merken
PLUS

Strenge Vorgaben für künftige Ferkelzuchtanlage

Stolpen und der Eigentümer gehen aufeinander zu. Noch ist aber nicht alles geklärt.

Der Eigentümer lässt die einstige Schweinemast als Ferkelzuchtanlage sanieren.
Der Eigentümer lässt die einstige Schweinemast als Ferkelzuchtanlage sanieren. © Dirk Zschiedrich

Schweine- und Ferkelzüchter Marten Tigchelaar hat mit Sanierungsmaßnahmen an seiner künftigen Ferkelaufzucht, der ehemaligen Schweinemastanlage im Stolpener Ortsteil Langenwolmsdorf, begonnen. Und er weiß, dass das Vorgehen an der Alten Napoleonstraße kritisch beäugt wird. Das vor allem wegen der Vorgeschichte der Anlage, die bereits zu DDR-Zeiten begann.

Doch es gibt ein Aufeinanderzugehen. „Unser Interesse ist es, eine vernünftige Lösung zu finden“, sagt Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Und die wolle man mit dem Eigentümer finden. Die Befürchtungen, Sorgen und Ängste der Anwohner verstehe man, und gerade deshalb wolle man in ihrem Sinne Wege finden, die ein Leben mit der Ferkelzucht in direkter Nachbarschaft erträglich machen würde. Und genau auf diesem Weg ist man jetzt.

Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Am Montagabend hatte deshalb auch der Stadtrat eine Veränderungssperre für das Gebiet beschlossen. Das heißt, der Eigentümer darf bauen und sanieren, muss sich aber an den Bebauungsplan halten und darf diesen nicht eigenmächtig verändern. Und das wolle er nach eigenem Bekunden auch nicht. Er erfülle alle Auflagen, und die würden vom Landratsamt kontrolliert, sagte er vor Baubeginn im Dezember.

Aus rein rechtlicher Sicht könnte er hier von heute auf morgen wieder an die 5 000 Mastschweine einstellen und müsste da auch niemanden fragen. Er will allerdings eine Ferkelzucht einrichten, und auch dafür gebe es genaue Vorhaben. Auf ein Mastschwein kämen drei Ferkel. Damit könnten also 15 000 Ferkel einquartiert werden. Mit der Veränderungssperre will man nun Sicherheiten erzielen, dass baurechtliche Dinge eingehalten und auch noch weiter gemeinsam mit dem Investor besprochen werden können. Das ist bei größeren Vorhaben eine gängige Praxis in den Kommunen, um auch eigene Forderungen gemeinsam mit dem Investor umsetzen zu können und bei Bedarf auch Kompromisse zu finden.

Die Veränderungssperre ist auf zwei Jahre begrenzt. In dieser Zeit muss das Vorhaben mit Satzungsbeschluss umgesetzt werden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Der Beschluss im Rat bedeutet keinen Baustopp. „Der Investor kann seine Sanierungsmaßnahmen durchführen“, sagt der Bürgermeister. Der Bebauungsplan ist aber nur die eine Seite. Darüber hinaus muss der Investor auch die Vorgaben für den Immissionsschutz einhalten. Auch dafür gibt es Regelungen, und zwar im Bundesimmisionsschutzgesetz. Das schreibt unter anderem vor, wie hoch die Belastung durch Lärm, Gerüche oder Schadstoffe sein darf. Unternehmer Marten Tigchelaar muss da ebenfalls Berechnungen vorlegen. Diese werden geprüft und kontrolliert.

Ziel in Stolpen ist es, mit dem Investor im Gespräch zu bleiben und ergänzend für die Bürger Informationsveranstaltungen anzubieten, auch gemeinsam mit dem Landratsamt.


Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.