merken
PLUS Niesky

Rothenburg soll noch sauberer werden

Dreckecken sorgen für Ärger in der Stadt. Die Kommune könnte Abhilfe schaffen. Doch das wäre mit Kosten für die Einwohner verbunden.

Bauhofchef Roland Firl und Mitarbeiterin Beate Schwank kehren die Ablaufrinne und den Fußweg an der Görlitzer Straße in Rothenburg. Nach dem Willen der Stadträte soll das Straßenbild künftig noch besser werden.
Bauhofchef Roland Firl und Mitarbeiterin Beate Schwank kehren die Ablaufrinne und den Fußweg an der Görlitzer Straße in Rothenburg. Nach dem Willen der Stadträte soll das Straßenbild künftig noch besser werden. © André Schulze

Da Wildwuchs auf dem Gehweg, hier weggeworfene Plastebecher, dort achtlos liegengelassenes Papier. Die Sauberkeit an manchen Stellen von Rothenburg könnte besser sein. Das sehen auch Teile des Stadtrates so und setzen sich für die Neufassung der Straßenreinigungssatzung ein.

Hartmut Steinert hat die Nase voll. Und sieht die Kommune in der Pflicht, für ein besseres Stadtbild zu sorgen. Eins, das ohne Wohlstandsmüll und wucherndes Grün an den Straßenrändern auskommt. "Wir haben hier so viele Radtouristen. Die sollen unsere Stadt gut in Erinnerung behalten", bekräftigt der CDU-Stadtrat seine Forderung nach Veränderungen auf diesem Gebiet. Vor allem geht es ihm darum, mit einem Kehrfahrzeug in den großen Straßen aktiv zu werden. Zudem müssten die Einwohner zu mehr Sauberkeit angehalten werden.

Oppacher Mineralquellen
Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!
Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Bürgermeisterin Heike Böhm sieht ihre Stadt in Sachen Sauberkeit generell gut aufgestellt. Der Teufel stecke jedoch im Detail. Hier führt sie insbesondere die feucht-warme Witterung dieses Jahres an. "Grünflächen, Sträucher und das Unkraut - zum Beispiel an den Hochborden - wachsen schnell." Die Bauhofmitarbeiter müssten jedoch das gesamte Gemeindegebiet in Schuss halten - und das reiche von Kahle Meile bis zur Ortsgrenze von Klein Priebus. Demzufolge könne nicht alles sofort erledigt werden.

Gleichzeitig lobt die Rathauschefin die Grundstückseigentümer, die laut gültiger Satzung eigentlich zuständig sind für die Reinhaltung der Gehwege und Straßenränder. Nur in Einzelfällen müsse die Verwaltung die Betreffenden an ihre Straßenreinigungspflicht erinnern.

Neue Kehrmaschine oder Vergabe an Fremdfirma

Schwerpunkte sieht Heike Böhm vor allem im Schnittgerinne an Straßen mit Hochborden, bei unbewohnten und im Besitz von Erbengemeinschaften befindlichen Grundstücken. Auch die Liegenschaften von nicht zu ermittelnden Eigentümern stellten die Stadt immer wieder vor Probleme. Allerdings sieht die Bürgermeisterin die Notwendigkeit, über eine Neufassung der vorliegenden Straßenreinigungssatzung zu reden, durchaus. Denn vor allem an den vielbefahrenen Kreis- und Staatsstraßen begäben sich die Bürger bei Arbeiten am Schnittgerinne in Gefahr.

Für Veränderungen hin zu einer professionellen Straßenreinigung gibt es laut der Rathauschefin zwei Möglichkeiten. "Entweder der Stadtrat beschließt die Anschaffung einer Kehrmaschine, mit der die Bauhofmitarbeiter dann für Sauberkeit auf den Straßen sorgen können. Oder wir schreiben diese Leistung aus und beauftragen eine Fremdfirma damit." Allerdings verweist Heike Böhm auf die dann vorgeschriebene FInanzierung. Laut sächsischer Gemeindeordnung müssten die Kosten in beiden Fällen auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden.

Andere Städte in der Region gehen das Problem unterschiedlich an. So verfügt Niesky  zum Beispiel über eine eigene Kehrmaschine. "Laut unserer Satzung sind wir damit auf manchen Strecken fünfmal, auf anderen zweimal im Jahr unterwegs", erklärt Bauhofchef Kai-Uwe Börstler. "Jetzt, bei dem starken Lindenblütenaufkommen, teilweise noch öfter." Das Fahrzeug sei so universell einsetzbar, dass mit einem zusätzlich installierten Saugrüssel auch die Straßenentwässerungsabläufe gereinigt werden könnten. Im Herbst werde schließlich auch noch Laub gesaugt. "Das Auto ist von März bis November ausgelastet, nur der Frost bremst uns manchmal ein bisschen aus."

Niesky setzt variabel nutzbare Technik ein

Die Kosten, so Börstler, werden auf die jeweiligen Grundstückseigentümer umgelegt. Eine Kooperation mit anderen Bauhöfen - also das Verleihen nach Rothenburg - sieht er eher skeptisch. "Aufgrund der Witterung würden wir die Technik ja zur gleichen Zeit benötigen. Da ist dieses Nutzermodell eher unrealistisch." Allerdings bietet der Bauhofchef den Rothenburger Kollegen an, sich in Niesky umfassend zu informieren. "Es gibt bei der heutigen Technik so viele Kombinationsmöglichkeiten, da ist solch ein Fahrzeug für viele Zwecke einsetzbar."

In Reichenbach - von der Einwohnerzahl her mit Rothenburg durchaus zu vergleichen -   geht man dagegen einen anderen Weg. Hier müsse vor allem die Innenstadt saubergehalten werden, heißt es aus dem Rathaus. Und die werde sporadisch von einer Fremdfirma gereinigt. Wobei "sporadisch" alle zwei bis drei Jahre bedeutet. Denn Geld ist auch in Reichenbach knapp und wird im Zweifelsfall eher für die Baumpflege eingesetzt.

Sollten sich die Stadträte in Rothenburg auf veränderte Prämissen in der Straßenreinigung einigen, könnte es trotzdem noch eine Weile dauern, bis die Satzung in Kraft treten kann. "Wir sind in der Bauverwaltung wegen Elternzeit noch bis September 2021 unterbesetzt", erklärt Bürgermeisterin Böhm. Der für eine neue Satzung zu leistende Aufwand sei derzeit nicht zu stemmen.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky