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Stroga-Festival ins Wohnzimmer

Die Macher elektronischer Musik präsentierten sich zum Tag der Sachsen, beim Sommerfest 2017, beim Erlebnisfest. Nun gehen sie online.

An der alten Schälerei werden die Bühnen für das Online-Stroga-Festival vorbereitet, hier die Main Stage. Drei Floors und über 30 Künstler senden hinaus in die Welt.
An der alten Schälerei werden die Bühnen für das Online-Stroga-Festival vorbereitet, hier die Main Stage. Drei Floors und über 30 Künstler senden hinaus in die Welt. © Anne Hübschmann

Stroga. Noch nie war der Verein Stroga-Festival so sehr unter sich und doch verbunden mit allen Fans in der weiten Welt. Ihr 16. Festival müssen die rund 30 Mitglieder und Helfer unter Corona-Bedingungen abhalten, also vor Ort nur für sich als offizielle Mitgliederversammlung. Gleichzeitig läuft das Festival online im Internet. Die 1.000 Gäste, die andere Jahre nach Stroga gekommen sind, können es dieses Jahr nur am Rechner oder Tablett verfolgen - aber das geht im Wohnzimmer, im Garten oder auf Mallorca. 

Schon seit einer Woche wuseln dafür die Technik-Nerds um Mario Douadi und Marc Hitschke in der Alten Schälerei in Stroga. Viele kommen aus Dresden. Drei Bühnen werden aufgebaut, deren Geschehen von Kameras eingefangen und dann ins Internet gestellt wird. "Es wird unser erstes und hoffentlich letztes virtuelles Festival", sagt Mario Douadi. Denn der Aufwand ist gigantisch. Doch das eigentliche Publikum ist nicht vor Ort.

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Dicke Stromkabel werden angeschlossen, immense Licht-, Video- und Tontechnik aufgebaut. Die Schalt- und Regiezentrale des Festivals steht voller Rechner und weiterer Geräte. Alex, Tom, Steven und Philipp programmieren hier die Webseite des Stroga-Vereins so um, dass die Onlineshow fehlerfrei laufen kann - eine irre Herausforderung. "Wir müssen drei sendefähige Signale von den drei Bühnen bereitstellen", sagt Alex. Ein Schnittplatz kann zwischen den parallel laufenden Floors hin- und herschalten. 

Blick in die Schaltzentrale des Festivals. Hier wird der Internetstream "Kuh-Tube" vorbereitet.
Blick in die Schaltzentrale des Festivals. Hier wird der Internetstream "Kuh-Tube" vorbereitet. © Anne Hübschmann

Seit Donnerstagmittag können sich die Festival-Teilnehmer auf dem Portal registrieren. "Es könnten fünf werden, oder Tausende", gibt sich Mario Douadi optimistisch. Verfolgen kann man das Online-Festival praktisch überall auf der Welt. Dafür haben sich die Stroga-Macher einen externen Streaming-Dienstleister bestellt. Das ist sogar eine amerikanische Firma. Die ist dafür zuständig, dass das, was von den zahlreichen Kameras in Stroga aufgenommen wird, via "Kuh-Tube" auf jedem heimischen PC gut zu sehen ist.  

Schon einmal hat das Stroga-Festival, das durch seine Teilnahme am Tag der Sachsen, am Großenhainer Sommerfest vor drei Jahren oder beim Erlebnisfest im Stadtpark vom Vorjahr allgemein bekannt ist, eine kleine Webshow veranstaltet. "Das war 2014 für unser Festival, das Line Up für 400 Zuschauer", erinnert sich Mario Douadi. Damals haben die Strogaer das selbst gemacht. Diesmal mussten sie sich einen Dienst aussuchen, der die technischen Ansprüche eines Online-Festivals erfüllen kann. 

Wo sonst die Kaffeebar des Festivals war, wird nun der Drum- and Bassfloor eingerichtet. Hier werden die Bässe ordentlich wummern. Auch eine Techno-Bühne wird es geben.
Wo sonst die Kaffeebar des Festivals war, wird nun der Drum- and Bassfloor eingerichtet. Hier werden die Bässe ordentlich wummern. Auch eine Techno-Bühne wird es geben. © Anne Hübschmann

Am Freitag wird das Musikereignis um 17 Uhr beginnen und bis voraussichtlich Mitternacht laufen. Am Sonnabend geht es 15 Uhr bis Open End. "Am Sonntag entscheidet der Kater, wann wir beginnen", scherzt Mario Douadi. Über 30 Künstler sind fürs Musik machen auf den drei Bühnen engagiert. 

"Die machen das alle kostenfrei", so Douadi. Auch das Zuschauen ist für die Festivalgäste kostenlos. Der Verein finanziert alles über Spenden. Die Macher setzen ihren Partygästen Spendenziele, für die sie auch mal eine blöde Aktion vom Stapel lassen - oder ein peinliches Foto. "Unsere Fans wissen, dass wir uns nicht so ernst nehmen."

Auch über den T-Shirt-Druck vor Ort und den Versand im Online-Shop wird Geld eingespielt. Eine T-Shirt-Presse steht bereit. Als Motiv bietet sich das Maskottchen Hackepetra mit Corona-Maske und Virus-Augen an. Da kommt der Schalk der Stroga-Festival-Macher wieder zur Geltung.

 In einem Nebenraum liegen Strohballen-Imitate aus Wolle. Von hier aus werden die drei Moderatoren Mario, Marc und Mathias ihre Kommentare abgeben und die Künstler interviewen. Weil überall schon wertvolle Technik aufgebaut ist, musste auch eine Sicherheitsfirma eingekauft werden, die das Gelände bewacht.    

Marc Hitschke und Mario Douadi mit Hackepetra, dem Maskottchen des Stroga-Festivals. Hier werden sie das Geschehen kommentieren.
Marc Hitschke und Mario Douadi mit Hackepetra, dem Maskottchen des Stroga-Festivals. Hier werden sie das Geschehen kommentieren. © Anne Hübschmann

Die Stroga-Macher haben für die Vorbereitung und das Festival 14 Tage Urlaub genommen. "Wir wollten ja am 1. August unser erstes Open-Air an der Kiesgrube Raden veranstalten - unserer neuen Location", sagt Mario Douadi. Das musste wegen Corona abgesagt werden.

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 Doch auch in Stroga wissen alle, was sie machen müssen, Organisation und Vorbereitung sind eingespielt. Die Dankeschön-Party, die der Verein nach jedem Festival für seine Mitstreiter anbietet, wird nun schon in das Wochenende integriert. Alle freuen sich auf ein entspanntes und hoffentlich störungsfreies Festival.

www.stroga-festival.de

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Hackepetra mit Maske und Virusaugen - diese T-Shirts sind fast Unikate. © privat

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