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Straßenschlacht nach Disko-Schlägerei in Meißen

Eine 33-Jährige ist am Sonnabendmorgen verletzt worden, als Ausländer und Deutsche aufeinander losgingen.

© hübschmann

Von Peter Anderson

Bei einer Party im Nachtcafé auf der Dresdner Straße in Meißen ist es am frühen Sonnabendmorgen zu einer Schlägerei gekommen. Eine Betroffene aus Meißen, die anonym bleiben möchte, berichtete am Sonntag der SZ, zu diesem Zeitpunkt seien rund 20 Ausländer in der Diskothek erschienen, welche kein Deutsch sprachen.

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Schulterprellungen der bei einer Schlägerei verletzten Meißnerin.
Schulterprellungen der bei einer Schlägerei verletzten Meißnerin.
Schnittwunde von Messer oder Glas der 33-Jährigen.Fotos: privat
Schnittwunde von Messer oder Glas der 33-Jährigen.Fotos: privat

Laut Augenzeugin hätten die Ausländer hier junge Frauen belästigt. Als sich die Meißnerin dies nicht gefallen ließ, sei sie von einem der Männer geohrfeigt worden. In der Folge habe sich eine Schlägerei zwischen den deutschen Nachtcafé-Gästen und den Ausländern entwickelt. Auf der Dresdner Straße vor dem Gebäude soll die Schlägerei zu einer Straßenschlacht mit Messern und Gullideckeln ausgeartet sein. „Ich bin dort von vier Männern zusammengeschlagen worden, hatte Glück, dass mein Bruder vorbeikam und mir beigesprungen ist“, so die Meißnerin. Erst das Eintreffen der Polizei habe die Lage beruhigt. Die Beamten riefen anschließend einen Rettungswagen. Ein der SZ vorliegender Klinikbericht der Meißnerin weist Schnittwunden sowie Schädel- und Schulterprellungen aus. Zudem soll die 33-Jährige stark alkoholisiert gewesen sein.

Drei Wagen in fünf Minuten vor Ort

Die Polizei in Dresden bestätigte am Sonntag die Schlägerei auf der Dresdner Straße mit rund 20 Beteiligten, ein Großteil davon seien Ausländer gewesen. Die Polizei war mit mindestens drei Einsatzwagen innerhalb von fünf Minuten vor Ort.

Meißens Revierleiter Hanjo Protze nahm selbst nicht an dem Einsatz in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend teil. Protze holte sich die Details zu dem Vorfall deshalb gestern telefonisch von Kollegen, die am Nachtcafé dabei waren. Ihren Angaben nach soll die Auseinandersetzung auf der Straße beim Eintreffen der Polizei fast beendet gewesen sein. Überall habe Glas herumgelegen. Eine 33-jährige Meißnerin sei am Unterarm verletzt gewesen. Ob die Wunde durch Glasscherben oder ein Messer verursacht wurde, lasse sich derzeit nicht genau sagen. Die vier noch auf der Straße anwesenden Deutschen waren Protze zufolge nach einer langen Partynacht stark alkoholisiert. Im Umkreis der Dresdner Straße hätten die Beamten Grüppchen von Ausländern festgestellt, die der Erstaufnahme für Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung zustrebten.

Protze zufolge bestätigte Nachtcafé-Betreiber Mirko Näcke, dass die tanzenden Ausländer anwesende Meißnerinnen zum Mittanzen animiert hätten. An diesem Punkt habe sich die Auseinandersetzung entzündet. Ein Wort gab das andere. Daraus entwickelten sich Handgreiflichkeiten. Gegenüber der SZ kündigte Näcke an, in den nächsten Tagen das Gespräch mit der Polizei zu suchen. Er wolle einen Weg finden, eine solche Eskalation der Ereignisse künftig zu vermeiden.

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Meißens Revierchef Protze liegt eigenen Angaben zufolge bislang eine Anzeige wegen Körperverletzung infolge der Ereignisse vom Sonnabendmorgen vor. Dazu werde weiter ermittelt. Fotos oder Filmsequenzen auf Handys von der Auseinandersetzung im Nachtcafé und auf der Dresdener Straße könnten der Polizei bei ihrer Arbeit helfen. Die Stadträte Wolfgang Tücks (ULM) und Jörg Schlechte (CDU) besuchten nach dem Vorfall gestern die Erstaufnahme in der Verwaltungsfachhochschule. Schlechte will sich eigenen Worten zufolge dafür einsetzen, dass straffällig gewordene Asylbewerber umgehend in ihr Heimatland zurückgebracht werden. Wie für die SZ zu erfahren war, ist die Mehrzweckhalle der Verwaltungshochschule derzeit bis 14. März als Flüchtlingsquartier eingeplant.