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Streit um Handy eskaliert

Ein Paar aus Döbeln stand wegen gefährlicher Körperverletzung und weiterer Taten vor Gericht. Das wird für beide teuer.

Das Gericht befand zwei junge Döbelner der Körperverletzung für schuldig.
Das Gericht befand zwei junge Döbelner der Körperverletzung für schuldig. ©  dpa / Symbolbild

Von Helene Krause

Döbeln. In einer WhatsApp schrieb ein 23-jähriger Döbelner im Dezember 2018 an seine Exfreundin, dass sie sich mit der Rückgabe eines Mobiltelefons beeilen sollte, sonst würde sie ihr Kind nicht mehr sehen. Der Nachricht war ein Chat vorausgegangen, den seine neue Freundin mit der Exfreundin um die Rückgabe eines Handys geführt hatte. In diesen hatte der 23-Jährige sich eingemischt. Mit der Nachricht war der Tatbestand der Bedrohung erfüllt. 

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Deswegen, und weil das Paar der Exfreundin am gleichen Tag weiter zusetzte, standen beide vorm Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wurde dem 23-Jährigen Hausfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung. Seine Freundin wurde des Hausfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt.

Nach dem Chat ging das Paar zur Wohnung der Geschädigten in der Givorser Straße in Döbeln. Der Angeklagte fragte seine Exfreundin, wieso sie ihm verbiete, den gemeinsamen Sohn zu sehen. Die neue Freundin wollte in der Wohnung der Geschädigten nach dem Mobiltelefon und nach zwei Pullovern suchen. Die Kleidungsstücke hatte sie dem Opfer geliehen. Das Mobiltelefon gehörte dem Vater der Beschuldigten. 

Um in die Wohnung zu gelangen, wollte sie sich an der Geschädigten vorbeidrängen. Doch die verbot den ungebetenen Gästen, ihre Wohnung zu betreten. Kurzerhand verpasste die Angeklagte der Geschädigten einen Tritt oder einen Kniestoß in den Magen. Der Beschuldigte umklammerte die Kehle des 20-jährigen Opfers, packte dann die Arme der jungen Frau und drückte sie ins Bad. Dort soll er sie beleidigt haben. 

Das Opfer erlitt Hämatome und Schmerzen an den Armen und einen Druckschmerz im Bauch. Nachdem die Beschuldigte das Mobiltelefon ihres Vaters gefunden hatte, verließen sie und der Mittäter die Wohnung. So steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Das Opfer erstattete Anzeige.

Der Fall war schon im vergangenen November vorm Amtsgericht Döbeln angeklagt. Weil die Geschädigte als Hauptbelastungszeugin fehlte, musste das Verfahren ausgesetzt werden.

Die Angeklagten gestanden die Taten. Allerdings will der Beschuldigte das Opfer nicht gewürgt, sondern nur an den Handgelenken gepackt haben. Doch die Fotos von den Verletzungen und die Schilderung der Geschädigten sagen etwas anderes. „Er würgte mich und drängte mich ins Bad“, sagte das Opfer. Ein Zeuge, der zur Tatzeit als Gast in der Wohnung des Opfers war, schilderte in der ersten Verhandlung den Vorfall so, wie er in der Anklageschrift steht.

Obwohl die Angeklagte in der Wohnung des Opfers auch nach ihren Pullovern gesucht hatte, fand sie diese nicht. Die Geschädigte hatte sie aus dem Fenster geworfen. Sie lagen auf der Wiese vorm Haus und sollen nach Aussage der Beschuldigten zerschnitten worden sein. 

Die Drohung, dass sie ihre Tochter nicht mehr sehen wird, nahm die Geschädigte nicht ernst. In den WhatsApp-Nachrichten hatte das Opfer den Sohn des Angeklagten beleidigt. Deshalb ging das Gericht davon aus, dass sie den Beschuldigten in gewisser Weise provoziert hat.

Richter Lutz Kermes verurteilte die Beschuldigte wegen Hausfriedensbruch und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 400 Euro. Der Angeklagte erhielt wegen Hausfriedensbruchs, vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro. 

Da beide Täter die Körperverletzungen einzeln begingen, ging dass Gericht nicht von einer gefährlichen, sondern nur von einer vorsätzlichen Körperverletzung aus. Von der Bedrohung wurde der Angeklagte freigesprochen. Die Geschädigte hatte die Drohung, dass sie ihre Tochter nicht mehr sehen sollte, nicht ernst genommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.