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Suizidversuche in der Abschiebehaft

Die Haftbedingungen würden krank und einsam machen, kritisieren die Flüchtlingsinitiativen.

Die Abschiebehaft auf der Hamburger Straße.
Die Abschiebehaft auf der Hamburger Straße. ©  Archiv: Rene Meinig

Das Abschiebegefängnis ging im Herbst 2018 auf der Hamburger Straße 15 in Betrieb. Immer wieder macht es negative Schlagzeilen. Anfang des Jahres gab es mehrere Suizidversuche in dem Gebäude. 

Das geht aus einer Antwort von Innenminister Roland Wöller (CDU) auf eine Anfrage von Linken-Abgeordneter Juliane Nagel hervor. Demnach gab es Vorfälle im Februar. 

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In beiden Fällen erfolgte die weitere medizinische und psychologische Versorgung der Untergebrachten innerhalb der Abschiebehafteinrichtung, angeordnet wurde eine vorläufige Unterbringung im besonders gesicherten Unterbringungsraum der Einrichtung. Toni Kreischen von der Abschiebehaftkontaktgruppe: „Die Inhaftierten, die als suizidgefährdet wahrgenommen werden, sich selbst verletzt haben oder einen Suizidversuch unternommen haben, erhalten nicht die medizinische und psychologische Behandlung, die Menschen in so einem Fall brauchen."

 Stattdessen würden sie laut der Flüchtlingsinitiative engmaschig beobachtet, mitunter nachts sogar halbstündlich geweckt und von anderen Untergebrachten isoliert. Die Haftbedingungen seien geprägt von Isolation, Langeweile und Angst . "Abschiebungshaft macht krank und beeinträchtigt nicht nur die physische, sondern vor allem auch die psychische Gesundheit der Betroffenen", so Kreischen. 

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