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Streit um rote Dächer

Die Gestaltungssatzung für Röderau und Zeithain wurde im Gemeinderat zwar heftig diskutiert, aber dennoch beschlossen.

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Von Antje Becker

Rotes Dach, helle Fassade, Türen und Fenster aus Holz – so stellt sich die Gemeindeverwaltung Zeithain das ideale Haus in den Ortsmitten von Röderau und Zeithain vor. Diese Vorgaben sind nun in der Gestaltungssatzung festgeschrieben, die jüngst nach langen Diskussionen den Gemeinderat passierte.

Das sind zu viele Reglementierungen für Hausbesitzer, die sanieren oder neu bauen wollen, monierten vor allem die Mitglieder der Bürgerinitiative (BIG). Auch der Zeitpunkt für die Satzung sei fragwürdig, so Dieter Wamser (BIG). Denn die Arbeit in den Sanierungsgebieten, für die die Regelungen künftig gelten sollen, habe bereits vor Jahren begonnen. Damals hätte es mehr Freiheit gegeben, so wurden beispielsweise dunkle Dächer zugelassen.

Kerstin Schubert aus dem Zeithainer Bauamt verwies jedoch darauf, dass bisher alle Maßnahmen individuell auf Grundlage einer Gestaltungsempfehlung abgesprochen wurden. Künftig würde das genauso gehandhabt. Nur hatte das Landratsamt Riesa-Großenhain aufgrund gesetzlicher Veränderungen eine Satzung verlangt.

Mehrkosten für Bauherren

Dass eine solche her muss, darüber waren sich zwar alle Räte einig. Doch in dieser Form würden auch Mehrkosten auf die Sanierungsträger zukommen, so CDU-Gemeinderat Holger Krüger. Denn künftig sollen beispielsweise nur noch spezielle Ziegelformen – Biberschwanz-, Pfannen- oder Muldenfalzziegel – verwendet werden.

Die Satzung orientiert sich am historischen Vorbild der Dreiseitenhöfe, wie sie beispielsweise entlang der Zeithainer Hauptstraße zu finden sind. In Röderau allerdings gibt es nicht mehr viele dieser Bauerngehöfte, sagte BIG-Gemeinderat Bernd Lange und beantragte deshalb eine Vertagung des Beschlusses sowie eine Überarbeitung der Satzung. Vor allem mit den Stimmen der CDU wurde das abgelehnt und die gleich lautenden Satzungen für die Sanierungsgebiete Röderau und Zeithain beschlossen. Vier beziehungsweise drei Räte stimmten dagegen, zwei beziehungsweise einer enthielten sich.

Bürgermeister Hannes Berger (FDP) will nun künftig mit der Satzung nicht reglementieren, sondern die Gemeinde vor Fehlentwicklungen schützen. Allerdings gebe es derzeit sowieso nur wenige Bauanfragen für die Gebiete.