merken

Streit um Rathausbeleuchtung

Die Linke will historische Lampen in der Kuppelhalle. Die Verwaltung ist dagegen.

Während die Sanierung des Rathauses läuft und immer teurer wird, schwelt im Hintergrund ein Streit. Auslöser ist Linke-Stadtrat Tilo Wirtz. Der will nämlich die historische Beleuchtung der Kuppelhalle zurück. „Das ist der letzte Raum, der historisch erhalten ist. Bis auf die Lampen.“ Allerdings gibt es Fotos, wie die Halle 1910, als der Bau entstand, aussah. Eine denkmalgerechte Herstellung der Lampen von 1910 wäre nach Auffassung von Wirtz möglich.

Die Stadträte im Kulturausschuss haben das noch im November abgelehnt. Allerdings denkbar knapp. Im Bauausschuss hat Wirtz eine Mehrheit bekommen. Heute entscheidet der Finanzausschuss endgültig, so ist es zumindest geplant.

Anzeige
Auf dem Fahrrad die Region genießen

In die Pedalen getreten: Fahrrad XXL lädt zur diesjährigen ARTOUR durch das Erzgebirge.

Jetzt funkt Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) Wirtz dazwischen. Er lehne den Einbau der historischen Beleuchtung ab. „Damit wären erhebliche Mehrkosten sowie ein Zeitverzug verbunden“, so Vorjohann. Bau und Lieferung der historischen Leuchten nach dem Vorbild von 1910 würden zwischen 150 000 und 300 000 Euro mehr kosten. Der Abschnitt müsste zudem komplett neu geplant werden, weil für die Leuchten neue Kabel und entsprechende Rohre verlegt werden müssen. Außerdem würden die kleinen historischen Lampen nicht ausreichen. Das wäre keine „sicherheitskonforme“ Beleuchtung nach den gesetzlichen Vorgaben. Es müssten zusätzliche Sicherheitslampen angebracht werden. Und diese kosten noch mal zusätzliches Geld.

„In Abwägung der Fakten und vor dem Hintergrund der Priorisierung anderer Investitionen der Stadt hat die Verwaltung diesen Antrag – insbesondere bei einer Brandschutzsanierung – abgelehnt“, so Vorjohann. Das letzte Wort hat aber der Rat, also in dem Fall der Finanzausschuss. „Außerdem geht es ja zunächst nur um eine Variantenuntersuchung“, so Wirtz. „Außerdem gibt es für solche Vorhaben auch Fördermittel.“ Also würden die Kosten nicht allein bei der Stadt hängen bleiben. „Eine schwierige Geschichte, mit offenem Ende“, so Wirtz. (SZ/awe)

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.