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Weniger Studenten wegen Corona?

Die Hochschule Zittau/Görlitz lockt jedes Jahr zahlreiche Studenten aus dem Westen und dem Ausland an. Dieses Jahr ist es aufgrund der Pandemie schwieriger.

Bleiben die Studentenzahlen der Hochschule Zittau/Görlitz konstant oder gehen sie zurück?
Bleiben die Studentenzahlen der Hochschule Zittau/Görlitz konstant oder gehen sie zurück? © Archivfoto: Mario Heinke

Knapp drei Wochen bleiben noch, um sich für einen zulassungsfreien Studiengang an der Hochschule Zittau/Görlitz zu bewerben. Die Zahl der Studenten, die im Wintersemester immatrikuliert werden, ist deshalb noch eine Unbekannte. Eines stellt Rektor Professor Alexander Kratzsch bereits fest: Die Corona-Pandemie hat kaum Auswirkungen auf die Studentenzahl. "Die Bewerberlage ist gut", so seine Einschätzung. Bisher sind 764 Bewerbungen für die zulassungsfreien Studiengänge eingegangen, voriges Jahr zum Wintersemester waren es deutlich weniger, 570.

Bei den Studiengängen mit Zulassungsbeschränkung allerdings sind die Zahlen anders: 826 Bewerbungen gingen ein, 2019 waren es 962.

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Aber kein Studiengang stehe aktuell aufgrund fehlender Interessenten auf der Kippe, betont der Rektor. Dafür habe die Hochschule nach seinen Worten einiges getan. "Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um auf uns aufmerksam zu machen." Und es werde weiter Werbung gemacht, um noch den einen oder anderen Studienanfänger von einem Studium an der Neiße zu überzeugen.

Geworben wird mit den guten Studienbedingungen. So studieren die Studenten hier in kleinen Gruppen, sieht Professor Kratzsch einen entscheidenden Vorteil. Gerade in Corona-Zeiten sei das für manchen wichtig. Die Hochschule Zittau/Görlitz kehrt ab dem neuen Semester auch zum Präsenzstudium zurück. Die Vorlesungen und Seminare finden dann wieder auf dem Campus statt. Während des Corona-Lockdowns wurde nur online studiert. An der TU Dresden ist das im Wintersemester noch der Fall.

Bewerberzahlen sind nicht eingebrochen

Dank Präsenzstudium und kleinen Studentengruppen sind die Bewerberzahlen bisher nicht sichtbar eingebrochen. Die Fakultät Maschinenwesen könne sich sogar über eine höhere Bewerberzahl freuen, weiß Professor Kratzsch, der seit 1. März die Hochschule leitet. Maschinenwesen gehört dabei zu den kleineren Fakultäten. 

Die meisten Studenten schreiben sich bei Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ein. Rund 800 Studienanfänger werden jedes Jahr an der Hochschule immatrikuliert. Von den Erstsemestlern kommen etwa 15 Prozent aus dem Ausland. Mit den Angeboten in den Sozial- sowie Management- und Kulturwissenschaften lockt die Hochschule auch viele Studienanfänger aus den westdeutschen Bundesländern an.

Ob das im nächsten Semester ebenso ist, lässt sich erst nach der Immatrikulation sagen. Gerade bei ausländischen Studenten entscheidet sich oft kurzfristig, ob sie ein Visum bekommen und ob sie ihr Heimatland verlassen dürfen.

Mexikaner kommen erst im Sommer

Gern hätte der Rektor im Wintersemester Studenten aus Mexiko begrüßt, die über ein Studienprogramm an die hiesige Hochschule kommen. 18 Studenten wären es theoretisch gewesen. Praktisch ist es kein einziger, das ist schon klar. Die Corona-Pandemie verhindert einen Studienbeginn im Herbst. Die Infektionslage ist in dem lateinamerikanischen Land weiterhin kritisch, die Zahl der Infizierten und Todesopfer steigt stetig an. 

Die Hochschule hat den Mexikanern angeboten, im Sommersemester den Studienaufenthalt zu beginnen. Ihr Praktikum, das die ausländischen Studenten normalerweise im Sommer absolvieren, wird ins Wintersemester 2021/22 verschoben. "Nächstes Jahr im Winter kommt dann auch regulär die nächste Studentengruppe aus Mexiko, sodass wir wieder im normalen Ablauf sind", blickt der Rektor in die Zukunft.

Ob andere Länder wegen der Corona-Pandemie eine Ausreise verweigern, entscheide sich ebenfalls kurzfristig, sagt Professor Kratzsch. Bei Indonesien sehe es nicht so aus, dass es Schwierigkeiten gebe, meint der Rektor. Von dort kommen jedes Jahr mehrere Erstsemestler nach Zittau. Marokko könnte schon eher ein Problem werden, da das Land eine restriktive Corona-Politik fährt. An der Hochschule schreibt sich immer eine größere Gruppe Marokkaner ein.

Diesen Studenten könne auch angeboten werden, online teilzunehmen, sagt der Rektor. Beim Studienkolleg, wo sich die ausländischen Studenten auf das eigentliche Studium vorbereiten, sei das allerdings schwierig - wenn auch nicht unmöglich.

In Zittau starten die Erstsemestler am 5. Oktober mit den Vorlesungen, in Görlitz zwei Wochen später, da dann erst der Auswahlprozess bundesweit abgeschlossen sei, erklärt Professor Kratzsch. Die höheren Semester nehmen ihr Studium an beiden Standorten am 5. Oktober wieder auf.

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