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Riesa

Strinkser Tanzlegenden wollen die Arena begeistern

In Riesa steigt nächste Woche die Deutsche Meisterschaft im Männerballett – bei der auch Nixenstädter mitmischen. Die SZ war bei einem Training dabei.

Lustige Tanzeinlagen liefern die „Strinkser Tanzlegenden“, wie hier 2018 zum Thema Olympia bei den Strehlaer Karnevalssitzungen, schon länger.
Lustige Tanzeinlagen liefern die „Strinkser Tanzlegenden“, wie hier 2018 zum Thema Olympia bei den Strehlaer Karnevalssitzungen, schon länger. © SCC

Strehla/Riesa. Es sieht eher nach Schulsport-Stunde aus als nach Ballett-Training, was sich da in der Strehlaer Grundschul-Turnhalle abspielt. Die Protagonisten haben ganz normale Sport- und keine Spitzenschuhe an. Sie tragen bequeme Shorts statt Tütüs. Und nicht jede Bewegung beim Aufwärmen wirkt grazil. Trotz allem: Es handelt sich um Ballett-Training. Für die Deutschen Meisterschaften im Männerballett.

Der Schautanz-Wettbewerb wird nächstes Wochenende erstmals in Riesa stattfinden. Und eine Männertruppe vom Strehlaer Carnevals Club (SCC) wird mitmischen. „Strinkser Tanzlegenden“ nennen sich die 15 Herren um Thomas Münch, die mit ihren tänzerischen Einlagen sonst eher für Erheiterung bei Strehlas Karnevalssitzungen im Lindenhof sorgen.

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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Für seinen Meisterschaftsauftritt in Riesa probt das bunt gemischte Völkchen seit April mehrmals die Woche. Vom Studenten über den Verkäufer bis zum Polizisten sind alle möglichen Berufsgruppen vertreten. Der Jüngste ist 19, der Älteste 51. Knapp fünf Minuten ist ihre Darbietung lang. Das Motto: 1920er-Jahre. Unter anderem bewegen sich die Männer rhythmisch zu einem Musik-Remix aus dem kürzlich gezeigten Fernsehfilm „Babylon Berlin“ und einer Swing-Melodie. Die Schritte sind unter anderem beim Charleston abgeschaut, einem damals populär gewordenen Gesellschaftstanz.

Seit April trainieren die Männer um Thomas Münch in der Strehlaer Grundschule für eine ganz andere Art von Auftritt.
Seit April trainieren die Männer um Thomas Münch in der Strehlaer Grundschule für eine ganz andere Art von Auftritt. © Eric Weser

Während die Proben im Sportdress laufen, werden sich die Männer zum Auftritt geschniegelt präsentieren. Acht Männer werden im weißen Hemd und schwarzer Hose auflaufen. Sieben weitere verkleiden sich als Frau, schlüpfen in goldene Kleider und Schuhe, mit goldenem Band und Feder am Kopf. Die Gesichter werden dezent geschminkt. – Für die SCC-Männer ist die Meisterschaftsteilnahme eine Premiere. Während die SCC-Tanzmariechen oder die Funkengarde regelmäßig bei Wettbewerberben wie der Gardetanzschau mit Faschingstänzern aus anderen Ecken des Landes messen, haben die Herren noch nie an einem Ausscheid teilgenommen. Da der aber nun quasi vor der Haustür stattfindet, sind sie dabei. Und da in Riesa keine Truppe aus Riesa antritt, übernehmen die Nixenstädter die Rolle der Lokalmatadoren.

Extra angepasste Choreografie

Lokalmatadoren, die mit erschwerten Bedingungen kämpfen. Thomas Münch verrät, dass es bis jetzt noch keine einzige Probe gab, bei der alle Strehlaer Tänzer dabei waren. Urlaub, Schichtdienst, sonstige Termine. Irgendwas steht bei irgendwem immer dagegen. Erst nächste Woche werden dann wirklich alle Tänzer beisammen sein.

Wo die Strehlaer ihre Stärken sehen? „Beim Trinken“, heißt es beim Training und alles lacht. Doch so ulkig das Männerballett ist: Vor der Bühne wird eine Fachjury sitzen und durchaus streng begutachten, was die Tänzer zeigen. Angesichts dessen zeigen die Strehlaer bei aller Lust am Scherzen sportlichen Ehrgeiz. Ihre Karnevalschoreografie haben sie extra noch mal aufgepeppt, um vor der Meisterschaftsjury glänzen zu können. Punkte liegen lassen, nur weil man zu wenige Drehungen zeigt? Kommt nicht infrage.

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Die 16. Deutschen Meisterschaften im Männerballett finden Sonnabend/Sonntag, 15./16. Juni, jeweils ab 10 Uhr, in der Sachsenarena in Riesa statt. Tagestickets ab 11,34 Euro gibt es unter anderem beim Ausrichter

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