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Hier lässt der Landkreis Straßen reparieren

Die Arbeiten bringen Verbesserungen für Autofahrer, aber auch für Schüler und die Felsenbühne Rathen. Es sei denn, der Freistaat zieht nicht mit.

Von Gunnar Klehm
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In Goes warten die Einwohner schon lange darauf, dass die schlechte Straße erneuert wird.
In Goes warten die Einwohner schon lange darauf, dass die schlechte Straße erneuert wird. © Daniel Schäfer

Der Landkreis würde in diesem Jahr gern an 26 neuen Baustellen an Kreisstraßen loslegen. Dafür sind mehrere Millionen Euro vorgesehen. Das Gros des Geldes sind Zuwendungen vom Freistaat. Hauptsächlich geht es um Instandsetzungs- und Erneuerungsmaßnahmen der Fahrbahn, aber auch Stützwände und Durchlässe für abfließendes Wasser werden erneuert. Bei zahlreichen Investitionsvorhaben hapert es jedoch an der Förderung. Sächsische.de erklärt drei besondere Bauvorhaben und die Gründe, warum es an anderen Stellen nicht vorangeht.

Neuer Straßenbelag in Waltersdorf

In dem Bad Schandauer Ortsteil soll der Belag der Rathener Straße erneuert werden. Das erfolgt allerdings nicht grundhaft. Das ist erst "zu einem späteren Zeitpunkt" geplant, teilt das Landratsamt mit. Dass trotzdem repariert wird, liegt an den bevorstehenden Bauarbeiten an der Felsenbühne Rathen. Dort wird unter anderem das komplette Funktionsgebäude neu errichtet. Es wird mit 20 Monaten Bauzeit gerechnet. Zu erreichen ist die Baustelle nur über die Rathener Straße. Weil nur kleinere Transportfahrzeuge in den Ort fahren können, soll am Ortsausgang Waltersdorf ein Umschlagplatz eingerichtet werden.

Damit die Baufahrzeuge die jetzt schon reparaturbedürftige Straße nicht vollends ruinieren, bekommt die Fahrbahn einen neuen Belag. Erst wenn die Bauarbeiten an der Felsenbühne abgeschlossen sind, wird die Rathener Straße grundhaft ausgebaut.

Schulweg-Sicherung in Bannewitz

Bei der in Bannewitz geplanten Baumaßnahme saniert der Landkreis nicht die Fahrbahn, sondern baut eine Fußgängerampel. Das soll das Überqueren der Horkenstraße, also der Kreisstraße 9016, erleichtern. So werde die Sicherheit am Schulweg vom Ortsteil Welschhufe zur Schule nach Bannewitz erhöht. Dazu gab es extra Untersuchungen im vergangenen Jahr.

Mit der Fertigstellung des Autobahnzubringers S 191 neu hat sich das Verkehrsaufkommen auch auf der Horkenstraße derart erhöht, dass nun eine Fußgängerampel nahe der Straße Am Bahndamm erforderlich wird. "Für unsere Kinder ist das eine wichtige Maßnahme, für die wir als Gemeinde sehr dankbar sind", sagt der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (Freie Wähler).

Ortsdurchfahrt Goes wird endlich saniert

Auf diese Nachricht haben die Bewohner von Goes, einem Ortsteil der Gemeinde Dohma, gewartet: Der Landkreis lässt 2020 die Ortsdurchfahrt instand setzen. Und wenn die Straße schon mal aufgegraben wird, soll gleich noch der alte Abwasserkanal an der Dorfstraße ausgewechselt werden. Der ist nicht nur verschlissen, sondern auch zu klein, wie es heißt. Der neue Kanal wird komplett unter der Fahrbahn liegen, private Flächen werden dann nicht mehr berührt.

Wie das Landratsamt mitteilt, könnte es jedoch noch Umplanungen bei den Reparatur-Vorhaben an Straßen geben, sollte es nach dem Winter irgendwo zu erheblichen Verschlechterungen des Straßenzustands gekommen sein. Das hätte dann Priorität. Über Veränderungen werde rechtzeitig informiert, heißt es aus dem Landratsamt. Bei den aktuell sehr milden Temperaturen für einen Winter ohne viele Frost-Tau-Wechsel ist damit aber vermutlich nicht zu rechnen.

Auf der Straße zwischen Dippoldiswalde und Paulsdorf sind die Schäden am Bankett teilweise mit Kunststoffplatten gesichert. Die Fahrbahn soll nun saniert werden.
Auf der Straße zwischen Dippoldiswalde und Paulsdorf sind die Schäden am Bankett teilweise mit Kunststoffplatten gesichert. Die Fahrbahn soll nun saniert werden. © Egbert Kamprath

Viele Förderanträge noch in der Prüfung

Zwar hat der Landkreis viel vor, aber Landrat Michael Geisler (CDU) geht nicht davon aus, dass die für 2020 fertig geplanten Baustellen tatsächlich begonnen werden können. "Wir haben ja noch nicht mal alle Förderbescheide für Bauvorhaben, die wir 2018 beantragt haben", sagt er. Ohne Fördermittel - bis zu 90 Prozent - seien die Projekte zum grundhaften Ausbau nicht umsetzbar.

