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Sechs Fakten zur neuen Ortsdurchfahrt 

In Gombsen wird gebaut, und das noch bis 2021. Zudem wird es teurer als geplant. Das liegt auch am Hochwasserschutz.

Mathias Thieme (links) und Udo Geß von der Firma Teichmann setzen die Bordsteine für den Fußweg.
Mathias Thieme (links) und Udo Geß von der Firma Teichmann setzen die Bordsteine für den Fußweg. © Andreas Weihs

Es gibt noch Dinge in diesen Tagen, die gehen ihren alltäglichen Gang. "Zum Glück", sagt Kreischas Bürgermeister Frank Schöning und läuft zufrieden über die größte Baustelle der Gemeinde in jüngster Zeit. Zwischen der Lockwitzer Straße und der Rosenschänke im Ortsteil Gombsen rollen Radlader und Bagger, Arbeiter setzen Bordsteine und verlegen Pflaster. Das ist der Stand an der Baumschulenstraße.

Erster Bauabschnitt: Ende Mai ist alles fertig

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Ganz allmählich sind schon die Strukturen der neuen Ortsdurchfahrt Gombsen zu erkennen. Seit Oktober wird hier unter Vollsperrung gebaut. Im Boden liegen neue Regenwasserrohre und Medienkabel, teilweise mussten auch die Trinkwasserleitungen ersetzt werden. Jetzt werden die Straßenränder und der Fußweg angelegt. Der Ausbau erfolgt ortstypisch, so wie beispielsweise in Quohren, Babisnau und Saida bereits geschehen. Ende Mai, so der Plan, soll der erste Bauabschnitt der neuen Gombsener Ortsdurchfahrt freigegeben werden.

Mehr Sicherheit: Neue Einmündung an der Lockwitzer Straße

Komplett umgebaut wird der Bereich an der Lockwitzer Straße. Bisher mündete die Baumschulenstraße in einem spitzen Winkel auf die Hauptstraße im Tal. Mehrmals gab es hier Unfälle, einer endete vor Jahren sogar tödlich. Nun wird eine breite Einmündung mit Abbiegespur gebaut, die im rechten Winkel auf die Lockwitzer Straße trifft. Die kleine Stichstraße, die von der Baumschulenstraße in Richtung Brandmühlenstraße abzweigt, wird Sackgasse und dient nur noch als Zufahrt zu den Wohngrundstücken. 

Die Entwässerung: Bach verläuft wieder natürlich

Ein Hingucker soll der Gombsenbach werden. Hierfür haben die Behörden strikte Vorschriften gemacht. So verläuft das kleine Gewässer nun nicht mehr als schnurgerader Graben, sondern schlängelt sich entlang der Baumschulenstraße in Richtung Lockwitztal. Das wirkt nicht nur natürlicher, sondern durch die zahlreichen Kurven reduziert sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers. 

Entlang dem Bachlauf sollen die Ufer noch begrünt und teilweise bepflanzt werden. Zudem wird gegenüber der Bebauung ein Regenrückhaltebecken angelegt. In der grünen Senke soll sich bei starken Regenfällen Niederschlagswasser, welches auf der Kreischaer Straße anfällt, sammeln. Etwa 350 Kubikmeter Wasser passen ins Becken hinein. Das Wasser wird dann zeitversetzt ins Lockwitztal geleitet. 

Der Dorfteich: Schlamm kommt raus

Auch der Obere und der Untere Dorfteich fangen große Niederschlagsmengen auf. Während das höher gelegene Gewässer baulich weitestgehend intakt ist, musste der Untere Dorfteich abgelassen werden. Er wird zunächst entschlammt. Anschließend müssen die Mauer und der Mönch repariert werden. Weitere Arbeiten am Teich, wie der Bau des Zulaufs, erfolgen im Verlauf der nächsten Monate. Ob das Wasser zwischendurch noch einmal eingestaut wird, ist noch offen.

Die Kosten: Strenge Auflagen verteuern das Projekt

Die strengen Auflagen zur Wasserhaltung verteuern allerdings das Projekt. Für den Gombsener Straßenbau hatte die Gemeinde zunächst 2,3 Millionen Euro, ein Teil davon Fördermittel, eingeplant. Schöning: "Jetzt werden wir wohl bei drei Millionen landen. Genau wissen wir es, wenn alle Rechnungen durch sind. Wir haben aber bei der Förderbehörde schon einen Nachschlag beantragt."

Die Pläne: Straßenbauer ziehen weiter

Noch in diesem Sommer soll der nächste Abschnitt der Baumschulenstraße saniert werden - ab der Rosenschänke aufwärts bis zum Ortsausgang. Er wird in gleicher Weise ausgebaut wie der untere Teil. Die Gemeinde will im April die Ausschreibung starten, mit einem Baustart rechnet der Bürgermeister im Sommer. 

Im Jahr darauf wird dann auch die Kreischaer Straße saniert. Das ist besonders aufwendig, weil dort auch die Regenentwässerung komplett neu angelegt werden muss. Ist diese Baustelle 2021 abgeschlossen, hat Kreischa alle Ortsdurchfahrten auf den neuesten Stand gebracht. 

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Nur eine Strecke ärgert dann noch alle Autofahrer: die Lungkwitzer Straße. Ihre Sanierung liegt jedoch nicht in den Händen der Gemeinde. Weil die Lungkwitzer Straße eine Staatsstraße ist, ist der Freistaat zuständig. Schöning: "Leider gibt es aber keinerlei Bauabsichten."

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