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Sturm reißt Zäune um und beschädigt Dächer

Bis in die Nacht zum Sonnabend wurde Windstärke 9 im Elbland gemessen. Weihnachtsbäume hielten aber stand.

© Norbert Millauer

Von Peter Redlich und Peter Anderson

Das Elbland ist im Sturm Xaver noch glimpflich davongekommen. Zwar hielten die Böen mit bis zu neun Windstärken bis weit in die Nacht zum Sonnabend an. Aber mit der nötigen Vorsicht konnten sogar die Weihnachtsmärkte in Coswig und Weinböhla am späten Freitagnachmittag eröffnet werden.

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Dennoch, überall dort, wo der Sturm einen Ansatz fand, packte er auch zu. Bereits am Donnerstagabend flogen Baustellenabsperrungen samt Beleuchtung und Verkehrsschildern an der Bahnhofstraße in Kötzschenbroda durcheinander. Autofahrer hatten rechtzeitig ihre sonst in der Nähe geparkten Fahrzeuge in Sicherheit gebracht.

Unterm Laternenpfad auf dem Weihnachtsmarkt in Kötzschenbroda wurden sämtliche Holzkonstruktionen durcheinandergewirbelt. Das soll bis zum Sonnabend wieder aufgerichtet und die Laternen sollen angebracht sein.

Wenige Schritte weiter in der Uferstraße bot der Zaun um den provisorischen Weihnachtsmarktparkplatz den Böen zu viel Widerstand und wurde fast auf der gesamten Länge auf die Straße gekippt. Stadtwehrleiter Roland Fährmann: „Die Feuerwehr hat den Zaun wieder aufgerichtet und gesichert.“

Zwei weitere Einsätze gab es für die Kameraden in Radebeul. Am Donnerstagabend mussten sie ein lockeres Dachfenster in der Käthe-Kollwitz-Straße im Westen der Stadt sichern. Am Freitagmorgen hatte der heftige Wind einen Schuppen an der Sidonienstraße, Ecke Hellerstraße im Osten aus der Verankerung gerissen und zerlegt. Beide Male konnten die Feuerwehrmänner rechtzeitig eingreifen, um größeren Schaden zu verhindern.

Ähnlich in Coswig. Auf der Bosel wurden starke Äste aus Bäumen gebrochen. Rings um die Hohnsteinstraße, nahe dem Spitzgrund, hat es Verkehrsschilder umgelegt, sagt Ordnungsamtsleiter Olaf Lier.

Lier ist froh, dass alle Händler auf dem Weihnachtsmarkt die Sturmwarnung beachtet und keine Folien gespannt hatten. Auch der große Weihnachtsbaum sei ohne Beschädigung durch den derben Wind gekommen, sagt Lier.

Die Weinböhlaer haben ihren Weihnachtsmarkt ohne die typischen Feuerkörbe eröffnet. „Vielleicht können wir die am Sonnabend aufstellen“, sagt Marktleiter Heiko Fichter, der froh ist, dass es außer einer Plane, die durch die Luft flog, keinen Schaden im kleinen Budendorf rund um die Kirche gibt.

Heftiger geweht hat es dagegen am Auerweg in Weinböhla. Wie Hauptamtsleiterin Julia Schneider informiert, hat es dort einen Baum entwurzelt. Auch eine Scheune, die der Gemeinde gehört, wurde im Dach beschädigt. Etwa zwei Quadratmeter Dachziegel habe der Sturm hier abgerissen.

Von einem richtig großen Dachschaden ist dagegen das Schollglaswerk in Nossen heimgesucht worden. In den Nachtstunden zum Freitag hat hier der Sturm am meisten gewütet. Der Orkan Xaver riss Teile des Flachdaches von der riesigen Halle ab. Kräftige Windböen trugen den Belag auf die nur unweit entfernt verlaufende Bundesstraße B 101. Die Verbindung zur A 14 musste kurzzeitig gesperrt werden.

Nach Auskunft der Zentrale des Unternehmens wurde in den Vormittagsstunden sofort daran gegangen, die Reste des Hallendachs zu sichern. Ausläufer von Xaver sollten keine Chance erhalten, das Werksgebäude stärker zu beschädigen.

Nähere Details zu dem Unfall will der Betrieb nicht veröffentlichen. Unklar ist, bis zu welchem Grad die Produktion an dem Standort weiterläuft. Für Schollglas ist der Schaden ein Rückschlag auf dem Weg zur Sanierung speziell des Werkes im Gewerbegebiet Heynitz-Lehden.

Nördlich des Klosterbezirks rücken die Feuerwehren in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag vor allem wegen umgefallener Bäume aus. Nach Aussagen der Gemeindeverwaltung Käbschütztal fallen in Niederjahna zwei Stämme über die Straße.

Die Kreisstadt Meißen scheint durch ihre geschützte Lage im Elbtal vor Ärgerem bewahrt worden zu sein. Die Feuerwehr sei zwar in Bereitschaft gewesen, habe jedoch nicht eingreifen müssen.