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Straßenbahnen fahren ab Montag wieder

Die Meißner Straße wird pünktlich fertig. Bald kommen auch Autos Richtung Coswig wieder durch.

DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Radebeuls OB Bert Wendsche (v.l.) nahmen schon mal probeweise in der neuen Haltestelle Zillerstraße Platz.
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Radebeuls OB Bert Wendsche (v.l.) nahmen schon mal probeweise in der neuen Haltestelle Zillerstraße Platz. © Arvid Müller

Radebeul. Es waren gute Neuigkeiten, die Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) am Donnerstagvormittag auf der Baustelle an der Meißner Straße verkündete: Auf den Tag genau wie geplant wird die Sanierung von Radebeuls Hauptverkehrsachse in der Mitte der Stadt fertig. Das sei beim Bauen heutzutage gar nicht mehr so normal, sagte Wendsche. „Im Regelfall tauscht man eher die Jahreszahl aus.“ Bei der Meißner Straße lief aber offenbar alles wie am Schnürchen, nicht einmal Corona hat für Verzögerungen gesorgt.

Anfang Februar 2019 waren die Bauleute angerückt. Seit dem konnte der Verkehr nur in Richtung Dresden durch die Baustelle rollen, die Straßenbahnen mussten monatelang durch Busse ersetzt werden, auch im Moment ist das wegen Restarbeiten wieder der Fall. Jetzt steht aber der Termin für die endgültige Wiederinbetriebnahme der Strecke fest: Ab kommenden Montag, 3.30 Uhr fährt die Linie 4 wieder von Dresden nach Radebeul, Coswig und Weinböhla. Noch etwas länger müssen sich die restlichen Verkehrsteilnehmer gedulden: Komplett freigegeben wird die Straße in gut zwei Wochen am 4. Juli.

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Zum Termin an diesem Donnerstag war auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) an die Meißner Straße gekommen, um das Ergebnis der Bauarbeiten in Augenschein zu nehmen. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte er fast an gleicher Stelle den Fördermittelbescheid des Freistaates an die Stadt übergeben. „Die Unterstützung des ÖPNV, insbesondere in diesen herausfordernden Zeiten, ist mir ein wichtiges Anliegen“, erklärte der Minister. „Deswegen halten wir trotz der Corona-Krise an einer hohen ÖPNV-Förderung fest, um weiterhin leistungsfähige und barrierefreie Mobilitätsangebote zu ermöglichen, und somit mehr Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.“

Neue Gleise: Straßenbahn fährt jetzt deutlich schneller

Auf dem rund 900 Meter langen Abschnitt zwischen den Landesbühnen und der Dr.-Külz-Straße haben die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) neue Gleise gelegt. Hinzu kommen 35 neue Fahrleitungsmaste und 2.260 Meter neuer Fahrdraht. Auf der Strecke sind die Straßenbahnen jetzt deutlich schneller unterwegs. Vorbei die Zeiten, in denen die Trams mit zehn, 20, maximal 30 Kilometer pro Stunde dort entlang zuckelten und den Verkehr aufhielten. Ab 22. Juni sind durchgängig 50 km/h möglich, erklärte DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach. Die Straßenbahnen benötigten damit auf diesem Abschnitt 90 Sekunden weniger Fahrtzeit.

Außerdem wurden die beiden Haltestellen Dr.-Külz-Straße und Zillerstraße barrierefrei ausgebaut. Rund 870 Fahrgäste steigen dort täglich ein und aus. Neben Unterständen habe sie elektronische Abfahrtstafeln erhalten, an denen die nächste Bahn in Echtzeit angezeigt wird.

An den Haltepunkten gibt es jetzt Fahrradständer. Außerdem wurden sie barrierefrei gebaut.
An den Haltepunkten gibt es jetzt Fahrradständer. Außerdem wurden sie barrierefrei gebaut. © Arvid Müller

Neue Straße: Glatter Asphalt statt Kopfsteinpflaster

Komfortabler wir die Strecke auch für Autofahrer, die jetzt nicht mehr über einen Flickenteppich aus Kopfsteinpflaster holpern müssen, sondern auf einer glatten Asphaltdecke unterwegs sind. Bevor diese hergestellt wurde, liefen auch im Untergrund umfangreiche Arbeiten: Versorgungsleitungen mussten erneuert und ein großer Mischwasserkanal als einer der Hauptsammler in Radebeul gebaut werden.

Einen separaten Radweg wird es entlang der Strecke nicht geben. Für Radler wurde ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn markiert. Gerade laufen außerdem die Restarbeiten an den neuen Gehwegen.

Kosten: 12,6 Millionen Euro flossen in die Sanierung

Einschließlich des Grunderwerbs, der nötig war, um die Straße verbreitern zu könne, sind in den Ausbau der Meißner rund 12,6 Millionen Euro geflossen. Davon entfielen etwa 6,6 Millionen Euro auf die Stadt Radebeul und 4,7 Millionen Euro auf die DVB. Die verbleibenden Kosten wurden durch die beteiligten Versorgungsunternehmen getragen. Fördermittel kamen vom Freistaat in Höhe von 3,5 Millionen für den ÖPNV und 5,2 Millionen Euro für den Straßenbau. Der Verkehrsverbund Oberelbe steuerte weitere 1,3 Millionen Euro bei.

Die Tage des Ersatzverkehrs sind gezählt. Ab Montag rollen die Trams deutlich schneller auf der Strecke.
Die Tage des Ersatzverkehrs sind gezählt. Ab Montag rollen die Trams deutlich schneller auf der Strecke. © Arvid Müller

Zukunftspläne: Ausbau der Strecke soll weitergehen

Die DVB wollen mittelfristig weitere verschlissene Gleisabschnitte auf der Meißner Straße sowie im weiteren Streckenverlauf bis Weinböhla erneuern. Damit könnte die Linie 4 weiter beschleunigt und ein Straßenbahnwagen weniger eingesetzt werden. Die Betriebskosten würden somit im Jahr um rund 350.000 Euro reduziert werden, erklärt das Unternehmen. In Radebeul steht als Nächstes die Sanierung des Abschnittes in Ost zwischen Gleisschleife und Eduard-Bilz- Straße an, für den der Planfeststellungsbeschluss bald erwartet wird. 2022 soll es dort losgehen. Vorher müssen die Weintrauben- und die Waldstraße als Umleitungen fit gemacht werden.

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