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Strapazen vorm Schloss

Dresden. Die Münchner Freiheit gastiert am 5. März im Kulturpalast. Sänger Stefan Zauner verrät, wie er einst beim Videodreh an der Elbe litt.

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Von Ivette Wagner

An den Schmerz in Dresden kann er sich gut erinnern. „Wir haben in der Stadt vor Jahren ein Video gedreht“, sagt Stefan Zauner, Sänger der Band Münchner Freiheit. „Allerdings weiß ich gar nicht, zu welchem Lied. Wir mussten auf jeden Fall immer zwischen Augustusbrücke und Schloss hin- und herlaufen.“ Keine leichte Aufgabe für den Mitbegründer der Gruppe. Denn kurz vorher hatte er in seiner Wahlheimat Ibiza zu viel Gas geben lassen. „Es passierte beim Wasserskifahren. Ich war sehr schnell, habe auch noch zu schnell gebremst.“ Ergebnis: Eine gebrochene Zehe.

Die Jugend will tanzen

Dieses Problem hat Stefan Zauner nicht, wenn er am 5. März mit der Münchner Freiheit im Kulturpalast gastiert. Wie schon so oft in den letzten Jahren. Dresden ist für die Musiker eine feste Station im Tourplan. „Der Kulturpalast ist doch schön, dort fühlen wir uns wohl“, sagt der 55-Jährige. „Allerdings ist ein bestuhlter Saal für unsere Shows eher schlecht.“ Weil die jungen Leute tanzen wollten, die älteren aber protestierten, da ihnen der Blick auf die Bühne versperrt werde. „Wir stehen oben auf der Bühne, sehen das Problem, können aber nicht eingreifen und nichts dagegen tun.“

Jedes Jahr ein neues Album

Die Männer der Münchner Freiheit wissen, dass sie hier eine große Fangemeinde haben. Die laut mitsingt, wenn das Quintett die großen Hits „Ohne Dich (schlaf’ ich heut Nacht nicht ein)“, „Tausendmal Du“ und „So lang’ man Träume noch leben kann“ anstimmt.

„Wir bringen eigentlich jedes Jahr ein neues Album heraus“, sagt Stefan Zauner. „Bei den Konzerten bemühen wir uns, eine Mixtur aus alten Hits und neuen Songs zu spielen.“ Dieses Unterfangen kann Stefan Zauner auch in Zahlen ausdrücken: „60 Prozent sind die bekannten Lieder, 40 Prozent die neuen.“ Momentan beschäftigt er sich in seinem Studio auf Ibiza mit dem neuen Album, das aber bis zur Tour auf keinen Fall fertig wird. Es soll erst im Herbst erscheinen.

„Ich habe jetzt bereits zehn Stücke komponiert“, so Stefan Zauner. Doch damit wird die Platte nicht unbedingt bestückt. Jeder der fünf Musiker darf seine Stücke den anderen vorstellen. „Wir hören uns gemeinsam alles an und entscheiden dann im Kollektiv“, sagt Stefan Zauner. Er nennt das auch Band-Demokratie.

Fest steht indes, dass es zur neuen Platte noch keinen Plan gibt, wieder in Dresden ein Video zu drehen. „Doch schlecht ist die Idee nicht“, sagt Stefan Zauner trotz seiner schmerzhaften Erinnerungen. „Immerhin sind wir ja fast jedes Jahr hier – und das auch sehr gern.“