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Super-Start, lange Flaute und gutes Ende

Ilona Schaller, Chefin im Filmpalast Zittau, zieht Bilanz vom Kinojahr 2018, das nicht so gut verlief. Nun ruhen alle Hoffnungen auf nächstes Jahr.

Von Jan Lange
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Ilona Schaller leitet seit 2004 den Filmpalast in Zittau.
Ilona Schaller leitet seit 2004 den Filmpalast in Zittau. © Rafael Sampedro

Frau Schaller, 2017 ist ein gutes Kinojahr für den Filmpalast gewesen. Wie sah es 2018 aus?

Leider sieht es da nicht so gut aus. Wir hatten viel weniger Besucher als im Vorjahr. Das lag vor allem an dem langen, heißen Sommer, in dem die Leute lieber draußen etwas machen wollten, als im Kino zu sitzen. Der Besucherrückgang ist zwar nicht dramatisch, aber doch merklich zu spüren gewesen.

Besucherrückgänge können für kleine Kinos schnell existenzbedrohend sein. Wie sieht es in Zittau aus?

Nein, diese Gefahr besteht überhaupt nicht. Den Filmpalast wird es auch weiterhin mit einem vielfältigen Programm geben. Nächstes Jahr hoffen wir, wieder mehr Besucher begrüßen zu können. Auch die geplanten Investitionen sollen dafür sorgen. 

Lag der Rückgang der Besucher nur an den heißen Temperaturen, oder auch am Filmangebot?

Ja, auch das Filmangebot war nicht besonders. Es sind zu viele Fortsetzungen am Start gewesen, die alle nicht so gut liefen wie die Vorgänger. Ich denke da nur an "Mamma Mia!", der deutlich weniger Besucher anlockte als der erste Teil. Auch von "Hotel Transsilvanien 3" oder "Jurassic World" hätten wir uns mehr erwartet. Im Sommer hatte auch die Fußball-WM den einen oder anderen Fan des runden Leders vom Kinobesuch abgehalten.

Die drei genannten Filme finden sich in den bundesweiten Kinocharts unter den Top-10-Filmen wieder. Also ist der Geschmack der Zittauer Kinogänger ein anderer?

Der dritte Teil von "Fifty Shades of Grey", der immerhin auf dem dritten Rang liegt, ist auch bei uns sehr gut gelaufen. Und auch "Phantastische Tierwesen - Grindelwalds Verbrechen", der erst im November gestartet ist und schon jetzt auf Platz 2 der Jahrescharts rangiert, hat im Filmpalast für einen Besucheransturm gesorgt. Sehr gut ist ebenso "Bohemian Rhapsody" gelaufen. Auch das ist ja deutschlandweit ein Top-10-Film. Der Geschmack liegt also gar nicht so weit auseinander. Es kommt halt nicht jeder Blockbuster gut an. Das Kinojahr 2018 ist klasse gestartet, dann gab es eine lange Flaute und der Herbst sowie der Dezember sind noch mal richtig gut gelaufen. Das hervorragende Ende sorgt auch dafür, dass das Jahr nicht ganz abgestürzt ist.

Sie sprechen von einem guten Dezember. Sind es mehr Besucher als in den Vorjahren gewesen?

Nein, die Besucherzahlen vom Dezember sind in etwa die gleichen wie in den vergangenen Jahren. Aber das ist ja schon ein Erfolg, nach den deutlichen Rückgang im Sommer.

Sie haben schon erwähnt, dass Sie auf ein besseres Kinojahr 2019 hoffen. Gibt es denn gute Filme, die demnächst starten, die zu dieser Hoffnung Anlass geben?

Ich denke, dass die Neuverfilmung von "Immenhof" gut laufen wird. Der Film startet am 17. Januar. Am 28. Februar läuft dann der neue Teil der "Ostwind"-Reihe an. Auch auf den setze ich einige Hoffnungen. Natürlich werden noch einige Filme, die im Dezember gestartet sind, auch Anfang des neuen Jahres noch einige Besucher anlocken - wie beispielsweise die Hape-Kerkeling-Verfilmung "Der Junge muss an die frische Luft". Die ersten Vorstellungen sind bereits gut besucht gewesen und lassen auf einen Langläufer hoffen. Die erste Kerkeling-Verfilmung "Ich bin dann mal weg" war ja auch viele Wochen bei uns zu sehen und ein großer Publikumserfolg.