merken
PLUS Döbeln

Stresstest für Straße in Forchheim

Die ersten Starkregen haben der Kreisstraße in Forchheim zugesetzt. Liegt das nur an der fehlenden Begrünung?

Die Straßenmeisterei hat die Schäden am Bankett und der Entwässerung behoben. Der flache Graben entlang der Straße hatte die Wassermassen nicht aufnehmen können.
Die Straßenmeisterei hat die Schäden am Bankett und der Entwässerung behoben. Der flache Graben entlang der Straße hatte die Wassermassen nicht aufnehmen können. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Straße durch den Döbelner Ortsteil Forchheim ist nagelneu, seit den Regenfällen der vergangenen Tage aber nicht mehr ganz so frisch. Am Ortsausgang in Richtung Waldheim hielt es das Wasser nicht im Straßengraben, der dort auf der rechten Seite nur als eine flache Rinne ausgebildet ist.  

Dreck und Schotter wurden auf die neue Straße gespült.Der Schaden ist von der Straßenmeisterei inzwischen behoben worden. Aber sind der Graben und die Entwässerung ausreichend dimensioniert? Auf der anderen Seite der Straße ist der Graben mit Wasserbausteinen ausgelegt. Dort hatte es keine Probleme gegeben.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Für Starkregen nicht ausgelegt

Nach Aussagen des Landratsamtes Mittelsachsen ist die Entwässerungsanlage ausreichend dimensioniert. „Straßenneuplanungen erfolgen immer unter Beachtung der Regelwerke sowohl für die Dimensionierung der Fahrbahn, als auch die Bemessung der Entwässerungsanlage“, antwortet Cornelia Kluge von der Pressestelle des Landratsames auf eine Anfrage. 

Die Entwässerungsanlagen würden anhand der topographischen Gegebenheiten und des für die Region relevanten „Bemessungsregens“ ausgelegt. „Eine Entwässerungsanlage kann nie für den Fall der in der letzten Woche erfolgten Starkregenereignisse dimensioniert werden, das wäre zum einen unwirtschaftlich und zum anderen würden bestimmte Entwässerungsanlagen mit „Normalwasseranfall“ nicht mehr funktionieren“, so Kluge.

 Die völlig ausgetrockneten Böden hätten das plötzlich anfallende Wasser nicht aufnehmen können. In Forchheim sei ungünstiger Weise noch hinzugekommen, dass die Bankett- und Oberbodenflächen noch nicht ausreichend begrünt waren, um der Erosion vorzubeugen.

Maisfeld hat Wasser nicht gehalten

„Es hat relativ viel Wasser in kurzer Zeit gegeben“, schätzte auch Ortschaftsrat Jens Meese ein, der in Forchheim wohnt. Die Schäden seien auch nicht sehr dramatisch und schon wieder repariert. Gerade auf dieser Seite der Straße liege ein Maisfeld, das das Wasser nicht halten konnte. Auf der anderen Seite der Straße war die Situation anders. Dort gibt es ein abgeerntetes Getreidefeld, das bereits aufgebrochen wurde und das viel Wasser aufnehmen konnte. „Das war ein bisschen unglücklich“, so Meese. „Vielleicht müsste man den Straßengraben so ausbauen, wie auf der anderen Seite.“

Ob die Entwässerung der Straße ausreichend ist, war bei den Bewohnern von Anfang an ein Thema. Deshalb hatte Meese auch nachgeschaut, wie der Abfluss in den Forchheimer Bach funktioniert. „Eigentlich sollte die Klappe am Auslauf nur sieben Zentimeter öffnen, damit nicht das gesamte Wasser gleich in den Bach geht, sondern im Kanal zurückstaut. Aber das ist noch nicht der Fall“, sagte er.

Weiterführende Artikel

Freie Fahrt durch Forchheim

Freie Fahrt durch Forchheim

Zehn Monate hat der Ausbau des knapp einen Kilometer langen Straßenabschnitts der Kreisstraße gedauert. Zum Ergebnis sind die Meinungen geteilt.

Der rund ein Kilometer lange Straßenabschnitt in Forchheim war im Juli nach einem dreiviertel Jahr Bauzeit eröffnet worden. Die Straße war deutlich verbreitert, Fußwege und Straßenentwässerung neu gebaut worden.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln