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Straftaten im Tagestakt

Kaum entlassen, wurde ein Görlitzer wieder in 35 Fällen kriminell. Jetzt hat er 30 Monate Zeit, darüber nachzudenken.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Der Görlitzer Detlef Silenki * hat mit seinen 22 Jahren bereits nicht nur Hafterfahrung, sondern auch eine lange Liste an Straftaten, die auf Drogenkonsum und Alkoholabhängigkeit zurückzuführen sind. Für die Staatsanwältin war es fast Schwerstarbeit, als sie die 14 Anklagen zu verlesen hatte. Da war fast alles drin, was das Strafgesetzbuch zu bieten hat: 15-facher Diebstahl, zehnfache Leistungserschleichung, siebenfache Sachbeschädigung, zweimal Hausfriedensbruch.

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Diese 35 Straftaten begannen nur einen Monat nach einer knapp einjährigen Haft, die Silenki wegen ähnlicher Taten absitzen musste. Kurz nach seiner Entlassung fiel er in das gleiche Muster zurück, konsumierte weiter Crystal und versuchte sich durch Diebstähle mit Zigaretten und Alkohol zu versorgen. Er stahl aber auch Kosmetikartikel und Kopfhörersets – überwiegend in den Filialen von Kaufland in Königshufen und in Weinhübel. Zudem machte er es sich zur Regel, in Bus und Straßenbahn schwarz zu fahren. In der Rauschwalder Videothek lieh er sich Spiele aus, ohne sie zurückzubringen und die Gebühr zu zahlen.

In ihrem Plädoyer bedauerte die Staatsanwältin, wie sich Detlef Silenki entwickelt hat. Ihrer Meinung nach hätten schon lange alle zuständige Stellen versucht, dem jungen Mann zu helfen. Die Hilfsangebote scheiterten aber nicht zuletzt an der fehlenden Unterstützung durch und Zusammenarbeit mit dessen Vater, wurde im Bericht der Jugendgerichtshilfe deutlich. In der Verhandlung zeigte sich, dass Silenki selbst sich kaum Gedanken über seine Taten macht, die er alle zugab. Aufgrund der hohen Rückfallgeschwindigkeit und der Vielzahl der Taten beantragte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 34 Monaten. Die Verteidigung plädierte auf 26 Monate. Das Amtsgericht verhängte schließlich 30 Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

* Name von der Redaktion geändert