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Strom wird ab Januar teurer

Der Griff zum Lichtschalter wird ab Januar in einigen Gebieten des Elblandes im neuen Jahr teurer. Die Energieversorgung Sachsen Ost (Esag) erhöht die Preise, die Riesaer Stadtwerke voraussichtlich auch. Die Kunden der Stadtwerke in Coswig, Radebeul oder Meißen bleiben vorerst von drastischen Erhöhungen verschont.

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Von Torsten Oelsner

Für die rund 400 000 Kunden der Energieversorgung Sachsen Ost AG (Esag) bringt das neue Jahr auch einen neuen Strompreis. Das Entgelt für eine Kilowattstunde steigt von jetzt 16,07 Cent auf 16,59 Cent. Der Grundpreis bleibt mit 6,64 Euro monatlich gleich, sofern man den Tarif Esag-Privat gewählt hat.

Mehr Windräder,

mehr Kosten

Die nun angekündigte Erhöhung sei unumgänglich. Schuld daran sei die Entwicklung auf dem Energiemarkt und an der Strombörse, wo der Strom wie jede andere Ware gehandelt wird, so Esag-Sprecherin Claudia Kuba. Trotz langfristiger Verträge mit dem Lieferanten Vattenfall Europe lasse sich jetzt eine Erhöhung nicht vermeiden. Ein Grund für den Aufwärtstrend bei den Strompreisen sei auch die Zunahme der so genannten alternativen Energien. Diese werden vom Staat per Zwangseinspeisung ins Netz zu einem garantierten Festpreis gefördert. Teurer werde der Strom allgemein auch deshalb, weil die großen Konzerne über eine Umlage gezwungen sind, diese Energieformen quasi zu finanzieren. Steigt also der Anteil an beispielsweise Windkrafträdern muss auch eine erhöhte Umlage gezahlt werden. Zusätzlich entstehe im gesamten Stromsystem auch ein erhöhter Regel- und Ausgleichsbedarf, so Kuba. Denn die alternativen Energien, stehen im Gegensatz zu einem gleichförmig laufenden Kohle- oder Atomkraftwerk nicht zu jeder Zeit und nicht immer in demselben Umfang zur Verfügung. Dennoch muss immer genug Strom im Netz sein, um alle Abnehmer bedienen zu können, was mit hohen Kosten verbunden sei. „In unserem Fall macht der Anteil für Mehrwertsteuer, Stromsteuer und Umlage für erneuerbare Energien bereits 36,4 Prozent des Gesamtstrompreises je Kilowattstunde aus“, sagt Claudia Kuba. Geld, das natürlich letztlich die Kunden bezahlen. Doch vorerst trifft diese Erhöhung des Preises nur die Bezieher im so genannten Esag-Netzgebiet, somit vor allem den ländlichen Raum, etwa die Region Großenhain oder den Altkreis Riesa mit Ausnahme der Großen Kreisstadt.

Dort haben die Riesaer Stadtwerke aber auch bereits die Fühler ausgestreckt, beim sächsischen Wirtschaftsministerium den Antrag auf neue, höhere Stromtarife gestellt. Denn einfach so dürfe das Unternehmen nicht an der Preisschraube drehen, sagt Vertriebsleiter Ullrich Bannorth. Die Genehmigung liege derzeit noch nicht auf dem Tisch, werde aber in den nächsten Tagen erwartet. So können sich die 23 000 Riesaer Kunden schon vorsorglich auf höhere Preise einstellen. Mit Details ist Bannorth noch vorsichtig, zumal auch der Aufsichtsrat noch zustimmen müsse, damit der Strom ab 1. Januar tatsächlich teurer werden kann. Moderat, verspricht der Mann von den Stadtwerken, gemessen an den gestiegenen Kosten, die sein Unternehmen selbst für die Strombeschaffung aufbringen müsse. Um zehn Prozent hätten die zugelegt. Eins zu eins durchgereicht wären das 1,4 Cent mehr pro Kilowattstunde für den Riesaer Privathaushalt. Der zahlt momentan 13,99 Cent, plus 6,70 Euro Monatsgebühr. Also noch erheblich unter Esag-Tarifen. Zugleich versichert Bannorth, dass auf keinen Fall die vollen zehn Prozent aufgeschlagen werden: „Wir werden selbst mit Kostensenkungen einen Teil abfangen.“

Die Bezieher von Energie im Bereich der Stadtwerke Elbtal und Meißen müssen vorerst mit weniger Preisauftrieb rechnen. „Wir schmelzen erst einmal nur unser Bonussystem ab“, sagt Michael Viebig, der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Elbtal. Bisher bekamen treue Kunden, die länger als drei Jahre ihren Strom von den Stadtwerken bezogen, im so genannten Fairelectric-Tarif einen Bonus von Netto 1,53 Cent je Kilowattstunde gutgeschrieben. Diese Regelung falle nun am 1. Januar 2004 weg, so Viebig.

Auch bei den Stadtwerken Meißen denkt man über ein Modell nach, wie die höheren Kosten an die rund 15 000 Kunden weitergegeben werden können. Bisher gab es hier einen Bonus von 1,78 Cent je Kilowattstunde als Treueprämie. Dieser Bonus soll wahrscheinlich ab 1. Januar wegfallen, so Volkmar Bär, der Pressesprecher des Unternehmens. „Aber entschieden ist bei uns noch nichts, beraten wird über diese Maßnahme erst Mitte Dezember“, so Bär. Sicher sei jedoch schon jetzt, dass sich am Tarif selbst nichts ändern werde. Derzeit kostet in Meißen die Kilowattstunde 15,54 Cent bei einer Grundgebühr von 7,24 Euro monatlich.