

Da läuft das mit den Ebersbacher Störchen doch alles einfacher ab. Sie haben sich zwar gänzlich von ihrem alten Platz auf einem Mast verabschiedet. Dort waren die Jungtiere 2013 durch Kälte und Nässe gestorben. Anscheinend haben die Störche ihr altes Nest nicht mehr angenommen. Aber der kleinere Schornstein des Agrarbetriebes gegenüber vom Schloss, wo sie jetzt ihr Nest gebaut haben, wird nicht mehr genutzt. Grundsätzlich empfiehlt es sich für Grundstückseigentümer immer, sich schnellstmöglich mit der Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen, wenn sich Störche einen fraglichen Nistplatz suchen.