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Bischofswerda: Straße schon wieder dicht

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit wurde die Neustädter Straße gerade erst freigegeben. Nun wird sie erneut gesperrt. Das wirft Fragen auf.

Die Umleitungsschilder - hier am Kreisverkehr - liegen noch von der letzten Baumaßnahme an der Neustädter Straße in Bischofswerda. Gleich nach Pfingsten werden sie wieder aufgestellt.
Die Umleitungsschilder - hier am Kreisverkehr - liegen noch von der letzten Baumaßnahme an der Neustädter Straße in Bischofswerda. Gleich nach Pfingsten werden sie wieder aufgestellt. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Mehr als ein Jahr mussten die Bischofswerdaer zwischen Süd- und Innenstadt eine Umleitung fahren, weil an der Neustädter Straße eine neue Bahnbrücke errichtet wurde.  Seit zwei Wochen ist die Straße wieder frei.  Doch nun müssen sich Autofahrer an gleicher Stelle erneut auf eine Umleitung einstellen. 

Wie die Stadtverwaltung informiert, wird die Neustädter Straße im Bereich der Bahnbrücke ab kommendem Dienstag noch einmal voll gesperrt. Demnach wird sie den  ganzen Juni über dicht sein. Danach soll die Vollsperrung im Juli und August durch eine halbseitige Sperrung mit Ampelbetrieb ersetzt werden.

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Für Fußgänger bleibt der Gehweg auf der Seite des Güterbahnhofes auch im Juni frei. Auch die Zufahrten zur Stiftstraße und zur Straße Am Güterbahnhof mit Aldi und Hagebaumarkt sind von der neuen Sperrung nicht betroffen. Fahrzeuge werden, wie bisher schon, über die Süßmilchstraße umgeleitet. 

Grund für die Sperrung sind aufwändige Sicherungsarbeiten an der Böschung unterhalb des East Club durch die Deutsche Bahn. Bahnsprecherin  Erika Poschke-Frost sagt dazu: "Die Erneuerung der Stützwand ist zusätzlich erforderlich geworden, hervorgerufen durch ungeplante Verformungen nach dem Abbruch der Eisenbahnüberführung. Die Umsetzung in der ursprünglich angesetzten Gesamtbauzeit war wegen der erheblichen Mehraufwendungen leider nicht möglich." 

Schweres Bohrgerät auf nagelneuer Straße

Bereits Ende vergangenen Jahres wurde die auf drei Monate angesetzte Böschungssicherung angekündigt, allerdings nur bei halbseitiger Straßensperrung. Dass nun die Straße noch einmal voll gesperrt werden muss, begründen die Verantwortlichen mit der Sicherheit auf der Baustelle. Neben der neuen Bahnbrücke wird ein großes Bohrgerät  aufgebaut. 

Dabei hätte es noch dicker kommen können. Der Baubetrieb hatte eine Vollsperrung von Mitte Mai bis Ende August beantragt. Die Stadt stimmte dem jedoch nicht zu und verhandelte stattdessen.    

Doch nicht nur die Bahnbrücke ist neu, sondern auch die Fahrbahn in diesem Bereich. Mitarbeiter der Firma Bistra Bau Putzkau hatten den Straßenabschnitt in den vergangenen Wochen im Auftrag des Landratsamtes instand gesetzt. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, zunächst mit der schweren Technik die Böschung zu sichern und  erst danach die Fahrbahndecke zu erneuern?

Ursprünglich war geplant, die Straße nach Abschluss des Brückenbaus instand zu setzen. Doch die Probleme an der Stützwand machten eine Umplanung erforderlich. Cynthia Thor, Pressesprecherin des Landratsamtes: "Wir haben uns bezüglich der Reihenfolge der Baumaßnahmen mit der Deutschen Bahn und der Stadt Bischofswerda im Jahr 2019 abgestimmt." 

Seitens der DB  sei das Landratsamt als Straßeneigentümer informiert worden, dass die Planungen und die öffentliche Ausschreibung der Bauleistungen für den zusätzlich erforderlichen Stützwand-Aufbau bis ins zweite Quartal 2020 dauern werden. "Das wiederum hätte bedeutet, dass die Variante ,Straßenbau nach Stützwandbau' erst im dritten Quartal hätte realisiert werden können. Damit wäre eine noch längere  Vollsperrung der Neustädter Straße nötig gewesen", sagt Cynthia Thor. 

Böschung ist nicht mehr standsicher

Ziel aller Beteiligten sei es gewesen, die Straße und die Fußwege "so schnell wie möglich vorerst wieder öffentlich nutzen zu können". Aus diesem Grund sei nach dem Ende der Winterpause mit dem Straßenbau begonnen worden.

Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost versichert, der neue Fahrbahnbelag werde bei den Arbeiten entsprechend geschützt, um Schäden zu vermeiden. Im Landratsamt geht man davon aus, dass auf der Straße kein Schaden entstehen wird, weil das Bohrgerät auf einem Polster arbeitet. Trotzdem sichert sich die Kreisverwaltung routinemäßig ab. Vor Beginn der Baumaßnahme werde es eine gemeinsame Begehung geben. Hinzu komme ein Beweissicherungsverfahren, bei dem der Zustand vor und nach Abschluss der Arbeiten dokumentiert wird.

Die Böschung unterhalb des East Club ist in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt. Dadurch sind Passanten auf dem Fußweg und auf der Straße gefährdet. Der Neubau der Stützwand wird mit einer Naturstein-Verblendung ausgeführt und soll sich so auch baulich ins Umfeld einpassen. 

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