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Sturmschäden sind beseitigt

Vor einem Vierteljahr knickte ein Unwetter viele Bäume in Sohland um. Die Aufräumarbeiten enden jetzt. Sie waren schwer und gefährlich.

© Katja Schäfer

Von Katja Schäfer

Etwa 80 Meter lang und 30 Meter breit ist die Schneise, die sich im Sohlander Ortsteil Tännicht unterhalb des Ski-Areals erstreckt. Nicht der Mensch hat sie in den Wald geschlagen, sondern ein Unwetter. Ein Vierteljahr ist es jetzt her, dass plötzlich starker Sturm zwischen die hohen Fichten fuhr, viele davon umwarf oder abknickte. Nicht nur direkt gegenüber dem Wanderparkplatz. Sondern auch an etlichen weiteren Stellen in den Bereichen Tännicht und Spitzberg – und auch andernorts im Landkreis Bautzen zwischen Königsbrück und der Grenze zu Tschechien. Dadurch entstand hoher Schaden. Vor allem Fichten waren betroffen, aber auch Lärchen und große Buchen.

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In Sohland sind die Aufräumarbeiten inzwischen fast beendet. Rund 3 000 Kubikmeter Holz fielen dabei an, berichtet Tilo Freier von der Forstbetriebsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland (FBG). Sie hat die Arbeiten koordiniert, die von einer Spezialfirma erledigt wurden. Rund 30 Waldeigentümer waren betroffen; einige große, aber auch viele Familien, denen kleine Flächen gehören. Nicht alle sind Mitglied in der Forstbetriebsgemeinschaft, die sich als Dienstleister versteht. Sie hat dennoch jedem Waldbesitzer angeboten, die notwendigen Arbeiten für ihn zu erledigen – und riet dringend davon ab, selbst in den betroffenen Gebieten aufzuräumen. Weil es zu gefährlich ist. „Bei gebrochenen, gebogenen und anderweitig beschädigten Bäumen weiß man nie, in welche Richtung sie fallen, wenn die Säge angesetzt wird“, begründet Förster Tilo Freier. Durch den Einsatz einer erfahrenen Fachfirma – des Unternehmens Waldwirtschaft Waurig – seien die Arbeiten unfallfrei vonstatten gegangen, berichtet er zufrieden.

Holz geht auch nach Bayern, Brandenburg und Tschechien

Rund 40 Jahre alt waren die Fichten in dem betroffenen Waldstück am Fuße des Ski-Areals. Und etwa 20 Meter hoch. Jetzt liegen nur noch Teile davon auf dem Gelände. Stärkere Stämme wurden in Vier-Meter-Stücke zerteilt. Sie landen vor allem im Kodersdorfer Sägewerk, wo sie zu Bauholz verarbeitet werden, aber auch in Bayern, Brandenburg und Tschechien. „Dünneres, krummes und mangelhaftes Holz geht in Spanplatten- und Zellstoffwerke oder dient als Brennholz“, erklärt Tilo Freier. Wie er sagt, sind etwa 60 Prozent des in Sohland durch das Unwetter angefallenen Holzes von guter Qualität, nur 40 Prozent minderwertig. Der Erlös des Verkaufes kommt den jeweiligen Besitzern zugute. Deshalb wurde genau markiert, welches Holz aus welchem Abschnitt des Waldes stammt.

Der größte Teil ist bereits abgefahren. Nur einige Stapel liegen noch in der Schneise. Nach Einschätzung von Tilo Freier dauert es noch etwa eine Woche, bis die vom Sturm beschädigten Waldbereiche in Sohland aufgeräumt sind. Was mit den Reisighaufen geschieht, die sich überall türmen, entscheidet jeder Besitzer selbst. „Das Reisig kann ruhig liegen bleiben. Es ist eine gute Gründüngung“, sagt der Mann von der FBG Oberlausitzer Bergland. Wie es mit den frei gewordenen Flächen weitergeht, liegt ebenfalls in der Hand der Besitzer. „Wir werden ihnen empfehlen, die größeren Flächen neu zu bepflanzen“, äußert Tilo Freier. Die Forstbetriebsgemeinschaft will im Frühjahr viele Bäume kaufen. Waldbesitzer können sie dann von ihr erwerben. „Sie haben die Möglichkeit, dafür Zuschüsse bis zu 70 Prozent zu bekommen“, informiert der Förster und präzisiert: „Allerdings nicht für Fichten, sondern zum Beispiel für Tannen und Douglasien sowie Laubbäume.“ So soll erreicht werden, dass es künftig weniger Fichten-Monokulturen gibt, sondern stattdessen mehr naturnahe Mischwälder. Um das zu erreichen, sollen einige der vom Sturm betroffenen Flächen – vor allem kleinere – sich selbst überlassen werden. Dort sorgt die Natur mit Zapfen, Eicheln und Bucheckern dann selbst dafür, dass wieder neue Bäume wachsen.

Den bevorstehenden Winter über bleiben die geschädigten Flächen aber erst mal frei. Der FBG-Förster hofft, dass es wenig Stürme und nicht all zu viel Nass-Schnee gibt. Denn sonst kann es passieren, dass an den Rändern der Schneisen weitere Bäume abbrechen oder umstürzen.