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Weißwasser

Straßenbau ganz ohne Stau

An Weißwassers größtem Bauprojekt Jahnstraße wird erneut gearbeitet. Die Verkehrslage ist entspannt – auch wegen Corona.

Zum dritten Mal ist die Jahnstraße in Weißwasser eine Baustelle.
Zum dritten Mal ist die Jahnstraße in Weißwasser eine Baustelle. © Joachim Rehle

Seit Montag hängt über der Jahnstraße in Weißwasser der Lärm schwerer Baumaschinen. Die lange geplante Sanierung des dritten Bauabschnitts begann termingerecht – unter Vollsperrung zwischen Friedrich-Fröbel- und Pestalozzistraße. Dass überhaupt gebaut wird, ist jedoch keine Normalität in diesen Tagen.

Der Bau ist ein Gemeinschaftsvorhaben der Stadtwerke Weißwasser GmbH (SWW), die die Abwasser- und die Regenwasserleitung erneuern, und der Stadt, in deren Zuständigkeit die grundhafte Sanierung der Straße liegt. Beide Partner kamen mit der Strabag AG als bauausführende Firma überein, trotz der Corona-Krise an dem Projekt festzuhalten. „Stadtverwaltung, Stadtwerke und Strabag sind im ständigen Kontakt miteinander und koordinieren die Maßnahme“, so Stadtsprecher Wulf Stibenz. Der Bau ist nicht nur für die Anlieger wichtig. „In der Jahnstraße haben Umsiedler aus Schleife Grundstücke erworben und bauen neue Häuser“, begründet er.

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Seit 2016 beschäftigt die Jahnstraße Planer, Verwaltung und Stadtrat. Bereits in jenem Jahr hatte die Stadt den Antrag auf Fördermittel für die 970 Meter vom Kreisverkehr Straße des Friedens bis hin zur Forster Straße gestellt. Die Kostenberechnung wies seinerzeit eine reichliche Million Euro für den Straßenbau und weitere 569.000 Euro für den Regenwasserkanal aus, wobei die Kosten für Letzteren je zur Hälfte auf Stadt und SWW entfielen. Gebaut werden sollte 2017/18. Jedoch führte unter anderem die notwendige Aufhebung einer Ausschreibung zu erheblichen Verzögerungen.

Diese setzten sich im Sommer 2018 im ersten Bauabschnitt zwischen Jahndamm und Gelsdorfer Straße fort, weshalb es immer wieder Kritik von Anwohnern gab. Die Stadtwerke begründeten den zähen Bauablauf damals mit dem engen Baufeld, aber vor allem damit, dass sich mehrere Kabel und Leitungen nicht an den Stellen befanden, wo sie gemäß der Baupläne eigentlich hätten liegen sollen. Ende 2018 konnte Bauamtsleiter Thomas Böse freie Fahrt für diesen Abschnitt geben.

Im Sommer 2019 wurde die Jahnstraße wieder Baustelle. In einem innovativen Verfahren zogen die SWW mit Druck und heißem Dampf neue Rohre in alte Leitungen ein. Das minimierte Zeit und Kosten im zweiten Bauabschnitt und ersparte den Anwohnern einige Unannehmlichkeiten.

Im November befasste sich der Stadtrat mit der Finanzierung des dritten Bauabschnitts. Die Gesamtkosten für den Straßenbau belaufen sich mittlerweile auf 1,16 Millionen Euro – das sind knapp acht Prozent mehr als seinerzeit zur Förderung beantragt. Der Regenwasserkanal kostet 1,7 Millionen Euro. Davon muss die Stadt die Hälfte, also 841.000 Euro, bezahlen. Das sind 300 Prozent mehr als geplant. Die Mittel werden aus anderen Budgets – etwa für Instandsetzungen im Rathaus und im Wirtschaftshof – abgezweigt und damit von Maßnahmen abgezogen, die 2019 nicht mehr umsetzbar waren. Einstimmig gab der Stadtrat dafür grünes Licht, um mit dem dritten Abschnitt eines der größten Bauprojekte in Weißwasser fertigzustellen.

Die wegen Corona aktuell verhängten Ausgangsbeschränkungen wirken sich günstig auf das Bauprojekt aus. Der Verkehr hat spürbar abgenommen, sodass weder im Umfeld der Jahnstraße noch im Stadtgebiet zusätzliche Umleitungen oder mobile Ampeln erforderlich wurden. Und dass die Bahnbrücke trotz ihrer Beschädigung einseitig befahrbar ist, entspanne die Verkehrslage ebenfalls, so Wulf Stibenz.

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