Warum die Bewilligung im sächsischen Verkehrsministerium so lange dauert, könne er sich nicht erklären. Im Landkreistag sei das jedenfalls ständig Thema und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bilde auch keinen Einzelfall. "Da waren wir eher noch gut dran, dass wir 2019 teure Bauvorhaben in Naundorf oder bei Lübau beginnen konnten", sagt Geisler. Andere Landkreise hätten noch weniger Geld für Investitionen an Kreisstraßen erhalten. Für 2020 bleibe nichts weiter übrig, als zu warten.

Baustellen wird es aber auf jeden Fall geben. Für rund zwei Millionen Euro stehen Reparaturen und Instandhaltung an. Das wird über Pauschalen gefördert, die vom Freistaat bereits zur Verfügung gestellt wurden.

Hier werden 2020 Straßen repariert:

Ortsdurchfahrt Goes (Gemeinde Dohma): Dort soll die Fahrbahn der Kreisstraße 8753 erneuert werden, gleichzeitig bauen Gemeinde und Trinkwasserzweckverband.

Ortsdurchfahrt Waltersdorf: Fahrbahninstandsetzung K 8735.

Ortsdurchfahrt Reichenau: Erneuerung Fahrbahn Kreisstraße 9090.

Hartmannsdorf-Reichenau: Erneuerung Fahrbahn der K 9090 von der Bundesstraße 171 bis zur Kreisgrenze.

Ortsdurchfahrt Wilschdorf: Erneuerung eines Durchlasses an der K 8704.

Ortsdurchfahrt Langenwolmsdorf: Instandsetzung einer Stützwand an K 8703.

Ortsdurchfahrt Helmsdorf: Instandsetzung zweier Stützwände an der K 8715.

Südlich von Ottendorf (Sebnitz): Instandsetzung von acht Stützbauwerken an der K 8738.

Ortsdurchfahrt Hermsdorf/Erz.: Erster Bauabschnitt der Fahrbahninstandsetzung an K 9043.

Tharandt: 2. Bauabschnitt der Fahrbahninstandsetzung der K 9072 vom Anschluss Staatsstraße 172 nach Fördergersdorf.

Ortsdurchfahrt Rathmannsdorf: Instandsetzung einer Stützwand an der K 8737.

Zwischen Dippoldiswalde und Paulsdorf: Erster Bauabschnitt Fahrbahninstandsetzung K 9010.

Ortsdurchfahrt Löwenhain: Erster Bauabschnitt Fahrbahninstandsetzung K 9033.

Bannewitz: Errichtung einer Fußgängerampel an K 9016.

Dohna: Neubau der Haltestellen im Bereich Gut Gamig von Juni bis Oktober 2020.

Goppeln: Umverlegung der K 9003 mit Neugestaltung des Haltestellenbereichs.

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Hier werden Baumaßnahmen fortgeführt:

Dazu zählt die Schadenbeseitigung an der Sense zwischen Porschdorf und Hohnstein, sowie der Stützwandbau bei Lübau.

Weiterhin wird 2020 die Hochwasserschadensbeseitigung zwischen Markersbach und Zwiesel fortgesetzt, teilt das Landratsamt mit. Die Arbeiten werden dort voraussichtlich noch bis ins Jahr 2022 andauern.

Vorhaben, die seit 2018 auf der Warteliste stehen:

Bannewitz: Fahrbahnerneuerung Hengstberg; 

Rabenau: Fahrbahnerneuerung und Gehweganbau Obernaundorf – Veilchental; 
Ausbau der Fahrbahn zwischen Porschendorf und Dürrröhrsdorf

Ottendorf (Sebnitz): Fahrbahnerneuerung in einem weiteren Abschnitt in der Ortsdurchfahrt; 

Dohma: Ersatzneubau einer Brücke.

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Bauvorhaben 2020, für die Fördermittel beantragt sind:

Ortsdurchfahrt Lauterbach, K 8709 Fahrbahnerneuerung eines weiteren Abschnitts;

Ortsdurchfahrt Seifersdorf:  K 9013 Umbau eines Knotenpunkts;

Glashütte: K 9026 Ersatzneubau einer Stützwand;

Paulsdorf, K 9010 Bau einer Fuß- und Radwegbrücke;

Dohna, K 8769 Umbau des Knotenpunkts im Bereich Gut Gamig.

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Mehr als 100 Kreisstraßen

Insgesamt verfügt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über 103 Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von 566 Kilometern.

Vier Straßenmeistereien in Altenberg, Dohma, Freital und Langburkersdorf  sind für die Unterhaltung der Straßen zuständig.

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