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Strom soll ohne Zwischenfälle fließen

Das Umspannwerk ist fast 40 Jahre alt. Der Stromversorger muss investieren, um die heutigen Auflagen zu erfüllen.

Von Antje Stork

Etwa 10 000 Haushalte werden über das Umspannwerk in Naundorf bei Leisnig versorgt. Zurzeit laufen dort die Vorbereitungen für größere Baumaßnahmen. Die Stromversorgung der Kunden soll dadurch allerdings nicht beeinträchtigt werden. „Wenn alles planmäßig läuft, bekommen die Stromkunden gar nicht mit, dass wir dort arbeiten“, sagt Marco Heilmann, der bei der Mitnetz Strom GmbH für das Anlagenmanagement Hochspannung zuständig ist.

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Das Umspannwerk wurde schon im Jahr 1974 gebaut. Um den heutigen Auflagen des Umweltschutzes gerecht zu werden, müssen die Ölauffangwannen, die in den Fundamenten der Transformatoren verankert sind, erneuert werden. „Jeder der zwei Trafos enthält etwa 20 000 Liter Öl“, erklärt Heilmann. „Um sicherzustellen, dass diese bei Zwischenfällen oder Havarien nicht ins Erdreich sickern, müssen diese Wannen jetzt erneuert werden.“ In den zwölf Meter langen und vier Meter breiten Behältern wird auch Regenwasser aufgefangen, das über Pumpen oder einen Abfluss abgeleitet wird. „Sobald Öl in das Becken tropfen sollte, schließt sich der Abfluss automatisch. Parallel bekommen die Mitarbeiter in der Schaltzentrale eine Meldung“, erklärt der Experte. Dann werde sofort eine Überprüfung vor Ort vorgenommen. Die Zentrale sitzt in Taucha bei Leipzig. Dort wird das komplette Hochspannungsnetz im Mitteldeutschen Raum vom Harz bis nach Cottbus überwacht.

Dabei sei der Austausch der Wannen gar nicht so einfach. Die beiden Trafos müssen zwischenzeitlich auf ein provisorisches Fundament umgesetzt werden, damit die Betonwannen eingebaut werden können. Die dafür notwendigen meterlangen Fertigteile sollen mit einem Tieflader angeliefert werden. „Es ist ein sehr aufwendiges Vorhaben, da die Stromlieferung ohne Unterbrechung weiter gewährleistet sein soll“, so Heilmann weiter.

Doch nicht nur die Auflagen für den Umweltschutz machen Neuerungen notwendig. Auch die Brandschutzmaßnahmen müssen erweitert werden. So plant das Unternehmen aus Halle, im Zuge der Bauarbeiten eine neue Brandschutzwand zwischen den beiden Trafos zu errichten. Diese soll im Ernstfall das Übergreifen eines Feuers auf den zweiten Trafo verhindern. Insgesamt investiert die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH rund 600 000 Euro in dieses Vorhaben. „Etwa ein Drittel davon geht allein für die Provisorien und Transporte drauf“, sagt Marco Heilmann. Mit den Bauarbeiten wurden ausschließlich sächsische Firmen beauftragt: eine Elektrofach-Firma aus Zwickau, ein Hoch- und Tiefbau-Unternehmen aus Chemnitz sowie eine bei Riesa ansässige Firma, die die Betonfertigteile produziert. In Abhängigkeit der Witterung sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Über das Naundorfer Umspannwerk wird der Strom auf 209 Trafostationen verteilt. Mit Strom versorgt werden die Stadt Leisnig sowie die Ortschaften der Altgemeinde Bockelwitz, Großweitzschen, Hartha und umliegende Ortschaften sowie Ortsteile der Städte Grimma und Mügeln. Damit kann die Mitnetz Strom GmbH einen Kreis von etwa zehn bis 15 Kilometern abdecken.