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Auf und Ab beim Strompreis ist nicht nur für die Umwelt schlecht

Kaum ist Benzin etwas billiger geworden, kündigen Sachsens Stromversorger höhere Preise an. Georg Moeritz kommentiert die angekündigte Erhöhung der Energiepreise.

SZ-Redakteur Georg Moeritz.
SZ-Redakteur Georg Moeritz. © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Na prima. Kaum ist Benzin an der Tankstelle etwas billiger geworden, da steigt die Stromrechnung kräftig. Der große ostsächsische Energieversorger Enso will nächstes Jahr rund fünf Euro mehr pro Monat von jedem typischen Einfamilienhausbesitzer verlangen.

Stadtwerke wie die Drewag zögern die Preiserhöhung hinaus. Das ist zwar erst mal gut fürs Konto. Aber weil der künftige Strompreis nicht verraten wird, kann Otto Normalsteckdosenbenutzer sich auch keinen vollständigen Marktüberblick verschaffen. Wer gerne Preise vergleicht und seinen Stromhändler wechseln möchte, kommt mit Einmal-pro-Jahr-Tabellen-ansehen nicht mehr hin.

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Ein Verbraucher von heute möchte gerne wissen, worauf er sich einzustellen hat. Stattdessen bekommt er widersprüchliche Signale. Einerseits sollen Abgaben den Energieverbrauch verteuern, damit wir weniger Ressourcen verbrauchen und den Klimawandel bremsen. Zu dieser Strategie würde die Strompreis-Erhöhung immerhin passen. Doch andererseits gab es in den vergangenen Jahren auch Strompreis-Senkungen bei sächsischen Versorgern wie Drewag und Enso.

Die Sonne schicke keine Rechnung, hieß ein Werbespruch der Fotovoltaik-Industrie. Das klang nach sinkenden Strompreisen und war kein Anreiz zum Sparen. Die staatliche Förderung des E-Autos und neuer Akkus lässt auch wieder steigenden Stromverbrauch befürchten. Große Industriebetriebe wurden gar von Öko-Abgaben befreit, weil bei ihnen Arbeitsplätze wichtiger sind als der Klimaschutz. Das ist alles für sich genommen verständlich, aber eine Sowohl-als-auch-Strategie.

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Der sächsische Verbraucher weiß jetzt immerhin so viel: Für die nächsten Jahre kann er nicht mit Gratisstrom aus Luft und Sonne rechnen. Und wer Energie selbst erzeugt, muss die Technik erst mal bezahlen. Die Preise steigen, also ist Stromsparen angesagt, und das ist auch besser für die Umwelt. Zehntausende Sachsen zahlen allerdings unnötig viel, weil sie den teuersten Preis ihres Stromversorgers akzeptieren. Wer noch immer den Tarif namens Grundversorgung bezahlt, sollte wenigstens mal anrufen und ein günstigeres Angebot einholen.

E-Mail an Georg Moeritz.

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