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Strehlaer Betrieb saniert Innenstadt-Ruinen

Statt der Großenhainer Baufirma von Matthias Kurrey widmet sich ein neuer Auftragnehmer den Denkmalhäusern. Gebaut wird bis nächstes Jahr.

Das sanierungsbedürftige Haus in der Berliner Straße 3 ist bis März nächsten Jahres abgesperrt. Hier steht jetzt ein Kran, die Straße ist nicht passierbar.
Das sanierungsbedürftige Haus in der Berliner Straße 3 ist bis März nächsten Jahres abgesperrt. Hier steht jetzt ein Kran, die Straße ist nicht passierbar. © Norbert Millauer

Großenhain. Ein gewaltiger Kran steht jetzt auf der Berliner Straße 3 vor der Ruine, die bis zum Kirchplatz 7 hinüberreicht. Zwei lange leerstehende denkmalgeschützte Häuser werden endlich saniert. Das ist allerdings mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Über die Berliner Straße kommt man bis ins nächste Frühjahr hinein nicht mehr direkt in die Innenstadt. Unmittelbar vorm Haus ist voll gesperrt, die Umleitung geht über die Töpfergasse. Die Postfiliale ist uneingeschränkt erreichbar.  

Dass die beiden maroden Häuser dieses Jahr saniert werden, war schon angekündigt. Allerdings macht das nicht mehr die Großenhainer Baufirma von Matthias Kurrey im Auftrag für Dresdner Eigentümer. "Die Häuser wurden verkauft, die Sanierung läuft jetzt über die Strehlaer Firma Confido GbR", sagt Unternehmer Kurrey. Er will sich künftig vorrangig im Immobiliensektor und da speziell mit Hausverwaltung beschäftigen. 

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Frank Meißner von Confido dürfte eine ebenso gute Wahl als Sanierungsträger sein. Der Stehlaer ist selbst gelernter Mauer und Bauingenieur und betreibt seine Firma seit sieben Jahren. Für ihn ist es allerdings das erste Bauprojekt in Großenhain. "Wir haben Erfahrungen mit alten Häusern. Wenn wir sie nicht sanieren, wer dann", sagt der sympatische Unternehmer selbstbewusst. Wie schon bei der ursprünglichen Planung will er acht barrierefreie und damit altersgerechte Wohnungen ausbauen. Die beiden Einzelhäuser werden mit einem Treppenhaus verbunden. Auch ein Fahrstuhl wird eingebaut. 

Geplant sind eine Einraum-, drei Zwei- bzw. Dreiraumwohnungen und eine Vierzimmerwohnung. Die Größen liegen laut Frank Meißner zwischen 45 und 130 Quadratmeter. "Sie werden attraktiv geschnitten, erhalten Parkettboden, Fußbodenheizung und einen denkmalgerechten Ausbau", so der Strehlaer. Die alten Türen werden aufgearbeitet, die Holzbalkendecken erhalten. Jede Einheit wird mit Balkon bzw. Terrasse versehen. Im Inneren bleibt eine alte Schwarzküche erhalten, die zur Abstellkammer wird. Auch zwei Kamine werden restauriert. Eine Holz-Wendeltreppe bleibt ebenfalls bestehen.  Die Investsumme soll rund eine Million Euro betragen. 

Zentrumsnah, altersgerecht

Frank Meißner hat sich vor dem Baubeginn bei den Nachbargeschäften und Hausbewohnern vorgestellt. "Alle haben sich sehr gefreut, dass die maroden Häuser endlich saniert und in die heutige Zeit geholt werden", fasst Frank Meißner zusammen. Durch ihre zentrale Innenstadtlage sind sie für Menschen, die hier bequem alt werden wollen, gut geeignet. "Gerade das hat uns als Baufirma neben dem Denkmalcharakter auch gereizt", sagt Frank Meißner. Die kleine Grüninsel am Kirchplatz wurde mit gekauft, damit hier eine Sitzecke für die Bewohner der dreigeschossigen Gebäude eingerichtet werden kann. 

Zwei solcher Kamine sind vorhanden und sollen in die künftigen Wohnungen integriert werden.
Zwei solcher Kamine sind vorhanden und sollen in die künftigen Wohnungen integriert werden. © Kathrin Krüger-Mlaouhia

Zur Zeit wird erstmal der Innenhof von Wildwuchs freigeräumt. Hier sollen verbindendes Treppenhaus und Fahrstuhl neu entstehen. Der Kran auf der Berliner Straße wird zuerst für den Abbruch genutzt, später für den gesamten Transport des Baumaterials über das geöffnete Dach. Das wird natürlich mit neuem Dachstuhl auch neu gedeckt. Frank Meißner hofft auf meteorologisches Glück mit der Winterbaustelle und rechnet mit etwa einem Jahr Gesamtbauzeit. Wenn die Fassade dran ist, wird auch Gerüst gestellt. Dieser Auftrag sei jetzt in der Ausschreibung, so der Investor.         

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Dieser Kran wird bis ins kommende Frühjahr vor der Berliner Straße 3 stehen, die Innenstadt-Zufahrt ist nur über die Töpfergasse möglich.
Dieser Kran wird bis ins kommende Frühjahr vor der Berliner Straße 3 stehen, die Innenstadt-Zufahrt ist nur über die Töpfergasse möglich. © Norbert Millauer

Kontaktmail: [email protected] bzw. Telefon 0160 97088346  

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