SZ +
Merken

Südostsachsen oder Elbe-Weißeritz?

Taufe. Während den Politikern zum Namen des künftigen Großkreises nicht viel einfällt, legen sich SZ-Leser ins Zeug.

Teilen
Folgen

Von Domokos Szabó

Was ist bloß mit unseren Politikern los? Sie verwalten Millionen-Haushalte, entscheiden über die Zukunft von Schulen und den Bau von Straßen. Aber eine Taufe stellt sie vor Probleme. Um die wird man jedoch nicht herumkommen. Der neue Großkreis, der die Sächsische Schweiz, das Osterzgebirge und die Freitaler Region umfassen dürfte, braucht einen Namen.

Soll er nun einfach Sächsische Schweiz-Osterzgebirge heißen? Freitals Oberbürgermeister Klaus Mättig (CDU) schüttelt mit dem Kopf. Zu lang, lautet sein Urteil. Dieser Name sei allenfalls ein Arbeitstitel. Auch Pirna (möglicher Kreissitz) gefällt dem Stadtoberhaupt aus naheliegenden Gründen nicht. Für die „Elbe“ als Teil des Kreisnamen könnte er sich aber schon erwärmen. Wie auch immer, ein konkreter Vorschlag ist dem OB nicht zu entlocken. Erfolglos bleibt auch die Nachfrage bei Landrat Bernd Greif (CDU).

Die dritte Anfrage geht an das Rathaus Dippoldiswalde. Immerhin ist dort das Machtzentrum des Weißeritzkreises. Der 11 000-Seelen-Ort kann sich (noch) mit dem Titel „Kreisstadt“ schmücken. Bürgermeister Ralf Kerndt (Unabhängige Bürger) muss jedoch passen: „Aus dem Stegreif habe ich auf diese Frage keine vernünftige Antwort“, räumt er ein. „Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ sei jedenfalls nicht so glücklich. „Das ist doch kein Begriff, mit dem man die Region vermarkten könnte.“ Dann sollte der Name des Kreises lieber mit dem des Kreissitzes identisch sein. Das sagt Kerndt nicht ohne Hintergedanken. Denn im Osterzgebirge wird mit einem Dreierbund aus Freiberg, Weißeritzkreis und Sächsischer Schweiz geliebäugelt. Damit wäre Dipps als möglicher Kreissitz wieder im Rennen …

Einen Schritt weiter gedacht hat Rainer Maus von der SPD-Fraktion im Kreistag. Er hat nämlich schon das künftige Autokennzeichen im Blick. „OK wäre O.K.“, sagt der Bannewitzer, wobei OK für Osterzgebirgskreis steht. Seit gestern können auch die SZ-Leser abstimmen. Von ihnen stammen folgende Vorschläge: Elbe-Weißeritz-Kreis, Südostsachsen und Osterzgebirge-Sächsische Schweiz. Doch auch die in der gestrigen SZ erwähnte Variante Sächsische Schweiz-Osterzgebirge findet ihre Liebhaber. Im Internet entschieden sich bisher knapp ein Drittel mehr für diesen Namen als für „Pirna“.