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In Döbeln eskaliert Streit um T-Shirt

Ein 32-Jähriger ist wegen zweifacher Körperverletzung am Döbelner Amtsgericht angeklagt. Innerhalb weniger Stunden soll er diese begangen haben.

Ein Döbelner soll seine Freundin massiv verletzt haben. Deshalb steht er jetzt vor Gericht.
Ein Döbelner soll seine Freundin massiv verletzt haben. Deshalb steht er jetzt vor Gericht. © dpa

Döbeln. Im Mai vergangenen Jahres erleidet eine Dresdnerin Prellungen an der linken Hand und dem linken Ellenbogen, sieben zwei bis drei Zentimeter große Hämatome an beiden Unterarmen und ein 19 Zentimeter langes sowie elf Zentimeter breites Hämatom am linken Oberschenkel. Alle Verletzungen soll ihr damaliger Freund verursacht haben. Der 32-Jährige ist wegen zweifacher Körperverletzung angeklagt.

Mit dem Döbelner sei sie bereits seit drei Jahren zusammengewesen, sagt die 30-Jährige als Zeugin in der Verhandlung vor dem Döbelner Amtsgericht. In dieser Zeit habe es schon öfter Vorfälle gegeben. 

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Er habe sie mit einem Stift und einer Schere beworfen, sie beschimpft und irgendwo ausgesetzt, zählt die Frau auf. Aber so schlimm, wie an diesem Tag sei es noch nie gewesen.

Eingeklemmte Finger nach Rangelei

Der Mann, der als Selbstständiger in Hartha arbeite, besitze keinen Führerschein. Deshalb habe sie ihn oft gefahren. Darum bat er sie auch an diesem Tag. „Da bis zu seinem Termin noch eine Stunde Zeit war, wollte ich vorher noch etwas essen. Diesen Kompromiss wollte er aber nicht eingehen“, erzählt sie. 

Deshalb habe sie es letztendlich auch abgelehnt, ihn zu fahren. Sie habe ihre Sachen in verschiedenen Räumen zusammengesucht und ihre Tasche gepackt. Als sie aus dem Bad zurückgekommen ist, habe er in ihrer Tasche gewühlt, ein T-Shirt hervorgezogen und behauptet, das es ihm gehöre.

Drei gleich aussehende T-Shirts hätten sie am Tag zuvor an einem Werbestand auf einer Messe erhalten – zwei er, eins sie. Und sie ist bis heute überzeugt, dass sie nur ihrs eingepackt hatte.

Er wollte es jedoch nicht wieder hergeben. Es sei zu einer Rangelei gekommen, während der er sie aus der Tür geschoben habe. Sie habe sich am Türrahmen festgehalten. Trotz, dass ihre Finger dazwischen waren, habe er die Tür zugeschlagen, nachdem er das T-Shirt in den Raum geworfen hat. 

Zwei Wochen lang seien ihre Finger geschwollen gewesen, und sie habe Schmerzen gehabt.

Nach der Attacke sei sie zu seiner Mutter geflüchtet, die im selben Haus gewohnt hat. Stunden später habe dort auch der Angeklagte geklingelt und Geld zurückverlangt, das er ihr einmal geliehen hatte. 

Sie habe ihm aus einem Umschlag 200 Euro gegeben. „Da ich immer mit dem Zug fahre, habe ich einen Teil des Geldes in Briefumschlägen dabei, nicht im Portemonnaie“, erklärt die Geschädigte.

Tritt auf den Oberschenkel

Doch damit sei ihr Ex nicht einverstanden gewesen. Er habe behauptet, an der Faltung des Geldes zu erkennen, dass es sein Geld sei, dass sie ihm weggenommen habe, um es ihm nun wiederzugeben. Er habe sie mit einem festen Badeschuh gegen den Oberschenkel getreten, sich umgedreht und sei sofort wieder gegangen.

Sie habe dann bei seiner Mutter übernachtet. Wie das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn sei, will Verteidiger Martin Göddenhenrich wissen. Aber dazu möchte die Dresdnerin nichts sagen. 

Nur noch so viel: Am nächsten Tag hätten sie und ihr Ex-Freund noch gemeinsam einen Leihwagen zu seinem Besitzer zurückgebracht. Seitdem hatten sie nur noch kurz per Whatsapp Kontakt. Auch der sei unschön gewesen. Unter anderem habe er sie gewarnt: „Ich finde dich.“

Für den Staatsanwalt und Richterin Nancy Weiß ist die Angelegenheit klar. Verteidiger Göddenhenrich will aber noch die Mutter des Angeklagten hören, der die gesamte Verhandlung über schweigt. 

Sie wird nun zu einem Fortsetzungstermin geladen. Bevor der festgelegt wird, verliest Nancy Weiß noch den Auszug aus dem Bundeszentralregister. In dem hat der Angeklagte drei Einträge. 

Er wurde bereits wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln, vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt.

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