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Stolpener erzählt schaurige Geschichten

Das Buch von Matthias Stark aus ist nichts für schwache Nerven. Das Titelbild ist derzeit im Original zu sehen.

Von Heike Wendt

Krasser könnte der Gegensatz kaum sein. Vor knapp einem Jahr stellten Gudrun und Matthias Stark aus Stolpen im Lohmener Schloss ihr Buch „Sommerwind und Kranichruf“ vor. Geschichten von faszinierenden Tiererlebnissen – wie 15 Eichhörnchen gerettet werden konnten und warum das Paar mitten in der Nacht für Beobachtungen aufsteht – sind in diesem zu lesen.

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Jetzt ist ein weiteres Werk von Matthias Stark gedruckt geworden. Wer leichte Lektüre erwartet, wird enttäuscht. Dreimal drei beunruhigende Geschichten, steht im Untertitel. „Einige davon sind im letzten Urlaub entstanden, als es regnete“, erzählt der Autor. Den verbrachte die Familie mitten im Wald in einem einsamen Försterhaus – mit viel Zeit zum Sinnieren über das Leben.

Die Verbindung der Geschichten über handelnde Personen wird auf den zweiten Blick deutlich und lässt die Gedanken des Lesers ausschweifen. Zum Beispiel darüber, wie es wäre, seinem viel älteren Ich zu begegnen. Ein junger Schriftsteller, der seinen ersten Erfolg feiert, begegnet ihm, ist verwirrt über das ältere Ich, das schon weiß, wie das Leben weitergeht und Ratschläge erteilt. Und zur Erkenntnis kommt, dass Erfolg einsam und blind macht. Doch dass alles mit ihm zusammenhänge, bezweifelt er. Unmerklich führt der Autor seine Leser von der Realität in eine Fantasiewelt. Und bringt sie wieder zurück.

Wie in der Geschichte „Kurzer Aufenthalt“. Ein Mann in mittleren Jahren hat zufällig dienstlich in seiner alten Heimatstadt zu tun. Er sucht nach alten Gesichtern, bekannten Gebäuden, Vertrautem. Stattdessen muss er feststellen, dass dort, wo seine alte Schule stand, alles plattgemacht ist. Und trifft, ausgerechnet an einem verregneten Oktobertag, auf eine alte Schuld. Über die kann er sich mit einem früheren Schulfreund reden. Und erfährt Neues.

Wie die Realität in Zukunft aussehen könnte, lässt sich in der Geschichte ahnen, bei der ein Mann mittleren Alters in das verfallene Haus seiner Kindheit zurückkehrt. Er ist als „Sonnenkind“ geboren. Es ist eine Generation von Kindern, deren Eltern sich ihren Nachwuchs quasi aussuchen konnten. Gentechnologie lässt grüßen. Welche Auswirkungen kann sie haben? Welche Nachteile?

Gruselig wird es in der Geschichte zum Titelbild. Ein unternehmungslustiges junges Paar will im Urlaub etwas Außergewöhnliches erleben. Es trifft auf einen Mann, der einst als Austauschschüler in Deutschland war und mit ihnen ins Gespräch kommt. Die drei fassen spontan einen Entschluss. Der endet tödlich. Obwohl keiner von ihnen böse Absichten hegt.

Weitere Bilder von Gudrun Stark sind zurzeit im Schloss Lohmen ausgestellt. Es sind vor allem Landschaften wie Birken, die sich im Wasser spiegeln, aufsteigender Nebel oder in der Sonne strahlender Mohn. Solche Motive reizen Malerin Gudrun Stark besonders. Mehr als ein Dutzend Bilder sind im vergangenen Jahr entstanden. „Die meisten Anregungen hole ich mir draußen“, sagt die Stolpenerin. Unterwegs ist sie oft in der Sächsischen Schweiz und der Oberlausitz, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann an verborgenen Orten auf Tierbeobachtung geht. Zu sehen sind ihre Bilder bis zum 20. Dezember im Schloss Lohmen zu den Öffnungszeiten der Gemeinde.

Matthias Stark: Sonnenkinder und Traumgestalten“, Schütze, Engler, Weber Verlag, ISBN 978-3-936203-23-3