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Radebeul

Zwei Störche fürs Wildgehege

In der leerstehenden früheren Anlage des Weißen Rotwildes wird gearbeitet. Dort sollen bald neue Bewohner einziehen.

Symbolbild: Zwei Weißstörche, die nicht mehr ausgewildert werden können, werden vielleicht bald von Riesa nach Moritzburg umziehen. Vorher gibt es aber noch einiges zu tun.
Symbolbild: Zwei Weißstörche, die nicht mehr ausgewildert werden können, werden vielleicht bald von Riesa nach Moritzburg umziehen. Vorher gibt es aber noch einiges zu tun. © Claudia Hübschmann

Moritzburg. In den vergangenen Wochen hat sich im Wildgehege in Moritzburg einiges getan. Auch wenn die eigentlich schon für den Herbst 2018 angekündigte neue Wildkatzenanlage noch immer nicht fertiggestellt ist. Dafür gibt es seit Ostern bei den Ziegen nun endlich ein Streichelgehege, das von den jungen Besuchern der zum Sachsenforst gehörenden Einrichtung auch reichlich genutzt wird.

Zwischen der Wildschweinanlage, wo es derzeit Frischlinge zu beobachten gibt, und dem im Vorjahr beim Rotwild gebauten Spielplatz wurde zudem ein neuer Weg geschaffen. Quer durch den von Sturm Friederike gelichteten Wald. Nicht breit ausgebaut und befestigt, wie die anderen, sondern ein natürlicher Waldweg. „Das soll unser ,Baum-des-Jahres-Weg‘ werden“, sagt Ronald Ennersch, der Leiter des Wildgeheges. Schon vorhandene Bäume der vergangenen Jahre werden beschriftet, weitere gegebenenfalls neu gepflanzt.

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Der Weg führt auch an der Fläche vorbei, wo sich bis zum vergangenen Jahr das Gehege der Nutrias befand. Dieses war schon durch die Stürme beschädigt worden. Nun hat es Ronald Ennersch ganz zurückbauen lassen. „Hier wollen wir Samen in den Boden einbringen, sodass ein kleiner Wildacker entsteht.“ Die dort wachsenden Pflanzen sollen dann gleich als Futter verwendet werden.

Etwas umgebaut wurde die Waschbärenanlage. Die darin wachsenden Bäume sind so stark gekürzt, dass sie sich nun nicht mehr für Fluchversuche der pelzigen Gesellen eignen. Da Waschbären eigentlich nachtaktiv sind, haben die Besucher sie meist nur schlafend, zu Gesicht bekommen. Darum werden die possierlichen Tiere jetzt regelmäßig am Nachmittag gefüttert. So sollen sie auch in Aktion erlebbar sein.

Begonnen haben jetzt auch Arbeiten im früheren Gehege des Weißen Rotwildes. Das war für die Zahl der Tiere zu klein geworden, außerdem ist ein Teil der Fläche witterungsabhängig sehr nass. Zuletzt waren dort zwei mit der Hand aufgezogene Rehböcke untergebracht. 

Nun sollen dort neue Bewohner einziehen, weswegen bereits gesägt und gehämmert wird. „Aus dem Tierpark Riesa wollen wir zwei Störche nach Moritzburg holen“, verrät der Wildgehegeleiter. Für diese muss aber zunächst eine Behausung gebaut werden, in der die Vögel die Nacht verbringen können. „Diese muss vor allem fuchssicher sein“, sagt Ronald Ennersch.

Gerhard Herrmann, der Leiter des Riesaer Tierparks, erklärt auf Nachfrage, was es mit den beiden Weißstörchen auf sich hat. „Das sind verletzte Tiere, die nicht ausgewildert werden können. Der eine ist mit einer Flügelfraktur zu uns gebracht worden, der andere ist auf einem Auge blind.“ Das sei für den Storch ein großes Handicap, weil er dadurch Koordinationsprobleme hat. 

Da es in Riesa auch noch ein Brutpaar gibt, ist der Platz dort eng und man wäre froh, die Tiere nach Moritzburg geben zu können. „Dem muss aber die Untere Naturschatzbehörde zustimmen“, so Gerhard Herrmann. „Mit der UNB und dem Veterinäramt bin ich parallel zu den baulichen Vorbereitungen im Gespräch“, sagt der Moritzburger Leiter.

Neben den Störchen sollen in die Anlage auch noch vierbeinige Bewohner einziehen und sich um die Pflege des Areals kümmern – Skudden. Das sind die kleinsten deutschen Schafe. Sie gehören zu den gefährdeten Nutztierrassen und stehen so auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

 „Wir werden den Züchter in den nächsten Tagen besuchen.“ Dann soll sich auch entscheiden, wie viele Schafe nach Moritzburg kommen. Geplant sind zwei bis vier.