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Strehlen wird zur riesigen Gleisbaustelle

Ende 2016 starten die Arbeiten für die neue Stadtbahntrasse. Außerdem wird das Gleisdreieck am Hugo-Bürkner-Park saniert.

© virtual-architects.net

Von Nora Domschke

Auf Strehlen kommen in nächster Zeit einige Veränderungen zu: Noch in diesem Jahr soll das Großbauprojekt Stadtbahn 2020 starten. Los geht es im September mit dem Ausbau der Haltestelle Querallee. Ab November soll der Zustieg für die Fahrgäste der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an dieser Stelle barrierefrei sein. Direkt im Anschluss beginnt der Gleisbau in der Tiergarten- und Oskarstraße.

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Für DVB-Projektleiter Andreas Neukirch nicht das einzige Projekt: Auch in der Lockwitzer Straße wird gebaut
Für DVB-Projektleiter Andreas Neukirch nicht das einzige Projekt: Auch in der Lockwitzer Straße wird gebaut © Anja Schneider

Dort entsteht der erste Abschnitt der neuen Straßenbahnverbindung zwischen Strehlen und Löbtau. DVB-Sprecher Falk Lösch rechnet damit, dass Ende 2017 Straßenbahnen über die Teilstrecke zwischen den beiden Haltestellen Wasaplatz und Querallee rollen. Damit sie auch wirklich fahren können, wird Strom benötigt. Deshalb haben die DVB Ende vergangenen Jahres den alten Strehlener Bahnhof samt Grundstück gekauft. Auf dem Areal soll ein sogenanntes Gleichrichterunterwerk entstehen, das die Straßenbahnen künftig mit Energie versorgen wird. Derzeit verhandelt das städtische Tochterunternehmen mit einem Investor über die Nutzung des Bahnhofsgebäudes. In den Räumen ist Platz für kleinere Läden, geplant ist auch ein Café oder Kiosk. „Wir selbst wollen im Gebäude einige Büro- und Aufenthaltsräume nutzen“, sagt Lösch. Etwa für die Straßenbahn- und Busfahrer, die am Haltepunkt ihre Schicht beginnen oder beenden.

Wie viel Geld die Verkehrsbetriebe für das historische Backsteingebäude und das Grundstück bezahlt haben, will Lösch allerdings nicht verraten. Bislang seien dafür jedenfalls keine Fördermittel für den Ausbau der Stadtbahntrasse genutzt worden. „Davon bezahlen wir lediglich den Bau der Stromversorgungsanlage“, erklärt der DVB-Sprecher. Mithilfe des Investors soll nun die Ausgabe für das Bahnhofsgebäude refinanziert werden. Ob dieser das Haus kauft oder seinen Gebäudeteil von der DVB anmietet, sei indes noch nicht entschieden.

Fest steht, dass die Strehlener im kommenden Jahr mit allerlei Straßensperrungen leben müssen. Denn parallel zu den Gleisbauarbeiten in der Tiergarten- und Oskarstraße startet ein weiteres großes Bauprojekt: Die Sanierung des Gleisdreiecks am Hugo-Bürkner-Park. Das sei aber so nicht geplant gewesen, sagt Projektleiter Andreas Neukirch. „Eigentlich wollten wir mit dem Gleisdreieck eher beginnen.“ Die Planungen hatten sich allerdings verzögert, weil die Stadtentwässerung die Bauarbeiten nutzt, um Abwasserschächte zu erneuern. Doch die Zeit drängt: Nach mehr als 20 Jahren ist die Sanierung der Gleisanlage an der Kreuzung von Lockwitzer und Hugo-Bürkner-Straße nun nicht länger aufzuschieben. Älter sind nur die Schienen in der Wasa- und Franz-Liszt-Straße – über sie rollen schon seit 30 Jahren die Dresdner Straßenbahnen.

Die DVB investieren nun zunächst etwa drei Millionen Euro in das Gleisdreieck an der Kreuzung Lockwitzer/Hugo-Bürkner-Straße. Im Falle eines Unfalls auf der Strecke zwischen Prohlis und dem Stadtzentrum wird die Weiche als Wendemöglichkeit für die Straßenbahnen genutzt. Wenn die Schienen im Frühjahr 2017 ausgetauscht werden, fällt diese Möglichkeit weg. Deshalb wird in der Hugo-Bürkner-Straße eine Bauweiche in Höhe der Dohnaer Straße installiert, damit die Bahnen während der Sanierung zumindest zwischen Prohlis und Strehlen pendeln können. Auf der Strecke zwischen Hugo-Bürkner-Straße und Lennéplatz wird dann ein Ersatzbus zum Einsatz kommen.

Der Gleisbau am Wasaplatz wird vor allem in den Sommerferien 2017 stattfinden. Bis dahin sollen die Bauarbeiten am Gleisdreieck in der Hugo-Bürkner-Straße fertig sein. Auch, damit es nicht zum Verkehrschaos auf den Umleitungen kommt. Autofahrer müssen entweder auf die Teplitzer oder auf die Reicker Straße ausweichen. Das genaue Verkehrskonzept rund um die Großbaustellen wird noch erarbeitet.

Sind alle Gleise in Strehlen neu verlegt und ausgetauscht, geht es in der Wasastraße gleich mit den nächsten Bauarbeiten weiter. Ob die 30 Jahre alten Schienen noch 2017 oder erst Anfang 2018 ausgebaut werden, stehe derzeit noch nicht genau fest. „Dann wird es aber auch dort noch einmal zu Sperrungen kommen“, sagt DVB-Sprecher Lösch. Belohnt werden die Strehlener mit einer neuen Asphaltschicht auf der Fahrbahn, mehr Platz für Fahrradfahrer und holperfreien Gehwegen.