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Stückwerk statt Vollgas

Die Tunnelumleitung hat die Straßen beschädigt. Die Sanierung nimmt nun mehr Rücksicht auf die Anwohner.

Von Alexander Kempf

Waldhufen wartet auf Besserung. Denn die Lebensader der Gemeinde ist im vergangenen Jahr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wochenlang rollen Sattelschlepper und Tieflader die Staatsstraße 122 entlang. Der Tunnel durch die Königshainer Berge ist nach einem Unfall für Monate einseitig gesperrt. Alles weicht deshalb zunächst auf die Nordumfahrung aus. Ein Verkehrsinfarkt droht. Ein späteres Umleitungsmanagement verbessert die Situation. Trotzdem leidet die Staatsstraße. Zusehends verschlechtert sich der für Lkw ohnehin zu weiche Belag. Es wird notdürftig geflickt.

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Dieses Jahr verspricht Besserung. Der Freistaat hat eine Kur in Aussicht gestellt. Noch 2014 sollen die Schäden der Tunnelumleitung ausgebessert werden. Bereits Ende Februar gibt es in der Waldhufener Gemeinderatssitzung erste Details. Die Sanierung soll sich demnach in drei Teilabschnitte gliedern. Ende März stellt das vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in die Spur geschickte Ingenieurbüro schließlich ein erstes Konzept in Baarsdorf vor.

Die Pläne werden mit Spannung erwartet. Jeder kann sich noch gut an die Entbehrungen zwischen Mai und Oktober erinnern, als die Strecke von Nieder Seifersdorf über Jänkendorf bis hin nach Kodersdorf einem Nadelöhr glich. Die Tunnelumleitung bringt Lärm, Schmutz und Gefahren mit sich. In Kodersdorf gründet sich gar eine Bürgerinitiative. Die Waldhufener sind damals leidensfähiger. Trotzdem bewegt sie die Frage, worauf sie sich in diesem Sommer einstellen müssen. Denn auch die Sanierung bedeutet Umwege und Unwägbarkeiten. Aus Rücksicht auf die Anwohner will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr den Menschen in Nieder Seifersdorf eine Sanierung am Stück ersparen. „Für den noch 2014 zu realisierenden Teilabschnitt ist die Strecke zwischen der Arnsdorfer Straße in Nieder Seifersdorf und der südlichen Einmündung der Schulstraße in Jänkendorf in die S 122 vorgesehen“, teilt die Pressesprecherin des Landesamts mit. Laut Isabel Siebert erstreckt sich der Bauabschnitt über 3,7 Kilometer. Eingeplant sind vier Wochen Bauzeit. Beginnen soll die Sanierung „voraussichtlich ab Mitte August“.

Der Durchgangsverkehr muss während der Bauarbeiten großräumig umgeleitet werden, meldet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Anlieger sollen behelfsmäßig durch die Baustelle gelotst werden. „Soweit es die Bauarbeiten zulassen“, erklärt Pressesprecherin Isabel Siebert. Die Absprache wird dann direkt zwischen dem Baubetrieb und den Anwohnern erfolgen. Insbesondere wenn der Asphalt aufgetragen werden muss. Das erfolgt jeweils auf einem Abschnitt von einem bis anderthalb Kilometer.

Neben dem Anliegerverkehr soll es auch für Linienbusse eine Sonderlösung geben. „Dabei ist es unausweichlich, dass einzelne Haltestellen teilweise nicht bedient werden können“, teilt Isabel Siebert mit. Über die Details wird wohl erst informiert, wenn die Bauarbeiten näher rücken. In der Gemeinderatssitzung in Jänkendorf kündigt Waldhufens Bürgermeister Horst Brückner an, dass er noch einmal mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsverbandes Dirk Beck nach Dresden fährt, um die Details der Bauarbeiten mit dem Landesamt abzustimmen. „Wir wollen schnell handeln, damit es nicht zu einer schwierigen Situation kommt“, so Horst Brückner.

2015 sollen dann der nördlich und der südlich angrenzende Abschnitt in „gleicher Weise“ ausgebaut werden. Der „Patient“ wird Stück für Stück wiederbelebt.