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Droht Stolpener Highlight das Aus?

Zum Tag des offenen Denkmals setzt Stolpen für gewöhnlich seine Basaltkeller in Szene. Ob das auch zu Zeiten der Corona-Epidemie geht?

Auch draußen kann man in Stolpen Basalt gucken. Doch spannender wird es untertage.
Auch draußen kann man in Stolpen Basalt gucken. Doch spannender wird es untertage. © Steffen Unger

Der Stolpener Geologe Thomas Scholle organisiert seit vielen Jahren den Tag des offenen Denkmals. Über 20 Stationen können Besucher an so einem Tag sehen und so auf den Spuren von Stolpens Geschichte wandeln. Besonders interessant wird es  in Stolpens Unterwelt, in den mitunter mehrstöckigen Basaltkellern. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Das geplante Stadtfest im Juni wurde bereits abgesagt. Und auch Thomas Scholle ist noch etwas unsicher, was aus dem Denkmalstag wird. Vorbereitet hat er schon einiges. "Ich muss wie viele andere ehrenamtliche Organisatoren sicher zunächst abwarten, wie sich die Situation entwickelt und welche Richtlinien im September gelten werden", sagt er. Heißt, er will den Höhepunkt in Stolpens noch nicht definitiv absagen.  

Geologe Thomas Scholle bereitet seit vielen Jahren den Tag des offenen Denkmales in Stolpen vor. Doch Corona wirbelt einiges durcheinander.
Geologe Thomas Scholle bereitet seit vielen Jahren den Tag des offenen Denkmales in Stolpen vor. Doch Corona wirbelt einiges durcheinander. © Archiv/SZ

Er gehe aber davon aus, dass das Abstandsgebot im September 2020 noch nicht aufgehoben sei. "Selbst mit gutem Willen und mit selbst genähten Nase-Mund-Schutz-Masken sind Besuche in den historischen Basaltgewölbekellern kaum denkbar", sagt der Experte. Und er begründet, warum das so ist. Zum Beispiel sind auch bei den größeren Kellern wie dem Rathauskeller die Zugänge  sehr eng. Hier kommen sich Besucher sehr nahe.  Einige Keller sind klein und können kaum belüftet werden.  Die Besitzer müssten den Zugang regeln, was bei dem erwartet großem Andrang illusorisch ist. Darüber hinaus haben einige Hauseigentümer bereits signalisiert, dass sie in diesem Jahr aus Angst vor Ansteckung nicht mitmachen wollen, da sie zur Altersgruppe 65+ gehören.  Führungen in kleinen Gruppen in den Kellern scheiden ebenfalls aus.  Geplante 3D-Vorführungen seien ebenfalls kaum möglich, weil diese in dunklen Innenräumen stattfinden müssten. Damit würde es wohl doch das Aus für den diesjährigen Tag des offenen Denkmals in Stolpen bedeuten. 

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Die digitale Alternative

So leicht will Thomas Scholle nicht aufgeben. Er denkt derzeit über eine Notlösung für dieses Jahr nach. Dazu gebe es zwei Varianten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schlägt für dieses Jahr digitale oder virtuelle Formate wie eine eigene Internetseite, online-Fotostrecken, virtuelle Rundgänge, Fotos, Vorträge sowie andere digitale Formate vor. Möglich und nachhaltig wäre aus seiner Sicht ein virtueller „Rundgang durch Stolpens Denkmale“. Hierzu seien, so Thomas Scholle, Fotos oder Videos notwendig, die die Stationsbetreiber zur Verfügung stellen müssten. Texte zu den Stationen sind, soweit noch nicht vorhanden, ebenfalls erwünscht. Der Vorteil wäre, dieser Rundgang stünde nicht nur zum Tag des offenen Denkmals zur Verfügung, sondern dauerhaft auf den Internetseiten der Stadt und des Gewerbevereins. "Diese Möglichkeit prüfen wir zur Zeit hinsichtlich der technischen Machbarkeit, der personellen Kapazitäten und der Finanzierung", sagt Thomas Scholle.

Eine zweite Variante könnte ausschließlich Stationen umfassen, die sich im Freien befinden, bei denen keine „Stationsöffner“ anwesend sind und an denen das Abstandsgebot eingehalten werden kann. Auch hierzu gibt es in Stolpen Möglichkeiten wie zum Beispiel wie die Steinkreuze, die Abdeckgrube, Basaltmauern, die Wasserleitung oder andere Denkmale, architektonische Besonderheiten wie die Villen oder der Vorgänger der Stadt namens Jockrim.

Eine große Unbekannte ist, ob der Stolpener Naturmarkt stattfindet. Traditionell fallen beide Höhepunkte auf das gleiche Wochenende. Wenn es einen Natur- und Bauernmarkt auch in einer verkleinerten Struktur oder in einem neuen Format geben sollte, dann könne auch relativ kurzfristig ein abgespeckter Tag des offenen Denkmales in Stolpen organisiert werden, ist sich Thomas Scholle sicher. Eine Schlussfolgerung aus den Ereignissen der letzten Woche hat er gezogen: "Ich gehe davon aus, dass wir den Denkmalstag noch stärker digitalisieren müssen. Dieses sollte aber kein Problem sein, denn die meisten Besucher hatten in den letzten Jahren bereits die Stationstexte auf dem Smartphone oder als Ausdruck dabei", sagt er. Und so außergewöhnlich die derzeitige Situation sei, solle man einen positiven Blick in die Zukunft wagen. 

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