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Strompreis steigt in Freital

Die FSG gibt steigende Umlagen an die Kunden weiter. An einige mehr, an andere weniger.

Von Matthias Weigel

Rund 20 000 Kunden der Freitaler Strom und Gas GmbH müssen ab dem nächsten Jahr mehr für Strom bezahlen. Für Verbraucher mit einem Fix-Vertrag bedeuten die höheren Preise rund 0,95 Cent mehr je Kilowattstunde. Für den durchschnittlichen Haushalt sind das etwa 20 Euro mehr im Jahr. Im allgemeinen Tarif, der in der Regel bei den Versorgern immer einer der teuersten im Angebot ist, steigt der Preis um knapp 0,5 Cent je Kilowattstunde – das sind 1,5 Prozent oder knapp zehn Euro mehr im Jahr für den Durchschnittshaushalt. Den setzt die FSG mit 2 100 Kilowattstunden an. Bei größeren Haushalten fällt die Mehrbelastung also höher aus.

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Ursache der Erhöhung ist nicht die FSG an sich. Im Gegenteil: Die städtische Gesellschaft hält ihre Preise stabil. Allerdings steigen zum 1. Januar die Umlagen – maßgeblich diejenige für erneuerbare Energien. Die Kunden zahlen also dafür, dass private wie gewerbliche Betreiber von Solaranlagen den eingespeisten Strom vergütet bekommen. Die Höhe dafür legt der Staat fest. Zwar sanken die Vergütungen an sich in den letzten Jahren – allerdings hat die Zahl der Anlagen stark zugenommen, und die Höhe der Vergütung wird für eine lange Laufzeit festgeschrieben. Gestiegen oder dazugekommen sind weitere Umlagen, die etwas mit erneuerbaren Energien oder der Energiewende zu tun haben.

Die Kunden der FSG werden jetzt mit einem Schreiben über die Veränderung informiert. Eine Vertragskündigung ist wegen der Preissteigerung allerdings nicht in jedem Fall möglich: In den Fix-Verträgen beispielsweise ist nur eine eingeschränkte Preisgarantie geregelt. Das heißt, kündigen geht nur, wenn die FSG den Strom oder Entgelte verteuert. Für Umlagen und Abgaben aber kann die FSG nichts – eine Kündigung ist daher nicht möglich. Insgesamt liegen die Preise in den Fix-Verträgen sowieso günstiger als die allgemeinen Preise.

Bei denen ist hingegen eine Sonderkündigung möglich. Die FSG gibt dafür aber die Erhöhung hier nur teilweise an die Kunden weiter – sie kann das mit Einsparungen und günstigen Einkaufskonditionen ausgleichen. „Wir stellen außerdem fest, dass erstaunlich viele, die noch früher längere Vertragsbindungen gescheut haben, jetzt in die günstigeren Fix-Verträge wechseln“, sagt Geschäftsführer Ulrich Rudolph. Entsprechend wirbt die FSG in den Schreiben auch für diese Möglichkeit.

Auch die Konkurrenz erhöht Preise

Anfang 2013 war Strom wegen gestiegener Umlagen und Abgaben noch um knapp zehn Prozent teurer geworden – dabei hatte die FSG nicht einmal alles an die Kunden weitergegeben, senkte also effektiv ihren Strompreis. „Sicher ist das dieses Jahr auch ärgerlich, aber für die meisten zu verschmerzen“, sagt Geschäftsführer Rudolph. Erhöht haben die Preise wegen der Umlagen auch die meisten anderen Versorger der Region – die Enso um etwa zwei Prozent, ebenso die Dresdner Stadtwerke. Sie schlagen ab 2014 rund 0,53 Cent brutto auf alle Tarife drauf.

Weitere Preissteigerungen sind für das kommende Jahr derzeit wenigstens nicht abzusehen. Die Umlagenhöhe ist jährlich festgeschrieben. Die Freitaler Strom und Gas GmbH an sich will auch nicht erhöhen. Einzig vor höheren Steuern oder neuen Abgaben und Umlagen, die sich die neue Bundesregierung ausdenkt, ist keiner sicher. Für 2015 übrigens sind steigende Abgaben schon beschlossene Sache – nur die Höhe, die ist noch offen.