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Streit um unbezahlten Büroschuppen

Auf seinem Grundstück errichtet der Angeklagte aus Hartha einen Anbau. Das Material stammt vom Baumarkt, wofür er jedoch nicht bezahlt.

Symbolfoto: Für den Angeklagten ist die Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln glimpflich ausgegangen.
Symbolfoto: Für den Angeklagten ist die Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln glimpflich ausgegangen. © André Braun

Döbeln/Hartha. Dem 59-jährigen Mann, der in einem Harthaer Ortsteil wohnt, wird in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln Betrug vorgeworfen. Viermal soll er im Juni und Juli 2017 in einem Baumarkt Waren im Gesamtwert von über 1.600 Euro bestellt und geliefert bekommen, diese aber nicht bezahlt haben. 

Außerdem hat er in einer Filiale des Baumarktes ein Kundenkonto eröffnet und über dieses dreimal im Wert von insgesamt rund 1.100 Euro eingekauft. Als die Rechnungen vom Konto abgebucht werden sollten, sei dieses nicht gedeckt gewesen.

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Der Angeklagte ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine Montagefirma betrieben. Das Büro der Firma habe praktisch einen Teil seines Wohnzimmers eingenommen. 

Nach Absprache mit seinem Geschäftspartner habe er begonnen, auf seinem Grundstück einen Büroschuppen zu errichten. „Das Material sollte über die Firma bezahlt werden“, sagte der Angeklagte.

Firma nach Streit übers Geld aufgelöst

Zum Zeitpunkt des Erwerbs sei mit der Firma noch alles in Ordnung gewesen. „Ich wusste, dass das Firmenkonto gedeckt ist“, so der 59-Jährige. Auf Veranlassung der Lohnbuchhalterin der gemeinsamen Firma sei aber der Bezug des Materials storniert worden. 

Stattdessen wurde erklärt, dass er das Material als Privatmann zu bezahlen habe. Daraus entwickelten sich Streitigkeiten, die letztendlich zur Auflösung der Firma zum 30. September 2017 führten.

Er habe ein Schreiben von einer Inkassofirma bekommen, in dem er zur Zahlung des Geldes aufgefordert worden sei, berichtete der Angeklagte. Dies habe er letztendlich auch getan. 

Zahlung erfolgt erst nach Strafanzeige

Dass die Zahlung erfolgt ist, bestätigt ein Zeuge, der in der Buchhaltung des Baumarktes arbeitet. Jedoch sei auf die Aufforderung des Inkassounternehmens keine Reaktion erfolgt. Erst nach der Strafanzeige habe der Angeklagte eine Schuldanerkenntnis unterschrieben. „Der Betrag wurde am 17. September 2019 vollständig beglichen“, so der Zeuge.

Richterin Ines Opitz hatte zwei Verkäuferinnen aus verschiedenen Filialen des Baumarktes als Zeuginnen geladen. Sie bestätigen, dass die Waren zunächst im Auftrag der Firma bestellt beziehungsweise gekauft wurden. Später sei jedoch die Umschreibung auf den Angeklagten erfolgt.

Richterin sieht keine Betrugsabsicht

Nach Aussage der Buchhalterin der Montagefirma war der Geschäftspartner des Angeklagten keineswegs mit dem Bau des Büroschuppens einverstanden. 

Aufgrund der Rechnungen für das Baumaterial wäre die Lohnzahlung für die drei Angestellten der Firma in Gefahr geraten. Daraufhin habe der Geschäftspartner sie gebeten, die Umschreibung auf den Angeklagten zu veranlassen.

Richterin Opitz sieht auch eine Verkettung unglücklicher Umstände. Eine Betrugsabsicht will sie dem Angeklagten nicht unterstellen. Sie schlägt die vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage vor. 

Diesen Weg akzeptieren sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung. Der 59-Jährige muss 200 Euro an das Tierheim in Leisnig überweisen.

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