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Stolpen steht unter Kontrolle

Im Sommer will die Uni Leipzig ein erstes Resümee über die touristische Entwicklung der Burgstadt ziehen.

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Von Anja Weber

Ein neues Tourismusprojekt ist jetzt in Stolpen gestartet. Die Stadt lässt in den nächsten Monaten die touristische Entwicklung freiwillig kontrollieren.

Initiator des Projektes ist ein Team der Uni in Leipzig. Das untersucht jetzt in mehreren Städten Sachsens, ob diese den Tourismus nur stiefmütterlich behandeln oder ihm ausreichend Bedeutung beimessen. So soll zum Beispiel ermittelt werden, wie viel Geld Stolpen für den Tourismus einsetzen muss, um eine effektive Werbung nach außen betreiben zu können. Ziel des Projektes sei es, ein „System der Finanzierung touristischer Aufgaben“ zu finden, sagt die Uni. Stolpen hatte sich über den Auftraggeber, den Landestourismusverband, beworben und wurde als Referenzobjekt ausgewählt. Die Auftaktveranstaltung hat jetzt in Leipzig stattgefunden. Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) und Tourismuschefin Annett Immel durften schon einmal einen Blick in den derzeit zehn Seiten umfassenden Fragekatalog der Uni werfen.

Den Katalog, der ein Bestandteil der Untersuchung ist, werden die Stolpener in den nächsten Wochen beantworten müssen. Das sei viel Arbeit, sagt der Bürgermeister. Aber die Stadt erhoffe sich aus dem Projekt zum Beispiel auch Verbesserungsvorschläge, die Stolpen in der Praxis anwenden könne. Außerdem möchte man die Ergebnisse nutzen, um sich mit ähnlichen Städten in Westdeutschland vergleichen zu können.

Um am Ende brauchbare Aussagen auf dem Tisch zu haben, wird der Fragenkatalog für Stolpen noch erweitert. Geht es zum Beispiel um die Ausgaben für den Tourismus, so müssten auch die von der Burg Stolpen eingeplanten Finanzen mit eingerechnet werden, sagt Uwe Steglich. „Die Zusammenarbeit mit der Burg war nicht berücksichtigt. Aber für uns ist sie ganz wichtig.“ Der Fragenkatalog wird jetzt von den Projektbetreuern in Leipzig überarbeitet und der Stadt Stolpen in den nächsten Tagen zugesandt.

Das Team der Uni wird aber nicht nur vom grünen Tisch aus über die touristische Entwicklung Stolpens richten. Die Mitarbeiter werden auch mehrere Tage lang die Stadt besuchen, um sich vor Ort ein Bild machen zu können. Außerdem werden sie auch mit verschiedenen Tourismusanbietern sprechen. Die ersten Ergebnisse des Projektes sollen dann im Sommer in Stolpen präsentiert werden.