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Südkoreaner proben Wiener Klassik

Soyung Yu kennt sich bereits aus. Die Sängerin ist schon zum zweiten Mal in der Kreismusikschule „Dreiländereck“ zu Gast. Nach der Sommerakademie im Juli vorigen Jahres ist sie nun im Winter wieder mit neun südkoreanischen Meisterschülern in die Oberlausitz gekommen.

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Von Gabriel Wandt

Soyung Yu kennt sich bereits aus. Die Sängerin ist schon zum zweiten Mal in der Kreismusikschule „Dreiländereck“ zu Gast. Nach der Sommerakademie im Juli vorigen Jahres ist sie nun im Winter wieder mit neun südkoreanischen Meisterschülern in die Oberlausitz gekommen. Seit Dienstag proben die Nachwuchskünstler, die alle erst um die 15 Jahre alt sind, an den Klavieren beziehungsweise mit ihren Stimmen.

„Es gefällt uns hier sehr gut“, sagt Organisatorin Soyung Yu. Das Konzert Ende Juli in der Johanniskirche ist ihr aufgrund des interessierten Publikums sehr gut in Erinnerung, erzählt sie. Und so hofft sie auch für den morgigen Auftritt der Schüler auf Zuspruch.

Aussprache verbessern

Vorher ist fleißiges Üben angesagt, vor allem an den Vormittagen in dieser Woche, denn nachmittags läuft der reguläre Musikschulbetrieb. Einer der Übungsleiter ist Hyeg Jae Choi, der ebenfalls aus Südkorea stammt und in Wien studiert hat. Südkoreanisches und europäischer Musikunterricht unterscheide sich vor allem in der Exaktheit, die in Europa deutlich wichtiger sei. Eindeutige Rhythmen oder akkurate Tonabstände zu spielen und zu singen müssen die jungen Südkoreaner erst lernen. Dazu kommt für die Sänger das Verbessern der Aussprache von italienischer, deutscher oder französischer Sprache. Das ist wichtig für Opernarien, denn was geprobt wird, sind vor allem Werke der Wiener Klassik: Mozart, Beethoven, Haydn, Mendelssohn, zählt Soyung Yu auf. Arien aus dem Figaro, der Zauberflöte oder Don Giovanni werden morgen zu hören sein. Dazu kommen Werke für Klavier und Orchester. Das wird für die jungen Pianisten eine besondere Herausforderung, denn mit einem Orchester haben sie bisher noch nicht zusammen gespielt.

Spielerisch Rhythmen üben

Auch dann wird wieder Rhythmusgefühl gefragt sein. Das üben die Schüler mit Hyeg Jae Choi auch auf den nachmittäglichen Ausflügen, wie er erzählt. Beim Spaziergang durch Görlitz hat er mit einer Schülerin Rhythmen geübt, erzählt er. Damit kommt zur Förderung des Talents auch echte „Kopfarbeit“.

Zum Aufenthalt in der Oberlausitz gehört auch das Kennenlernen der Region dazu. Die jungen Menschen aus der Stadt Taegu und der Provinz Kwang Ju sind zum ersten Mal in Deutschland, und es erscheint durchaus möglich, dass sie später einmal ein Studium in Europa aufnehmen. Jetzt können sie erste Tuchfühlung aufnehmen.

Am Sonnabend, 19Uhr, in der Aula der Kreismusikschule treten die Südkoreaner gemeinsam mit einem Liberecer Orchester auf. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten. Es wird offenbar nicht der einzige Auftritt südkoreanischer Musiker bleiben. Organisatorin Soyung Yu plant für Februar bereits den nächsten Kurs in Löbau.