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Streik mit schlimmen Folgen

Die Lufthansa fürchtet, dass Passagiere wegen des Pilotenstreiks künftig verstärkt auf die Konkurrenz setzen.

Von Rolf Obertreis

Frankfurt. Die Lufthansa macht der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) wegen des am Freitagabend beendeten dreitägigen Ausstandes heftige Vorwürfe. „Die Folgen dieses Streiks sind verheerend, die Verhältnismäßigkeit ist höchst fraglich“, sagte Kay Kratky, Vorstandsmitglied der Passagier-sparte der Lufthansa. Die Auswirkungen gingen weit über die Lufthansa hinaus. „Der Ausstand erweckt bei Passagieren den Eindruck, dass Reisen mit deutschen Airlines nicht mehr zuverlässig ist.“ Das schädigt den Standort Deutschland insgesamt“. Der wirtschaftliche Schaden von rund 3 800 ausgefallenen Flügen, was mehr als 425 000 Passagiere betroffen habe, sei noch nicht genau zu beziffern. Kratky rechnet aber mit Ergebniseinbußen von bis zu 75 Millionen Euro. Es sei damit einer der größten Streiks in der Geschichte der Lufthansa gewesen. Einen neuen Termin für Verhandlungen mit VC gebe es nicht.

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Tatsächlich rechnet VC kurzfristig mit einem neuen Gespräch. Allerdings will die Lufthansa dabei kein neues Angebot machen. „Das, was wir vorgelegt haben, hat inhaltlich genügend Substanz für Lösungen“. Erst wenn in neuen Verhandlungen alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, sei die Einschaltung eines Schlichters eine Option. Nur auf diesem Weg konnte vor vier Jahren der letzte, ebenfalls von einem Streik begleitete Konflikt mit den Piloten gelöst werden.

VC hat zugesagt, auf jeden Fall bis zum Ende der Osterferien und damit bis Anfang Mai nicht wieder zu streiken.

Hauptstreitpunkt und nach Angaben von VC auch Hauptgrund für den von Mittwoch bis Freitag dauernden Streik war die Übergangsversorgung für Piloten, die bislang ab 55 ausscheiden und dafür bis zu 60 Prozent ihres Jahresgehaltes beziehen können. Lufthansa hat den Tarifvertrag dafür gekündigt, aber den beschäftigten Piloten für die durch das Unternehmen finanzierte Regelung Bestandsschutz zugesagt.