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Streit um Tätowiermaschine beschäftigt das Landgericht

Wem gehört das Gerät? Wurde es nicht korrekt bezahlt? Erste Runde eines bizarren Prozesses.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Am Landgericht Görlitz hat das Verfahren gegen drei junge Männer aus Löbau und Ebersbach-Neugersdorf begonnen. Ihnen wird Raub und Beihilfe zur räuberischen Erpressung vorgeworfen. Einem der drei konnte die Vorladung nicht zugestellt werden, sein Verfahren wurde abgetrennt. Der 29-jährige Hauptangeklagte wurde in Handfesseln vorgeführt. Er sitzt in Haft.

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Ein Haus einzurichten oder den Umzug in eine neue Wohnung zu organisieren, treibt so manchem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn.

Seinen Ausführungen nach hat sich die Sache so abgespielt: Einer der drei Angeklagten hatte demnach dem Geschädigten eine Tätowiermaschine und ein Handy verkauft. Angeblich habe er aber dafür nur einen Teil des geforderten Preises gezahlt. Deshalb wollte das Trio die Sachen am 24. September 2011 wieder abholen. Wohl um überzeugender zu wirken, sollen sie einen Baseballschläger mitgenommen haben. Mit Hilfe der Freundin des Hauptangeklagten und einem falschen Vorwand verschafften sie sich Eintritt in das Wohnhaus des Geschädigten.

Schon an der Tür soll es eine Tätlichkeit gegeben haben. Schließlich gab der Mann die Tätowiermaschine und ein Handy heraus. Der Tatvorgang wird in der Anklage aber wesentlich anders beschrieben und stimmt nur in wenigen Punkten mit der Aussage des Hauptangeklagten überein. Der wegen Beihilfe Angeklagte räumte seine Tatbeteiligung umfassend ein. Der Hauptangeklagte muss sich auch wegen Gewaltanwendungen gegenüber seiner ehemaligen Freundin und den Kindern verantworten. Er bestritt die Vorwürfe. Zudem steht noch ein mutmaßlicher Diebstahl bei Obi auf der Anklageliste. Am 6. Dezember sollen Zeugen gehört werden. Außerdem ist ein Sachverständiger beauftragt worden ein psychiatrisches Gutachten zum Hauptangeklagten zu erstellen. Dabei geht es darum, ob er schuldfähig ist.